„Papa, entscheide einfach!“
Der „Wilde Kerle“-Autor Joachim Masannek über Männer, die keine werden dürfen, und seinen nächsten Film
Focus: In Ihren „Wilde Kerle“-Büchern und -Filmen bolzen sich abenteuerlustige Racker mit Kampfgeist und Körpereinsatz durch eine raue Knabenzeit: Finden Sie die Männer heutzutage zu unmännlich?
Masannek: Im Berufsleben sind Durchsetzungsvermögen und Entschlossenheit nach wie vor gefragt. In der Partnerschaft sieht das aber anders aus. Wie soll auch eine Generation von Männern, die hauptsächlich von Müttern, Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen umsorgt und erzogen wurde, Frauen glücklich machen? Jungs haben das genetisch verankerte Bedürfnis, sich gegenseitig zu messen, besser und stärker zu sein als der andere. Handfeste Streitereien und Rangeleien werden aber unter weiblicher Aufsicht nicht geduldet. Jungs fühlen sich ihre ganze Kindheit lang ausgebremst. Kein Wunder, dass sie unsicher und ängstlich werden. In der Erziehung kommt die männliche Komponente zu kurz. Aber genau danach sehnt sich später die Partnerin.
[..]Focus: Warum zerbrach 2001 Ihre Ehe mit der Millionenerbin Tina Wessel?
Masannek: Ich war zu wenig Mann. Mein Fehler war, mich auf ihren Lebensstandard, den ich nie hätte finanzieren können, einzulassen. Das konnte nicht gut gehen. Ich hätte einen Lebensstil durchsetzen müssen, der für beide erschwinglich gewesen wäre. Darauf hätte ich bestehen oder gehen müssen. Denn meine Ex-Frau wollte ja keinen Mann mit neuen Abhängigkeiten, sondern einen, der sie unabhängig vom Geld ihres Vaters machte. Aber es ist unheimlich schwierig, sich als erfolgloser Künstler, der ich ja damals war, wie ein ganzer Kerl zu fühlen. Damals habe ich auch zu verlangen versäumt, dass beide Kinder meinen Nachnamen tragen. Das bereue ich heute, denn ich finde es sehr wichtig, dass die Reihe vom Großvater bis zum Enkel auch auf diese Weise geschlossen bleibt.
http://www.focus.de/auto/neuheiten/modernes-leben-papa-entscheide-einfach_aid_219360.html
Vermutlich wird es noch vielen Menschen wie dem Autor ergehen. Bis man begreift, was man falsch gemacht hat, ist es oftmals zu spät.
Gruß - Christine
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Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohlangepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein
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