Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

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Die Opernballin

Kurti, Wien, Friday, 04.03.2011, 01:15 (vor 5433 Tagen)

Habe im Fernsehen gerade die Live-Übertragung des diesjährigen Wiener Opernballs gesehen. Das Kulturprogramm zur Eröffnung war sehr stilvoll-klassisch, auf bewusst provokante Experimente hatte man dieses Jahr verzichtet.
Schließlich ertönt das Signal "Alles Walzer", womit der offizielle Teil beendet war. Die Kamera schaltet um zu den zwei Moderatoren Alfons Haider und Miriam Weichselbraun. Ich vor dem Bildschirm befinde mich irgendwie noch in "kultureller Stimmung", als auch schon die kalte Dusche kam. So erzählt Weichselbraun im Fernsehen, dass die Tanzeinlagen dieses Jahr zum ersten Mal in der Geschichte des Balls von einer Tanzlehrerin einstudiert wurden. Und danach schwärmte sie bestimmt fünf Mal, dass die Tänze dadurch so einen "weiblichen Touch" bekommen hätten. Bestimmt fünf Mal!

Da hätte ich gleich wieder mit dem Kopf zwanzig Mal irgendwo dagegen rennen können!

Gruß, Kurti

Die Opernballin

Gismatis, Basel, Friday, 04.03.2011, 10:40 (vor 5433 Tagen) @ Kurti

Hat die Moderatorin wirklich «Tanzlehrerin> gesagt? Dann würde ich den Satz nämlich so verstehen, dass es vorher keinen Tanzlehrer gab, weder einen männlichen noch einen weiblichen. Meinte sie hingegen, dass vorher immer ein Mann dafür zuständig war und jetzt zum ersten Mal eine Frau, hätte sie «weiblicher Tanzlehrer> sagen müssen.

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Nackte Hystrie!

FEMhunter, Friday, 04.03.2011, 11:27 (vor 5433 Tagen) @ Kurti

Das kannst du getrost unter der Rubrik "Hysterie" verbuchen. Es ist eben momentan "in", dass FrauInnen alles können und überall mitmischInnen müssen.

Wenn´s um die Wehrpflicht geht, dann wirst du solche O-Töne nicht hören. Denn da gibt´s keine Rosinen!

Wikipedia sagt dazu:

"Die Hysterie ist eine Bezeichnung für eine neurotische Störung, bei der Geltungsbedürfnis, Egozentrismus und ein Bedürfnis nach Anerkennung zwar im Vordergrund stehen, sie jedoch oft mit dem Symbol eines Paradiesvogels in Verbindung gebracht wird, da sie zu differenziert ist und dadurch kein einheitliches Erscheinungsbild aufweist. Dies war unter anderem ein Grund dafür, dass sie aus den gängigen Diagnosemerkmalen wie die der ICD der WHO oder des DSM der APA in ihrer ursprünglichen Form gestrichen wurde. Traditionell wurde die Hysterie durch ein vielfältiges körperliches Beschwerdebild ohne organische Grundlage charakterisiert, z. B. Gehstörung, Bewegungssturm, Lähmungen, Gefühlsstörung, Ausfall der Sinnesorgane wie z. B. Blindheit oder Taubheit. Den Begriff der hysterischen Persönlichkeit prägte der bedeutende deutsche Psychoanalytiker Fritz Riemann. Demnach ist der Hysteriker einer von vier Grundtypen der Persönlichkeit.

Der Begriff „Hysterie“ erscheint unter anderem deshalb problematisch, weil ihm eine pejorative Bedeutung anhaftet, die mit der vorgeblich geschlechterspezifischen Bindung zusammenhängt, weshalb man heute eher den Begriff „Konversionsstörung“ für o. g. Symptome verwendet. Sehr lange wurde Hysterie sogar als eine ausschließlich bei Frauen auftretende, von einer Erkrankung der Gebärmutter ausgehende psychische Störung verstanden. Frauen, die unter Hysterie leiden, weisen diesem Krankheitsverständnis nach häufig bestimmte Persönlichkeitsmerkmale auf (ichbezogen, geltungsbedürftig, kritiksüchtig, unreflektiert etc.).

Manche Erscheinungsformen der Hysterie wurden als subtiler Kampf gegen (männliche) Übermacht gedeutet. Allerdings gibt es auch Theorien, die die Macht der Mutter ins Zentrum stellen bzw. die der Mutter-Kind-Bindung. Die Pathologisierung und Behandlung ließen diese Verhaltensweisen einerseits als Krankheit gelten; gleichzeitig jedoch stellten sie die angegriffene Übermacht auf anderer Ebene wieder her. Dies kam beiden Seiten der Arzt-Patient-Beziehung, der Patientin und dem Arzt, entgegen."

Für uns Maskulisten ...

Kurti, Wien, Friday, 04.03.2011, 19:45 (vor 5432 Tagen) @ Gismatis

... ist das generische Maskulinum (Heißt das so?) etwas ganz Natürliches.
Beim Rest der Welt sieht es schon anders aus.

Gruß, Kurti

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