Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

233.682 Postings in 30.704 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Vorsicht !

Timothy, Sunday, 27.02.2011, 16:15 (vor 5437 Tagen) @ Sachse

* 92% der Bevölkerung unter 45 Jahren sind der Meinung:
Voraussetzung für die Geburt von Kindern ist, „dass möglichst ein
Einkommen für die Familie ausreicht“.

Du ziehst daraus den Schluss das die Menschen daher zu 92% Prozent für das Alleinverdienermodell seien, dem ist aber nicht so. Die Deutschen sind ein sehr risikoaverses Folk, scheuen sich also davor Risiken einzugehen.

Dass das Einkommen eines Partners möglichst ausreichen sollte, bedeutet daher bei der Mehrheit der Leute nicht zwangsläufig, dass sie wollen, dass ihre Frau den ganzen Tag zuhause ist, sondern bei vielen auch, dass die Familie auch dann noch gut über die Runden kommen sollte, wenn einer der beiden arbeitslos wird. Für viele der Frauen die mit ja antworten wird es auch bedeuten, dass ihr Mann soviel verdienen soll damit sie jederzeit aus ihrem Job aussteigen können, wenn sie keine Lust mehr auf Erwerbsarbeit haben.

* 56% der Gesamtbevölkerung und 64% der Eltern mit Kindern unter 18
Jahren erwarten als Schwerpunkt der Familienpolitik, „… es jungen
Familien mit Kindern zu erleichtern, dass ein Elternteil eine Zeit lang
ohne große finanzielle Einbußen aus dem Beruf aussteigen kann.“

Beim Ehegattensplitting ist dies wieder so eine Sache. Da in der Ehe in der Regel sämtliches Einkommen für beide verwendet wird, halte ich das Ehegattensplitting eigentlich für selbstverständlich.

Aber:
Das Ehegattensplitting ist für viele Männer ein wichtiger Grund zu heiraten und sich somit unkalkulierbaren Risiken in Bezug auf Scheidung auszusetzen, daher bin ich ebenfalls für die Abschaffung. Zumindest solange, bis die Ehe für Männer wieder tragbar ist. Und auch dann sollte das Splittingmodell ab einem gewissen Kindesalter an eine Mindestarbeitszeit des weniger verdienenden Partners gebunden sein. Das Ehegattensplitting schadet Männern und nützt Frauen, zumindest beim Eherecht in der jetzigen Form. Das Ehegattensplitting ermuntert Frauen ebenfalls dazu, ihren Beruf im Falle einer Geburt aufzugeben bzw stark einzuschränken.

Was uns zum zweiten wichtigen Punkt bringt:
Wenn wir wollen, dass Frauen im Falle einer Scheidung nicht auf der faulen Haut sitzen können mit der Begründung, dass Kinder da sind, und Männer ihr halbes Leben lang Betreungsunterhalt sowie "IchhabmeineKarrierefürdieFamilieaufgegeben" Unterhalt zahlen müssen, dann können wir nicht auf der anderen Seite fordern das Frauen möglichst lange und staatlich gefördert zuhause bei den Kindern bleiben.

Denn dann ist es klar und verständlich, dass die Richter im Sinne des Kindeswohls genauso "klassisch" urteilen, dass die Frau auch weiterhin nicht arbeiten muss.

Und so klassisch ist diese "klassische Familie", bei der die Frau gar nicht arbeitet und den ganzen Tag bei den Kindern ist bzw enorm viel Zeit zur "Selbstverwirklichung" hat ja auch nicht. Vielmehr ist es doch ein Phänomen der Neuzeit, ein Phänomen der Wohlstandsgesellschaft. Und entwickelt hat sich diese "klassische Familie" ja auch nicht dem Kindeswohl wegen, sondern weil die Männer ihren Frauen was gutes tun wollten.
Genauso wie sie Waschmaschinen, elektrische Backöfen, Herde usw. erfanden.

Und womit dankten die Frauen es den Männern? Mit Feminismus noch und nöcher!

--
"In dubio pro femina - Im Zweifel für die Frau"

Grunsatz westlicher Gesetzgebung und Rechtsauslegung


gesamter Thread:

 

powered by my little forum