OT: Das Euro-System wird immer fantastischer
Rätselraten um Bundesbank-Milliarden-Hilfen
Die Krisenhilfe der Deutschen Bundesbank an andere Zentralbanken im Euro-Raum sorgt für anhaltende Diskussionen und Rätselraten. Auslöser war die Meldung der WirtschaftsWoche am Wochenende, die von einem rasanten Anstieg der Forderungen der Frankfurter Währungsbehörde an das Euro-System berichtete. Die Außenstände, unter anderem auch gegenüber Euro-Krisenländern, nahmen von 18 Milliarden Euro zum Jahresende 2006 auf 338 Milliarden Euro zum Jahresende 2010 zu.
Weder die Deutsche Bundesbank noch die Europäische Zentralbank (EZB) sahen sich in der Lage, die Gründe für den Anstieg schlüssig zu erklären ...
Ehemalige Notenbanker hüllen sich in Schweigen. Otmar Issing, früherer Chefvolkswirt der Bundesbank und der EZB, sagte gegenüber der WirtschaftsWoche: "Ich möchte dazu nicht Stellung nehmen." Auch der frühere Bundesbank-Vorstand Hans Georg Fabritius wollte sich nicht äußern. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Unions-Fraktion im Deutschen Bundesbank, Michael Meister, sagte: "Eine unabhängige Notenbank entscheidet unabhängig, was sie tut. Die Bundesbank ist allein dem Gesetz verpflichtet."
vollständiger Artikel auf WiWo
Also, irgendwer hat sich 338 Milliarden Euro in Frankfurt gepumpt, aber keiner verrät, warum, wieso und wofür.
Hallo?!
Gruß
Zeitgenosse
PS: Ebenfalls in der WiWo äußert sich der ehemalige Bundesbank-Präsident Schlesinger zu der Praxis, die Schrottanleihen von Defizitländern über die EZB aufzukaufen:
Ziel dieser Aufkäufe ist, die Zinsen für hoch verschuldete Euro-Länder niedrig zu halten. Damit verfälscht die EZB Information, die der Markt über die Lage dieser Länder gibt. Daneben reduziert diese Form der Staatsfinanzierung den Zwang zur Stabilisierung in diesen Ländern. Aber schlimmer noch: Es ist die Methode der Kriegsfinanzierung Deutschlands im Ersten Weltkrieg, der Kriegsfinanzierung Deutschlands im Zweiten Weltkrieg und der Kriegsfinanzierung vieler anderer Länder. Ergebnis war überall Inflation oder Währungsreform. Selbst in den Siegerländern hat es bis zu zehn Jahre gedauert, bis der inflationäre Geldüberhang wieder mit der wirtschaftlichen Kapazität des eigenen Landes in Einklang gebracht werden konnte.
http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/der-kleine-falke-457673/
