Hollstein: "Frauenquote - Auf Kosten der Männer"
jens_, Sunday, 20.02.2011, 14:46 (vor 5444 Tagen)
Gerade bei Arnes Blog gefunden:
Walter Hollstein meldet sich wieder zu Wort - mit einem guten und ausgewogenen Kommentar wie ich finde:
Die Debatte um die Frauenquote übersieht, dass Frauen längst keine armen Opfer mehr sind. Der wahre Skandal liegt darin, dass die Gesellschaft die Benachteiligung von Männern systematisch ausblendet.
[...]
Der zeitgenössische Frauendialog ist Geschlechterkampf pur um Macht. Ein Beispiel dafür ist die gegenwärtige Diskussion um Quoten in 6000 oder 7000 Spitzenpositionen der Wirtschaft.
http://arnehoffmann.blogspot.com/2011/02/professor-hollstein-frauenquote-auf.html
Hollstein: Gut gemeint aber zu viele Illusionen
Cardillac, Sunday, 20.02.2011, 21:00 (vor 5444 Tagen) @ jens_
Für uns steht in diesem recht ausführlichen Artikel nicht viel Neues drin, aber mann muss anerkennen, dass er erstens keine Pudeleien enthält und zweitens in der Financial Times an bedeutender Stelle platziert wurde und gegen den Quotenwahn recht gut anzuargumentieren weiß.
Hollstein geht es erkennbar darum, das Prinzip der Frauenförderung nun auch endlich mal für die Männer anzuwenden. Damit habe ich so meine Schwierigkeiten, denn dies würde eine weiter Aufblähung staatlicher Kontrollbefugnisse und Implementierung weiterer Genderbürokraten bedeuten. Der Staat würde sich zum Richter und Planer dafür machen, was als männlich erlaubt und förderungswürdig ist. Im Übrigen würde das eine gewaltige Summe kosten.
Ich glaube, die 1970 – 2000-er Jahre lassen sich für die Männer nicht imitieren. Für linksreformistische Projekte, wie sie den Frauen in diesem Zeitraum zugute kamen, ist längst kein Geld mehr da. Die Finanz und Verschuldungskrise ist zum Dauerzustand geworden. Überall wo der Staat eingreift, fördert er gesellschaftliche Desintegration, Verarmung und Entrechtung der Bevölkerungsmehrheit. Wenn die Männer nun langsam aufwachen, können sie aus den Rezepten der staatsfeministischen Lobbyarbeit für sich nichts mehr lernen. Ihre Situation ist eine völlig andere. Die Erfolgsgeschichte des Feminismus lässt sich für sie nicht wiederholen.
Es ist die Illusion, (die möglicherweise auch Arne Hoffmann teilt), von Hollstein als ginge das. Vorgänge in Sachsen und Berlin zeigen jedoch , dass selbst der fette, wohletablierte Staatsfeminismus seinen Zenit mittlerweile überschritten hat und zerfällt. Dies hat er nicht den Männerrechtlern zu verdanken, sondern einfach der Tatsache, dass die Regulierungsfähigkeit des Staates als ganzes langsam erlischt. Der Staat als Helfer der Emanzipation wird wohl nicht in Anspruch genommen werden können, egal wie laut das Bundesforum schreit und nach Geld und Pöstchen lechzt.
Es ist nicht gesagt, dass der Antifeminismus humane Zustände schafft, nur weil er antifeministisch ist. Was verhindert werden muss ist, dass Entstaatlichung dasselbe wird wie Entgesellschaftlichung. Die Aussicht, dass nach dem Ende des Genderstaates ein Mafiasyndikat dessen Macht beerbt (wie im Kosovo), sollte jetzt schon problematisiert werden. Man beobachte die Eu-gelben, die ganz klar Anzeichen für diese negative Option erkennen lassen
Hollstein: Gut gemeint aber zu viele Illusionen
Hengst, Sunday, 20.02.2011, 22:07 (vor 5444 Tagen) @ Cardillac
Die Aussicht,
dass nach dem Ende des Genderstaates ein Mafiasyndikat dessen Macht beerbt
(wie im Kosovo), sollte jetzt schon problematisiert werden. Man beobachte
die Eu-gelben, die ganz klar Anzeichen für diese negative Option erkennen
lassen.
Inwiefern?
Hollstein: Gut gemeint aber zu viele Illusionen
Rechter, Monday, 21.02.2011, 02:44 (vor 5444 Tagen) @ Cardillac
Zeitraum zugute kamen, ist längst kein Geld mehr da. Die Finanz und
Verschuldungskrise ist zum Dauerzustand geworden. Überall wo der Staat
eingreift, fördert er gesellschaftliche Desintegration, Verarmung und
Entrechtung der Bevölkerungsmehrheit.
Äh was? *hust* Das schreibst du, ein bekennender Linker? Bist du vom Glauben abgefallen oder was?
Regulierungsfähigkeit des Staates als ganzes langsam erlischt. Der Staat
als Helfer der Emanzipation wird wohl nicht in Anspruch genommen werden
können, egal wie laut das Bundesforum schreit und nach Geld und Pöstchen
lechzt.
Wie wahr. Der Staat wurde, zunächst als Sozialstaat, später zunehmend als "social engineer", in einem Maße aufgebläht, daß das nicht mehr gut gehen kann. Die Staatsverschuldung spricht Bände dazu. Vor allem die nicht offzielle.
Meine Verwunderung wird aber immer größer. Reden jetzt schon Kommunisten dem freien Spiel der Kräfte das Wort?
Es ist nicht gesagt, dass der Antifeminismus humane Zustände schafft, nur
weil er antifeministisch ist.
Das ist zweifellos richtig. In einer freien Gesellschaft gibt es viel Leid und Not. Ein Fehler heute ist, daß "human" nur in Geld gedacht wird, also mehr Kohle für die und für jene. Ganz außer Acht gerät dabei die menschliche Würde. Die kann der Antifeminismus aber sehr wohl wiederherstellen.
Was verhindert werden muss ist, dass
Entstaatlichung dasselbe wird wie Entgesellschaftlichung. Die Aussicht,
dass nach dem Ende des Genderstaates ein Mafiasyndikat dessen Macht beerbt
(wie im Kosovo), sollte jetzt schon problematisiert werden.
Wir haben es ja auch schon jetzt. Oder sind Merkel, Guttenberg und co. keine Berufskriminellen?
Man beobachte
die Eu-gelben, die ganz klar Anzeichen für diese negative Option erkennen
lassen
Was meinst du konkret?
Hollstein: Gut gemeint aber zu viele Illusionen
Cardillac, Monday, 21.02.2011, 15:50 (vor 5443 Tagen) @ Rechter
Meine Verwunderung wird aber immer größer. Reden jetzt schon Kommunisten
dem freien Spiel der Kräfte das Wort?
Auf gar keinen Fall. Man muss aus dem immergleichen Spiel raus: Gegen den Staat wird die Marktliberalität zur Hilfe gerufen und gegen die Destruktionskräfte des freien Marktes soll uns dann wieder der Staat helfen. Beide Instanzen "bürgerlicher Vergesellschaftung" gehen ihrem Ende entgegen; man kann nicht mehr die eine gegen die andere ausspielen. Ausweg: Abschaffung von Lohnarbeit, Staat, Kapital und Warenform in einer Kette revolutionärer Änderungen. Erster Schritt zur Abschaffung des Staates wäre seine Ersetzung durch rätedemokratische Strukturen und allgmeine Volksbewaffnung. Mehr Erfahrungen liegen aus der Praxis nicht vor.
Man beobachte
die Eu-gelben, die ganz klar Anzeichen für diese negative Option
erkennen
lassen
Was meinst du konkret?
Ein Faible für gewisse verrottete Gestalten des mafiösen Kapitalismus, z.B. Berlusconi findet man dort bei einigen Exponenten. Die ständige Androhung individualisierter Gewalt, Beleidigungen und Progromstimmung anstelle von Aufklärung und Zugeständnis von Lernprozessen. Hang zur persönlichen Denunziation, Ethnisierung sozialer Konflikte, religiöse Sektiererei..., als Forum so eine Art CluCluxClan...
Ist dort aber nicht alles schlecht. Bin dort gesperrt und kann deshalb an der Diskussion nicht mehr teilnehmen.
PS: Max zieht um!?!? Was Schlimmes? Meine Anteilnahme wäre echt!
Hollstein: "Frauenquote - Auf Kosten der Männer"
Dummerjan, Monday, 21.02.2011, 08:00 (vor 5443 Tagen) @ jens_
Folgende Frage: Die Quotendiskussion betrifft ja die VOrstands- oder Aufsichtsratsposten in der freien Wirtschaft. Nun gibt es aber eine Vielzahl von sozialen, gemmeinnützigen Unternehmen und Stiftungen etc.
Dort scheinen aber ausschliesslich Frauen die Führungspositionen inne zu haben - von der Abteilungsleitung bis zur Geschäftsführung.
Täuscht mein Eindruck?
Hollstein: "Frauenquote - Auf Kosten der Männer"
Holger, Monday, 21.02.2011, 14:16 (vor 5443 Tagen) @ Dummerjan
Nein.
Für sämtliche Körperschaften des Öffentlichen Rechts gilt das Tussenbevorzugungsgesetz des Öffentlichen Dienstes.
Pudelorganisationen wie amnesty etc. machen es aus freien Stücken
Hollstein: "Frauenquote - Auf Kosten der Männer"
Steuerzahler, Monday, 21.02.2011, 15:54 (vor 5443 Tagen) @ jens_
Das angeblich starke Geschlecht stirbt in den Industrienationen sechs Jahre früher als das vermeintlich schwache. Wie wäre der feministische Aufschrei, wenn es umgekehrt wäre?
Beachtlich!
Kompliment Herr Holstein!