OT: Das Hexen-Einmaleins des Dollar
Der Tagesanzeiger berichtet:
Das masslose Privileg der USA besteht eigentlich aus drei Unterprivilegien. Das erste ist die sogenannte Seigniorage. Die Herstellung einer 100-Dollar-Note kostet die US-Notenbank ein paar Cents, doch alle anderen müssen dafür den gesamten Gegenwert in Gütern oder Dienstleistungen aufbringen. Derzeit zirkulieren Dollarnoten im Wert von rund 500 Milliarden ausserhalb von Nordamerika, für die der entsprechende Gegenwert geleistet werden musste. Bei einer 14-Billionen-Dollar schweren Volkswirtschaft ist das aber bloss ein netter Zustupf, mehr nicht. Das zweite Teilprivileg besteht darin, dass sich die USA billig verschulden können, weil ihre Staatsanleihen von den Notenbanken dieser Welt als Reserve gehalten werden. Schliesslich können sich amerikanische Unternehmen teure Absicherungsgeschäfte ersparen, weil die meisten Rohstoffe und Handelsgüter in Dollar abgerechnet werden und Währungsschwankungen deshalb kaum von Bedeutung sind.
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Nicht nur die Finanzkrise hat dem Dollar als Leitwährung zugesetzt, er leidet auch unter einer strukturellen Schwäche, dem «Triffin-Dilemma>. Der Ökonom Robert Triffin hat schon 1947 in einer berühmten Studie gewarnt, dass jede Leitwährung früher oder später in Schwierigkeiten gerät. Die Notenbank des herausgebenden Staates muss die Welt mit ihrer Währung überschwemmen, um so die Wirtschaft anzukurbeln. Genau diese Geldflut führt jedoch dazu, dass das Vertrauen in diese Währung schwindet. Zum ersten Mal wurde der Dollar 1971 vom Triffin-Dilemma getroffen, als der damalige Präsident Richard Nixon sich weigerte, weiterhin Dollars zu einem fixen Kurs gegen Gold einzutauschen. Jetzt ist der Greenback wieder in Nöten. Die Geldschwemme der US-Notenbank hat zu einem massiven Kurssturz des Dollar und zu einem Vertrauenseinbruch geführt.
Gruß
Zeitgenosse