Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Hexenverfolgung. Die Hexen von Winningen.

der_quixote, Absurdistan, Monday, 14.02.2011, 22:37 (vor 5450 Tagen)

Auf der Spur "Die Hexen von Winningen"

Auf der Spur

Hexen in Winningen? Die Hexen von Eastwick kennen viele. Aber die Hexen von Winningen? Wir gehen einem der faszinierendsten Kapitel der neuzeitlichen Geschichte nach. Zwischen 1631 und 1653 fielen 20 Winninger der Hexenverfolgung zum Opfer. Die Zahl erstaunt. Aber noch viel erstaunlicher sind die Umstände der Hexenprozesse.

Wir räumen auf mit Klischees über runzlige alte Frauen auf Besen, die durch die dunkle Nacht schweben. Bei den Winninger Hexen handelte es sich um ganz normale Bürger und Bürgerinnen. Ihr einziges Problem: Sie hatten mächtige Feinde. Die Hexenverfolgung war vor allem ein Mittel zur Lösung gesellschaftlicher Konflikte.

Die Zielgruppe: die führende Schicht der Schöffen, Hofmänner, Bürgermeister und großen Winzer. Ihre Gegner: aufstrebende, junge Ehrgeizlinge, die an die Macht in Winningen wollten. Sie profitierten von einer extremen Notsituation: Deutschland war gebeutelt von den Folgen des Dreißigjährigen Krieges, von einer Klimakatastrophe, von Missernten und Hunger. Die Menschen waren zermürbt und konnten sich keinen Reim machen auf all die fremden Krankheiten, Seuchen, das schlechte Wetter. Nur allzu bereitwillig glaubten sie, dass all dieses Elend auf Zauberei und Hexerei zurückzuführen sei. Alle, wirklich alle, Arme wie Reiche, Gelehrte und Ungebildete, auch die Geistlichen, glaubten an die Hexerei, die Schuld an fast allem sein sollte. Das kam vielen gelegen, die ihre Feinde loswerden wollten. Die Hexenverfolgung wurde zur Waffe im alltäglichen Kampf gegeneinander.

Wir widmen uns einem sagenumwobenen Thema und geben ihm ein Gesicht: Hans Wilhelm Möhlich, ein Winninger, der 1653 auf dem Scheiterhaufen der Hexenverfolgung landete. Sein trauriges Schicksal zieht sich als roter Faden durch den Film – von seiner Festnahme in Winningen, über seinen Prozess in Kastellaun und seine Hinrichtung in Bell. Mit Hilfe von Originalunterlagen in den Archiven von Winningen, Koblenz und Bad Münstereifel gelingt es Spurensucherin Julia Melan und ihrem Team, einen lückenlosen und spannenden Geschichtskrimi zu verfilmen. Fesselnd und emotional. Regionalgeschichte, die in den Bann zieht.

Wirklich "Die" Hexen?"

Ich habe mir diese Doku angeschaut und es ging nur am Rande um Frauen die auch betroffen waren.

Ansonsten wurden Männer genannt.

Hex Hex!

Sollte Mann vielleicht mal mit aufräumen, mit diesen Ammenmärchen von der Rothaarigen verbrannten Frau.

Eher war es wohl der oder die erfolgreiche Geschäfts- Mann und Frau...

Das hat wohl nix mit dem Geschlecht zu tun, sondern mit überbordendem Neid

Was Damals wohl sehr gefährlich war, heute aber über Quoten- Forderung und Befriedigung ausser Funktion scheint...

:-()

Hans Wilhelm Möhlich, ein Winninger, der 1653 auf dem Scheiterhaufen der Hexenverfolgung landete. Sein trauriges Schicksal zieht sich als roter Faden durch den Film – von seiner Festnahme in Winningen, über seinen Prozess in Kastellaun und seine Hinrichtung in Bell.

Er wurde nach Kastellaun verbracht, nachdem Bürger- INNEN erheblichen Protest erhoben und die Obrigkeit um den vorhergesehenen Abschluss des Hexenverfahrens bangte. (Welch eine Courage für diese Zeit, von diesen Bürgern!).

Genützt hat es Ihm freilich nichts. Rübe war ab!

Heute erschröcket man zuweil darüber, wie schnell Weiland eine Rübe rollte.

Aber den versteckten Wunsch, diese Runkelrübe, ich nenne keinen namen rollen zu sehen...

[link=http://]http://anonym.to/?http://http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Rubens_Medusa.jpeg&filetimestamp=20061216143325[/link]

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Man(n) sollte (s)eine Frau welche schweigt niemals unterbrechen...

Kärntens Hexen waren Männer

Medien, Tuesday, 15.02.2011, 00:26 (vor 5449 Tagen) @ der_quixote

http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/2345160/kaerntens-hexen-waren-maenner.story

Kärntens Hexen waren Männer

Forscher haben unbekannte Erkenntnisse über die Zeit der Hexenprozesse in Kärnten zutage gefördert. Die meisten Verfolgten waren Bettler. Richter wussten den Aberglauben aber auch für persönliche Interessen zu nutzen.

Dazu passt auch @Roslins Beitrag in einem anderen Forum:

Die Zahl der Opfer der Hexenverbrennungen wurde lange Zeit maßlos übertrieben. Heute schätzt die seriöse Forschung, dass ca. 40-50000 Menschen hingerichtet wurden, in 200 Jahren(!), in ganz Europa (!!)

In der gleichen Zeit wurden mehrere Hunderttausend Menschen als Ketzer und Häretiker hingerichtet, davon 90% oder mehr Männer.

Siehe dazu diesen ausführlichen Artikel:

http://www.historicum.net/themen/hexenforschung/thementexte/rezeption/art/Neun_Millionen/html/ca/0e43e9dea3/

Hexenverfolgung als Genozid an Frauen zu beschreiben ist also einer der üblichen feministischen Opfermythen, zumal das Gros der angeblich Verhexten, derjenigen also, die behaupteten, Opfer von Hexen geworden zu sein, Frauen stellten, wie sich aus den erhaltenen Prozessakten ergibt.

Und diese Frauen forderten oft von ihren Männern/den Behörden Schutz vor den bösen Mächten ein, erwarteten Verfolgung der von ihnen denunzierten ÜbeltäterInnen

Wer die feministische Geschichtsklitterung dazu lesen will: "Meredith Haaf" im Spiegel

Medien, Tuesday, 15.02.2011, 00:54 (vor 5449 Tagen) @ Medien

Historiendrama "Die Wanderhure"

Zuckerschnute in finsterer Zeit

Von Meredith Haaf

Das Mittelalter ist düster, die Männer sind Brutalos und triebhaft: Die Bestsellerverfilmung "Die Wanderhure" mit Alexandra Neldel spart nicht an Klischees. Schade eigentlich - denn die Sat.1-Großproduktion hat Frauenfiguren zu bieten, die rar sind im Unterhaltungs-TV.

Es gibt nur eine deutsche Schauspielerin, die es schafft, auch nach einer Szene, in der ihre Figur von einem fetten, dreckigen Soldaten vergewaltigt wird, noch mal versonnen einen Blick über die Schulter zu werfen und dabei total goldig auszusehen: Alexandra Neldel.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,721073,00.html

Kärntens Hexen waren Männer

hoerer, Tuesday, 15.02.2011, 02:33 (vor 5449 Tagen) @ Medien

Hexenverfolgung als Genozid an Frauen zu beschreiben ist also einer der üblichen feministischen Opfermythen, [...]

Eine - vielleicht sogar rothaarige - Frau, die unter viel Gekreische verbrennt, bleibt eben nachhaltiger in Erinnerung als ein Mann, der still dahinbrennt.
Statistik ist immer verzerrt in die Richtung, die man sich besser merkt

Richtigstellung

Chato, Tuesday, 15.02.2011, 09:04 (vor 5449 Tagen) @ Medien

In der gleichen Zeit wurden mehrere Hunderttausend Menschen als Ketzer und Häretiker hingerichtet, davon 90% oder mehr Männer.

Diese Zahlenangabe ist irreführend bzw. sachlich schlicht und einfach unrichtig.

Aus Link Nr. 1: "Die kirchliche Inquisition hatte nicht die Befugnis, Todesurteile oder Körperstrafen durchzuführen. Todesurteile wurden von der Inquisition nicht ausgesprochen, Beklagte wurden bei Schuldsprüchen an weltliche Gerichte überstellt, die ihrerseits Strafen verhängen konnten. Die Zahl der so gefällten Todesurteile ist wissenschaftlich nicht genau festzulegen, kommt aber bei weitem nicht an die Schauermärchen aus Kulturkampfzeiten heran. Die Schätzung von 30.000 bis 100.000 für ganz Europa zwischen dem 12. und dem 18.Jh. ist plausibel. Die Toten der Hexenverfolgungen sind nur zu einem verschwindenden Anteil der Inquisition zuzuordnen; der weitaus größere Teil fiel lokalen weltlichen Gerichten zum Opfer. Der Hexenwahn war ohnehin in protestantischen Regionen ausgeprägter, als in katholischen."

Aus Link Nr. 2: "Es gibt seit 2006 ein höchstinteressantes Werk zu diesem Thema, das allerdings vielen nicht behagen wird, weil man von liebgewonnenen Klischees Abschied nehmen muß.

Arnold Angenendt: Toleranz und Gewalt. Das Christentum zwischen Bibel und Schwert (2006)

Angenendt, ein sehr angesehener Mediävist, räumt auf mit den Klischees vom "finsteren Mittelalter" und der "bösen" Kirche, die Millionen und Abermillionen Menschen auf dem Gewissen hat.

Ein Beispiel: die Opfer der Inquisition beziffert Angenendt mit 97 (römische Inquisition) und 6000, sofern es um die gefürchtete spanische Inquisition geht.

Ein anderes Beispiel: die Opfer des Hexenwahns, der ja kein christliches oder gar kein katholisches Phänomen war, sondern ein germanisches (in Italien oder Spanien war Hexerei kein Thema). Angenendt beziffert die Zahl, wie andere seriöse Forscher auch, auf etwa 50.000, darunter rund ein Viertel Männer. Die irrwitzige Zahl von 6 Mio geht übrigens auf die nationalsozialistische Hetze gegen die Kirche zurück. Interessant, gell?

Man fragt sich natürlich, warum die absurden Zahlen in die Welt gesetzt und nachgebetet werden. In den meisten Fällen geht es wohl nicht um ernsthaftes Interesse an der Geschichte, sondern eher darum, der Kirche "eins reinzuwürgen" und sie heute zu treffen und zu diffamieren. Und viele brave Katholiken spielen das Spiel auch noch mit und zerfleischen sich und rennen mit schlechtem Gewissen herum.

Ob dies aber die Fans von Drewermann und Deschner interessiert? ich fürchte, nein." (Zitat Ende)
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Nick

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Wenn wir Toren wüßten, daß wir welche sind, wären wir keine.

Anmerkung

Narrowitsch, Berlin, Tuesday, 15.02.2011, 12:11 (vor 5449 Tagen) @ Chato

Angenendt, ein sehr angesehener Mediävist, räumt auf mit den Klischees
vom "finsteren Mittelalter" ....

Dass das Klischee vom "finsteren Mittelalter" auch im 21. Jahrhundert fest in den Köpfen - nicht nur deutscher?- "Volksgebildeter" fest verankert ist, zeigt, was es mit dem Bildungsgesabbel (auch wirtschafts-)politischer Wichtigtuer auf sich hat. Jeder Esel, der sich je ein wenig in Kunstgeschichte umsah, weiß vom treibenden Zeitgeist der Gotik: Dem Streben meterdicker Mauern zu durchbrechen, Licht und Farbe in das Halbdunkel fester Bauten zu holen. Ganz so finster, wie kolportiert, war das Mittelalter wohl doch nicht.

Gegenwärtige Bildung beschränkt sich auf Ausstattung der Menschenmassen mit Fähigkeiten, die die Wirtschaft fordert.Geschichte zählt nur insofern dazu, als sie per Unterricht und Studium allerlei Volks mit Scheineinsichten in politische, namentlich außenpolitische, erwünschte Denkschablonen ausstattet. Und die betreffen bei weitem nicht nur Hexen, Kirche und Inquisition - sie betreffen alles Denken zu den großen Fragen der Menschheit: Woher kommen wir, was sind wir, wohin gehen wir....

Ob dies aber die Fans von Drewermann ....

Drewermann hält sich, wenn ich nicht irre, für die Reinkarnation des Giordano Bruno. Nicht ausgeschlossen er tät gern den Scheiterhaufen besteigen, als Märtyrer der Moderne. Selbst das verweigert ihm die Kirche. Nicht einmal für einen Platz im Tollhaus macht sie sich stark, was für ein Saustall...

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Extemplo simul pares esse coeperint, superiores erunt-

Den Augenblick, sowie sie anfangen, euch gleich zu sein, werden sie eure Herren sein.

Richtigstellung

Robert ⌂, München, Tuesday, 15.02.2011, 13:36 (vor 5449 Tagen) @ Chato

Aus
Link Nr. 1:
"Die kirchliche Inquisition hatte nicht die Befugnis,
Todesurteile oder Körperstrafen durchzuführen. Todesurteile wurden von
der Inquisition nicht ausgesprochen, Beklagte wurden bei Schuldsprüchen an
weltliche Gerichte überstellt, die ihrerseits Strafen verhängen konnten.
Die Zahl der so gefällten Todesurteile ist wissenschaftlich nicht genau
festzulegen, kommt aber bei weitem nicht an die Schauermärchen aus
Kulturkampfzeiten heran.

Ganz toll.

Kirche und Inquisition sind nicht schuld an den Todesurteilen, denn die Inquisition hat ja die Beklagten nur schuldig gesprochen. Das Todesurteil haben dann die weltlichen Gerichte ausgesprochen ...

Robert

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Wolfgang Gogolin "Diese Hymnen für Frauen erinnern an das Lob, das einem vierjährigen Kind zuteil wird, weil es endlich nicht mehr in die Hose kackt, sondern von allein aufs Töpfchen geht."

Seid ihr heute denn nicht die Schmiede eures Glücks?

Chato, Wednesday, 16.02.2011, 00:06 (vor 5448 Tagen) @ Robert

Ganz toll.
Kirche und Inquisition sind nicht schuld an den Todesurteilen, denn die
Inquisition hat ja die Beklagten nur schuldig gesprochen. Das Todesurteil
haben dann die weltlichen Gerichte ausgesprochen ...

Ja, Robert, in der Tat eine sehr weise und segensreiche Lösung des Problems, um zu allem entschlossene Demagogen und Volkszersetzer effektiv an der Durchführung ihres verderblichen Tuns zu hindern. Dieses Problem besteht nämlich immer und überall auf der Welt, an jedem Ort und zu allen Zeiten. Die Frage ist bloß, wie man praktisch damit umgeht und klarkommt, und gerade bezogen auf diese Frage lautet das Urteil über die Heilige Inquisition, daß sie extrem human und effektiv gewesen ist und darin alles übertraf, was sonst noch so auf der Welt gegeben hat.

Die römische Inquisition war die mildeste und weiseste von allen, da sie von den politischen Erwägungen weltlicher Potentaten weitestgehend frei gewesen ist. Die Hauptmethode der Inquisition war das gütliche Gespräch. Die allermeisten ihrer Verfahren endeten mit Einstellung bzw. ohne ein Urteil. Mit einem Minimum an Toten hat sie so mehr als ein halbes Jahrtausend lang ein Maximum an Sicherheit für die christlichen Völker geschaffen. In den 700 Jahren des Bestehens der römischen Inquisition wurden aufgrund ihrer Schuldsprüche 97 (in Worten: siebenundneunzig!) Todesurteile gefällt und vollstreckt, in der Mehrzahl der Fälle entgegen der ausdrücklichen Auflage der Inquisition, kein Todesurteil zu fällen. Das sind die extrem humanen Tatsachen.

Mit der Aufklärung und der blutrünstigen Französischen Revolution von 1789 wurden deratige Köpfzahlen nicht etwa in Jahrhunderten, sondern an einem einzigen Tag lässig übertroffen, und mit dem weiteren Fortgang des gottlosen Totalitarismus wurden diese Opferzahlen zügig 6-stellig, 7-stellig und schließlich 8-stellig. Demnächst werden sie 9-stellig und 10-stellig werden, und auch du hast statistisch eine hohe Chance, dich unter ihnen zu befinden. Das sind die grausigen historischen Tatsachen bzw. der aktuelle Ausblick auf die nächste Zukunft, in die wir gerade eintreten.

Wenn man deine Reaktion liest, Robert, dann fragt man sich unwillkürlich, wie man bloß so verblendet sein kann, derart hanebüchene Tatsachen schlechthin "nicht zu bemerken" und sich dabei auch noch "moralisch im Recht" vorzukommen. Meiner Ansicht nach handelt es sich um ein psychopathologisches, völlig irrationales Phänomen, das sich dadurch erklärt, daß, wer die obszönen Leichengebirge der Moderne kleinreden möchte, aus einem Maulwurfshügelchen den Mount Everest zusammenlügen muß, und an dieser monströsen Lüge erstickt er am Ende schließlich, weil die Geister, die er damit rief, nicht mehr loswerden kann. Die werden nämlich zu seinen Gesetzgebern!

Einer von den 97 Exekutierten der römischen Inquisition war Giordano Bruno, der am 17.2.1600 auf dem Campo de Fiori in Rom verbrannt wurde. Der hatte, neben vielen anderen schlimmen Dingen, unter anderem auch das Folgende verfaßt und unter die Leute gebracht:

Betrachtet doch das Wahre, erhebt die Augen zum Baum der Erkenntnis von Gut und Böse, seht den Widerspruch und den Gegensatz, die zwischen dem einen und dem anderen bestehen, achtet genau darauf, wer zu den Männern und wer zu den Frauen gehört.

Hier seht Ihr als Zugrundeliegendes den Körper, der Euer Freund ist, männlich; dort die Seele, die Eure Feindin ist, weiblich.
Hier das männliche Chaos, dort die weibliche Geordnetheit;
hier den Schlaf, dort die Wachheit;
hier den Trägen, dort die Erinnerung;
hier den Haß, dort die Freundschaft;
hier den Argwohn, dort die Sicherheit;
hier den Starrsinn, dort die Freundlichkeit;
hier den Skandal, dort die Friedlichkeit;
hier den Aufruhr, dort die Ruhe;
hier den Irrtum, dort die Wahrheit;
hier den Mangel, dort die Vollkommenheit;
hier den Höllenabgrund, dort die Glückseligkeit;
hier Polihimnio, den Pedanten, dort Polihymnia, die Muse:
schließlich sind alle Laster, Fehler und Verbrechen männlich und alle Tugenden, Vorzüge und Vollkommenheiten weiblich.

Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigkeit, Schönheit, Majestät, Würde werden daher als weiblich bezeichnet, als weiblich vorgestellt, als weiblich beschrieben, als weiblich gemalt, und weiblich sind sie auch tatsächlich.

Die römische Inquisition hatte, wie es bei ihr üblich war, auch bei Bruno ausdrücklich darum gebeten, ihn nicht hinzurichten, und das war ernstgemeint, denn es ging ihr bei ihren Verfahren nie um Rache, sondern einzig um das effektive Abschalten eines hochgefährlichen Monsters. Und Giordano Bruno war eines!

Hundert Jahre später entstand die Freimaurerei, 200 Jahre später fand die von ihr betriebene Französische Revolution mit ihrem Guillotinenterror statt, 300 Jahre später putschten die Bolschewiken in Rußland und überzogen es mit ihrem Gulag-System, und heute, 400 Jahre danach, habt ihr den Feminismus am Hals, den ihr nie mehr loswerdet, weil der euch nämlich vorher beseitigt und ausrottet.

Dieses Schicksal ereilt euch völlig zurecht – weil ihr selbst es so haben wolltet. Das ist nämlich die Freiheit des Menschen: daß er an seiner eigenen, verbohrten Blödheit zugrundegehen darf, indem er sich selbst aus der Welt schießt. Die Freimaurer haben auf dem Campo de Fiori in Rom eine Statue Giordano Brunos aufgestellt. Bei denen dürft ihr euch bedanken, denn von denen habt ihr auch den wunderbaren Feminismus und die ganzen anderen Perversitäten geschenkt bekommen. Also, seid schön artig und sagt danke!

Um so etwas Grauenhaftes wie den Feminismus loszuwerden, bräuchte es zwingend eine effektive Inquisition. Die gibt es aber nun nicht mehr und ihr jubelt und weint vor Glück darüber. Statt dessen habt ihr etwas ganz anderes bekommen, und das werdet ihr NICHT wieder los, denn ihr habt euch selbst entwaffnet. Selber schuld.
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Nick

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Robert ⌂, München, Wednesday, 16.02.2011, 10:02 (vor 5448 Tagen) @ Chato

Nick, du machst zwar viele Worte, aber die gehen an meiner Intention vorbei.

Ich kopier nochmal den von dir verlinkten Text von deinem Posting her:
"Die kirchliche Inquisition hatte nicht die Befugnis, Todesurteile oder Körperstrafen durchzuführen. Todesurteile wurden von der Inquisition nicht ausgesprochen, Beklagte wurden bei Schuldsprüchen an weltliche Gerichte überstellt, die ihrerseits Strafen verhängen konnten. Die Zahl der so gefällten Todesurteile ist wissenschaftlich nicht genau festzulegen, kommt aber bei weitem nicht an die Schauermärchen aus Kulturkampfzeiten heran. Die Schätzung von 30.000 bis 100.000 für ganz Europa zwischen dem 12. und dem 18.Jh. ist plausibel."

Hier wird die kirchl. Inquisition quasi "freigesprochen", weil sie ja die Todesurteile nicht selber ausgesprochen hat, denn sie hat ja "nur" Schuldsprüche über die Delinquenten gefällt, und dann die Drecksarbeit den weltlichen Gerichten überlassen. Steht so im obigen Text.

Das ist das gleiche Niveau, wie wenn man eine Mutter damit verteidigt, daß sie ja nie die Kinder misshandelt hätte, denn das hat ja immer der Vater Abends, wenn er von der Arbeit kam (von ihr dazu angestiftet) getan (a la "warte, bis der Papa nach Hause kommt" ...).

Nebenbei: der Glaube an Hexen und deren böse Zauberkräfte mag damals "Zeitgeist" im Volk gewesen sein (wie heute noch in Afrika), die große Verfolgung der Hexen kam aber m.W. erst in Gang, als die Kirche, damals DIE ethisch richtungsgebende Instanz, mit dem Hexenhammer die Hexenverfolgung quasi legitimierte.

Robert

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Chato, Wednesday, 16.02.2011, 13:45 (vor 5448 Tagen) @ Robert

Robert, ich habe deine Intention durchaus verstanden, bloß haben wir eben nicht dieselbe Intention. Du verurteilst die Inquisition gemäß dem Geist der Zeit und vermißt jetzt meinen Freispruch derselben. Ich hingegen halte ihr Wirken für segensreich und notwendig und bestreite das Recht, sie überhaupt dafür zu verurteilen. Du stellst darauf ab, daß von der Inquisition Verurteilte hingerichtet wurden und daß nicht die Priester selbst dies durchgeführt haben, ich hingegen darauf, daß solche Inquisitionsprozesse heute leider nicht mehr möglich sind und daß deswegen die perversesten Desperados, z.B. Kommunisten, Feministen, Genderisten, Päderasten, Sodomisten, Inzestisten ... die Macht übernommen haben. Ob solche Leute hingerichtet werden sollen, ist mir vollkommen gleichgültig, aber historisch war es nun einmal so gewesen, und das aus gutem Grund, daß nur weltliche Gerichte für Hinrichtungen zuständig gewesen sind. Ich habe nachgewiesen, daß nicht Hinrichtungen das Ziel von Inquisitionsprozessen gewesen sind, sondern rein das effektive Unschädlichmachen von überführten Verbrechern. Auch das ist nun einmal einfach eine Tatsache, die an sich keiner moralischen Bewertung bedarf, sondern eigentlich bloß faktisch zur Kenntnis genommen zu werden braucht.

Das ist das gleiche Niveau, wie wenn man eine Mutter damit verteidigt,
daß sie ja nie die Kinder misshandelt hätte, denn das hat ja immer der
Vater Abends, wenn er von der Arbeit kam (von ihr dazu angestiftet) getan
(a la "warte, bis der Papa nach Hause kommt" ...).

Du steckst voller Feminismus und seiner Prämissen. Sofern es sich nicht um Mißhandlungen, sondern einfach um normale erzieherische Maßnahmen handelt, bedürfte diese Mutter sowieso keiner Verteidigung. Aber das Setting ist ganz anders. Die Mutter wird überhaupt nicht angeklagt, sondern sie selbst erhebt Anklage gegen den Vater, um ihm das Kind zu entziehen. Thema ist nicht sexueller Mißbrauch und Mißhandlung, sonder der feministische Mißbrauch von Mißbrauch und Mißhandlung, und diese Agenda machst du dir "wie automatisch" zu eigen. Ich sag's doch: ihr habt den Feminismus verdient, und es ist also gut, daß es ihn gibt, denn er trifft die Richtigen.

Nebenbei: der Glaube an Hexen und deren böse Zauberkräfte mag damals
"Zeitgeist" im Volk gewesen sein (wie heute noch in Afrika), die große
Verfolgung der Hexen kam aber m.W. erst in Gang, als die Kirche, damals DIE
ethisch richtungsgebende Instanz, mit dem Hexenhammer die Hexenverfolgung
quasi legitimierte.

Da täuscht dich dein Wissen. In Ländern mit funktionierender Inquisition gab es keine Hexenverfolgungen. Der Grund dafür ist die Inquisition, die das nämlich unterband, wenn es doch einmal aufkam. Der "Hexenhammer" des Dominikaners Heinrich Kramer war ein ganz typisch deutsches Phänomen, wo aufgrund der Reformation und ihrer chaotischen Folgen alles drunter und drüber ging und die Autorität der Kirche weithin zusammengebrochen war. Die Kirche hat ja auch nicht etwa die Reformation "legitimiert", bloß weil Martin Luther ein Augustinermönch war.
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Nick

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Hexenverfolgung. Die Hexen von Winningen.

Narrowitsch, Berlin, Tuesday, 15.02.2011, 12:34 (vor 5449 Tagen) @ der_quixote

Sollte Mann vielleicht mal mit aufräumen, mit diesen Ammenmärchen von
der Rothaarigen verbrannten Frau.

Männer und Frauen, die die Bezeichnung ForscherInnen verdienen haben längst aufgeräumt. Selbst die Wiki zeigt es.

Nur: solange Pudel-und Femigeschmeiß zwischen Bundestag und Quasselshows fortwährend, wider besseren Wissens und unwidersprochen das Hexen-Märchen als Beleg für patriarchale Gewaltexzesse nutzen, solange quatscht Hinz und Kunz den Unfug nach.

Eher war es wohl der oder die erfolgreiche Geschäfts- Mann und Frau...

Es ist das Geschäft des Feminats so lange Lügen im öffentlichen Diskurs zu platzieren, bis niemand mehr nach den argumentativen Gründen für feministisches Selbstverständnis fragt. Ist jener Zustand der Massenverblödung erreicht, können sich auch "gemäßigte" Feminanzen zur Wahrheit bekennen. Diesen Mechanismus offenlegen, gehört auf die Tagesordnung, er muss endlich auch von denen enttabuiesiert werden, deren geschäft es ist, alles Mögliche und Unmögliche zu enttabuisieren. Sie zum Tabubruch zu zwingen, ist freilich eine Jahrhundertaufgabe. Nehme ich mal an.

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Extemplo simul pares esse coeperint, superiores erunt-

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