Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Diskriminierung: Der Mittelstand wird bei Scheidung ausgenommen

Michael Baleanu, Monday, 31.01.2011, 22:51 (vor 5463 Tagen)

Liebe Mitstreiter,

folgende Frage wurde hier veröffentlicht.

Es würde mich freuen, wenn viele diese Frage unterstützen würden. Es ist nämlich eine Frage der Zeit, bis sich die Familientragödien, aufgrund dieser idiotischen Regelung §1378, Abs. 2, Satz 1, BGB häufen werden. Man hat ja eh schon Probleme genug:

http://www.merkur-online.de/nachrichten/bayern/frau-erschlaegt-ehemann-meta-622390.html
http://www.merkur-online.de/nachrichten/deutschland/vermutlichmehrere-opfer-amoklauf-niederrhein-447190.html

Gruß
Michael

Sehr geehrter Herr Kauder,

vielen Dank für Ihre Antwort zu meiner Frage zum Zugewinnausgleich bei Scheidung wenn bei Beginn der Ehe erhebliche Schulden vorhanden waren. (hier)

Sie gehen also davon aus, dass die 200000 EUR allein der Frau zustehen,

"weil angenommen wird, dass sie einen gleichen Beitrag zum wirtschaftlichen Zugewinn des Mannes geleistet hat.", obwohl Sie, also der Gesetzgeber annimmt, dass " .. dadurch der ausgleichspflichtige Ehepartner in Fällen, in denen er bei Beginn des Güterstandes vorhandene Schulden während der Ehe
in erheblichem Umfang getilgt hat,"

Mit anderen Worten, Sie gehen davon aus, dass - sagen wir mal der Mann - die 200000 EUR Schulden abbezahlt. Der Mann schultert also die Schulden allein aufgrund seiner bezahlten Arbeit.

Jedes darüber hinausgehende Euro, geht bei Scheidung an die Frau, bis er die Grenze von 200000 EUR erreicht hat. Danach wird jedes EUR geteilt durch zwei.

Sie haben mir leider nicht geantwortet, ob Sie das gerecht empfinden?

Viele Unternehmer, Ärzte, Handwerker usw., also Mittelständler müssen am Anfang ihres Berufslebens Schulden aufnehmen um ihr Betrieb, Praxis, usw. zum Laufen zu bringen. Gerade dieser Mittelstand richtet sich verstärkt an das traditionelle Ehemodell.

Ich frage Sie nochmal, ob Sie und die CDU/CSU sich sicher sind, dass diese gesetzliche Regelung tatsächlich die Ehe schützt, diese also dem konservativen Ziel, die Ehe zu schützen entspricht?

Denn es ist nicht von der Hand zu weisen, dass nach x Jahren Ehe, eine Frau das gesamte vorhandene Vermögen mitnehmen kann, während der Mann - der vermutlich nach so vielen Jahren harter Arbeit krank ist - vollkommen mittellos zurückbleibt.

Die Frau geniesst also nur die Früchte der Arbeit des Mannes, beteiligt sich aber nicht an den Gefahren, die sich aus den Schulden ergeben.

Sind Sie sicher, dass DE nicht schon wieder wegen Diskriminierung der (Männer) Schuldner bei Ehebeginn vom EMRGH verurteilt wird?

MfG
MB

Ergänzung: Der "untere Mittelstand" wird ebenfalls zertreten!

Leser, DFR (Deutsche Femokratische Republik), Tuesday, 01.02.2011, 00:41 (vor 5463 Tagen) @ Michael Baleanu

Lieber Michael,

wie immer: Eine gute und sachlich/fachlich fundierte Anfrage von dir. Auch deine anderen Beiträge zu ähnlichen Themen habe ich gerne gelesen, verlinkt und als Bookmark gesetzt.

Ich möchte es nur (und insofern etwas OT von deinem Ursprungsbeitrag ausgehen) noch um den Hinweis ergänzen, dass der kleine, unbescholtene "WieeineZitroneausgepressteBürger" es auch nicht einfacher hat. (das hat nichts mit deiner berechtigten Anfrage zu tun):

Das Problem dieses bundesdeutschen Unterhaltsirrsinns (um den uns die Welt der ausserirdischen "SelfPowerEmanzen-mitFremdfinazierung" beneidet) ist ja nicht, dass es nur um solche Dinge geht. Für die meisten (und ich vermute auch für dich) geht es um Existenzvernichtung. Eine, die gnadenlos ist und immer gnadenloser dank Mea Culpa Hahne vom BGB nebst Kohortinnen und Konsorten immer mehr wird.

Der normale Malocher stemmt schon jetzt Tonnen von Nebenkosten für andere, die "Mittelschicht" wähnt sich in Sicherheit (bzw. realisiert es eventuell langsam, was hier abgeht)

Geschiedene oder nie verheiratete gewesene, werden im Trennungsfall mit Kindern nicht über Steuerklasse I belohnt; wie Singles. Und gerade da trifft es die untere Mittelschicht. Sie rackern sich ab, wie blöd und lebt unter Hartz-IV-Niveau, z.B.

So, nun zurück zum Topic:

Ich unterstütze selbstredend deine Anfrage und ziehe gleich zu Abgeordnetenwatch. Das man der Basis der Gesellschaft den Boden unterm Hintern wegzieht, passiert schon viel zu lange und was du benannt hast, ist eines dieser Untergründe, die sich über einer vermeintlich sicheren Basis auftun.

Besten Gruß

Leser

--
Eine bestimmte Sorte Mensch (meist weiblich) hat mir den Krieg erklärt
- und ich gehe da jetzt hin
zusammen mit "Sunzi" (500 ante Christum natum)

Der gleichen Meinung: Ergänzung: Der "untere Mittelstand" wird ebenfalls zertreten!

Michael Baleanu, Tuesday, 01.02.2011, 11:01 (vor 5463 Tagen) @ Leser

Geschiedene oder nie verheiratete gewesene, werden im Trennungsfall mit
Kindern nicht über Steuerklasse I belohnt; wie Singles. Und gerade da
trifft es die untere Mittelschicht. Sie rackern sich ab, wie blöd und lebt
unter Hartz-IV-Niveau, z.B.

Lieber Leser,

danke für die Blumen.

Es ist selbstredend, dass ich alle Leistungsträger der Gesellschaft als Getroffene betrachte.

Mit meinem Post wollte ich nicht jemanden ausschliessen, sondern die gehobenere Mittelschicht für unser Anliegen sensibilisieren.

Wir leiden ja u. a. daran, dass finanziell Starke in unseren Reihen fehlen, die auch Zugang zu politischen Entscheidungsträger haben. Ich hoffe sehr, dass diese Frage dem einen oder anderen die Augen öffnen wird.

Zwar können die sich wesentlich besser schützen als unsereiner (Güterstand statt Zugewinn), durch diese Regelung werden sie aber erheblich mehr bluten müssen als bisher, wenn sie den Fehler machen und eine Zugewinngemeinschaft eingehen werden.

Wichtig war mir letztendlich, dass ich drei Botschaften rüberbringe:
Der Gesetzgeber
a) diskriminiert immer ungenierter die Männer
b) nimmt in Kauf, dass (meistens) ein Mann am Ende seines Lebens vollkommen ruiniert wird
c) greift die Fundamente der klassischen Familie an

Was ich bereits in den mitgelieferten Links andeutete: Die Betroffenen werden irgendwann einmal zur, vom § 1482 BGB, "Eheauflösung durch Tod", empfohlenen Lösung greifen.

Das ist nicht im Sinne des Schutzes der Familie.

Da ich vermutlich keine dritte Frage mehr stellen kann, bitte ich, ihm diese Frage in einer Form zu stellen, die bei abgeordnetenwatch auch angenommen wird.

Gruß
Michael

Weißt du woher der Begriff "Kauderwelsch" kommt?

FEMhunter, Tuesday, 01.02.2011, 09:21 (vor 5463 Tagen) @ Michael Baleanu

http://de.wikipedia.org/wiki/Kauderwelsch

Kauderwelsch ist die abwertende Bezeichnung für eine verworrene Sprechweise, für ein unverständliches Gemisch aus mehreren Sprachen oder eine unverständliche fremde Sprache.

Deswegen hat es der Volker bei der CDU fast bis nach ganz oben geschafft. Weil es dort aber auch gläserne Decken für Frauen gibt, ist die Angela an ihm vorbeigezogen.

Klingt komisch, ist aber so ....

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