Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Klonovsky - Sei ritterlich

Linga, Monday, 31.01.2011, 15:22 (vor 5464 Tagen)

Die Extreme sind unweiblich

Wer kann, der kann: Ein richtiger Mann möge auf den Gender-Kokolores mit Ritterlichkeit reagieren und keineswegs anfangen, Frauen als Konkurrentinnen zu behandeln

Was männlich ist, haben Frauen
immer mitdefiniert, nämlich
durch ihre Partnerwahlkriterien.
Offenkundig bevorzugten sie jahrhundertelang
dominante und aggressive
Männer. Inzwischen befinden wir uns freilich
in einer Situation, dass immer mehr
Frauen wollen, was einst eher Männern
vorbehalten war: Macht, Geld, Einfl uss,
Forschungsmittel, ja sogar Muskeln.
Zu diesem Zwecke gibt es das sogenannte
Gender-Mainstreaming. Theoretisch
sollen damit ungleiche Chancen
zwischen den Geschlechtern abgebaut
werden. Praktisch werden Frauen, weil
angeblich diskriminiert, nach Kräften
gefördert und Männer benachteiligt.
In zivilisierten Weltgegenden galt lange
der unausgesprochene Gesellschaftsvertrag,
dass Männer für ihre Privilegien
auf der einen Seite mit Nachteilen auf
der anderen zahlen – und Frauen desgleichen.
Dieses Verhältnis ist längst einseitig
aufgekündigt worden.
Konkret sieht das so aus, dass Frauen
zur Armee gehen dürfen, aber nicht wirklich
kämpfen oder gar sterben wollen;
dass sie sich im Beruf selbst verwirklichen
wollen, aber nicht bei der Müllabfuhr, im
Bergbau oder beim Katastrophenschutz;
dass sie Karriere machen, aber nicht dieselben
Risiken eingehen wollen wie Männer,
die wie selbstverständlich 93 Prozent
der Arbeitsunfallopfer stellen. Der Tod im
Dienst oder fürs Vaterland ist nach wie
vor Bestandteil der männlichen, nicht der
weiblichen Pfl ichterfüllung. Frauen wollen
Männergewalt anklagen, sich aber
weiterhin von Männern dagegen schützen
lassen. Und so fort.
Männlichkeit liegt in den Extremen.
Männer stehen an der Spitze der Gesellschaft
– aber auch an ihrem Ende. Die
meisten Genies sind Männer – aber auch
die meisten Idio ten. Männer investieren
mehr Energie in den Aufbau der Gesellschaft
– aber auch in deren Zerstörung.
Die übergroße Mehrheit der Kriminellen
sind Männer – aber auch die übergroße
Mehrheit der Polizisten und Gefängsniswärter.
Männer unterdrücken zuweilen
Frauen – aber den meisten Aufwand treiben
sie bei der Unterdrückung anderer
Männer. Und hinter jedem Mann, der
eine Frau schlecht behandelt, steht einer
bereit, sie zu retten.
Wenn Frauen tatsächlich gleichgestellt
werden wollen
, müssten sie auch die Nachteile
männlichen Daseins in Kauf nehmen.
Das hieße, sie müssten im Extremfall die
Hälfte der Plätze in den Rettungsbooten
freimachen – keine schönen Aussichten
für das gesellschaftliche Klima und vor
allem für die Sitten.
Eigentlich sollte der Feminismus Maskulismus
heißen. Alles, was Männer (im
Schnitt) besser können als Frauen, erweckt
die Begehrlichkeit dieser Damen,
alles, was Frauen besser oder überhaupt
nur allein können, behandeln sie als
minderwertig. Wer die Regression der
Männlichkeit beklagt, darf jene der Weiblichkeit
nicht vergessen. Diese doppelte
Regression heißt Gender-Mainstreaming.
Vermutlich sind Männer und Frauen eines
Tages auch gehalten, dieselbe tägliche
Kalorienmenge zu verbrauchen.
Wie soll sich also ein männlicher
Mann gegenüber diesem
Gender-Kokolores verhalten?
Nun, wie echte Männer jahrhundertelang
gehandelt haben: ritterlich. Wenn
zum Beispiel eine Quotenregelung dazu
führt, dass eine weniger begabte Frau
einem Mann den Posten wegnimmt, ist
das ein Kollateralschaden des Feminismus
und für den Betroffenen sehr ärgerlich,
doch ein wirklicher Schaden entstünde
erst, wenn der Mann sich auf den
Krieg der Geschlechter wirklich einließe,
die Frauen also wie andere Männer behandelte.
Dann wäre die Entzauberung
der Welt tatsächlich vollzogen. Den
Triumph, anbetungsfreie Zonen geschaffen
zu haben, sollte er den Feministinnen
und Lesbokratinnen nicht gönnen.
Ein Mann, der auf sich hält, konkurriert
nicht mit einer Frau. Er lässt ihr
den Vortritt. Es sei denn, sie will etwas
tun, wobei sie sich möglicherweise das
Genick brechen könnte; dann sollte er
sagen: Pardon, meine Liebe, das erledige
wohl besser ich.

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