Gorch Fock in schwerer See
Lässt man einmal das militärische Umfeld heraus, hat sich an Bord deutscher Kriegsschiffe seit den Tagen von Lothar-Günther Buchheims “Das Boot” nicht sonderlich viel verändert. Auch heute dominiert an Bord ein nordisch rauer Ton, auch heute müssen sich Neulinge erst den Respekt der Altgefahrenen verdienen und auch heute gehört der übermäßige Genuss von alkoholischen Getränken zu den bevorzugten Methoden, den physischen und psychischen Stress abzubauen. Machen wir uns nichts vor – die Gorch Fock ist weder die Kulisse eines romantischen Becks-Werbespots noch eine schwimmende Waldorfschule. In einer Zeit, in der man bemüht ist, das öffentliche Bild des Soldaten zu idealisieren, erscheint die Gorch Fock anachronistisch. Die raue Realität eines Segelschulschiffs passt nun einmal nicht in die weichgespülte Hochglanzwelt, die unser Bewusstsein prägt. Vielleicht wird die Gorch Fock schon bald ein Museumsschiff sein, doch damit wäre weder der Marine noch den Seeleuten geholfen.
Bezeichnend!
Auszug:
"......So traurig die beiden jüngsten Todesfälle an Bord der Gorch Fock auch sind, sie sind weniger ein Indiz für eine “zu harte Ausbildung”, sondern vielmehr ein Indiz für den fortschreitenden Realitätsverlust unserer Gesellschaft. Der Dienst auf der Gorch Fock ist für werdende Seeoffiziere obligatorisch. Und das hat seinen Grund. Bereits wenige Jahre später werden die Gorch-Fock-Kadetten selbst als Offiziere an Bord Verantwortung für Menschenleben übernehmen. Der harte Drill an Bord des Segelschulschiffs soll dafür sorgen, dass die jungen Kadetten ein Gespür für die Gefahren der See entwickeln. Nur so kann dafür gesorgt werden, dass sie in ihren späteren Kommandos verantwortungsvolle Befehle geben können. ......"
SG
Michi
Excalibur
GWG-Jäger