Gorch Fock in schwerer See
Lässt man einmal das militärische Umfeld heraus, hat sich an Bord deutscher Kriegsschiffe seit den Tagen von Lothar-Günther Buchheims “Das Boot” nicht sonderlich viel verändert. Auch heute dominiert an Bord ein nordisch rauer Ton, auch heute müssen sich Neulinge erst den Respekt der Altgefahrenen verdienen und auch heute gehört der übermäßige Genuss von alkoholischen Getränken zu den bevorzugten Methoden, den physischen und psychischen Stress abzubauen. Machen wir uns nichts vor – die Gorch Fock ist weder die Kulisse eines romantischen Becks-Werbespots noch eine schwimmende Waldorfschule. In einer Zeit, in der man bemüht ist, das öffentliche Bild des Soldaten zu idealisieren, erscheint die Gorch Fock anachronistisch. Die raue Realität eines Segelschulschiffs passt nun einmal nicht in die weichgespülte Hochglanzwelt, die unser Bewusstsein prägt. Vielleicht wird die Gorch Fock schon bald ein Museumsschiff sein, doch damit wäre weder der Marine noch den Seeleuten geholfen.