Opferkult ?
Ich habe den Text gelesen, und ich finde insbesondere die Aktenvernichtung empörend. Die muß natürlich gestoppt werden.
Anderseits beziehen die sich auf Ereignisse der Vergangenheit, welche sich mit
Schuldsprüchen nicht wieder gut machen läßt, zumal die Täterinnen oft schon gestorben sind.
Mich erinnert das an die Aktivitäten der Nazi-Jäger, die sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, noch lebende mutmaßliche Täter, die inzwischen ein anständiges Leben führen, aufzuspüren. Und ebenso an Frauen, die sich für jahrelang zurückliegende Enttäuschungen an Männern rächen wollen.
Wohlgemerkt, Gerechtigkeit muß sein. Nur irritiert mich der Eifer so mancher Heimkinder und ihrer Unterstützer. Es gibt ja gegenwärtig stattfindende Verbrechen, die freilich an Anderen begangen werden, und hier ist der Wille, dagegen einzuschreiten, oft gleich Null.
Der Unterschied zwischen vergangenen und gegenwärtigen Verbrechen besteht darin, daß letztere u.U. verhindert werden können. Für die vergangenen jedoch ist nur noch Vergeltung möglich. Ich habe Verständnis, wenn Betroffene ein unstillbares Bedürfnis nach Vergeltung entwickeln und auf diese Weise glücklich werden.
Aber, und dies ist die entscheidende Frage:
Wird die Welt dadurch besser, daß ich Anderen helfe, ihr Vergeltungsbedürfnis zu stillen und ihre Schadenersatzansprüche durchzusetzen?
Wird die Welt nicht vielmehr dadurch besser, daß ich meine Energie in die Verhinderung von Verbrechen investiere, die in Vorbereitung sind?
Dies nur als Denkanstoß, nicht als Richtlinie.
trel
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