Tatort: "Heimatfront"
Kurti, Wien, Monday, 24.01.2011, 02:07 (vor 5471 Tagen)
Habe heute abend auf ARD den aktuellen Saarbrücken-"Tatort" unter dem Titel "Heimatfront" gesehen. Prädikat: Unbedingt anschauenswert!
Und zwar schildert er sehr einfühlsam die Schicksale von aus Afghanistan heimgekehrten Bundeswehrsoldaten, die, traumatisiert und gebrochen, ihren Platz im Zivilleben nicht mehr gefunden haben.
Als gleich im Anschluss Anne Will dasselbe Thema behandelte, sagte eine als Gast anwesende Bundeswehrärztin, dass die geschilderte Handlung sehr, sehr realistisch sei.
Daher: Unbedingt empfehlenswert! Aber Vorsicht! Die Handlung geht an die Nieren!
Aber
Anne Will geht eher an die Nieren
Mus Lim
, Monday, 24.01.2011, 04:09 (vor 5471 Tagen) @ Kurti
Als gleich im Anschluss Anne Will dasselbe Thema behandelte ...
Das übliche Gesülze dazu geht wirklich an die Nieren.
Und als jemand Tacheles reden will über die Realität des Krieges in Afghanistan und nicht die politisch korrekte Sichtweise, wird er - wie könnte man es anders erwarten - ständig unterbrochen
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Anne Will geht eher an die Nieren
Bünzli
, Monday, 24.01.2011, 04:26 (vor 5471 Tagen) @ Mus Lim
Was wollen diese Heulsusen denn? Sie haben sich entschieden, in den Krieg zu ziehen. Da geht es halt etwas anders zu, als sie es sich vorgestellt haben.
Wenn die Scheiße am Arsch gefriert, dann ist das die Realität! Hätten sie halt Kriegsdienstverweigerer werden sollen
Tatort - "Tatort"
Narrowitsch, Berlin, Monday, 24.01.2011, 15:01 (vor 5471 Tagen) @ Kurti
Habe heute abend auf ARD den aktuellen Saarbrücken-"Tatort" unter dem
Titel "Heimatfront" gesehen.
Ich auch...
Prädikat: Unbedingt anschauenswert!
Ja, schon.
Und zwar schildert er sehr einfühlsam die Schicksale von aus Afghanistan
heimgekehrten Bundeswehrsoldaten, die, traumatisiert und gebrochen, ihren
Platz im Zivilleben nicht mehr gefunden haben.
Er schildert eindrucksvoll, wie Agitation- und Propagandamedien der BRD das Dilemma der Verantwortlichen für das Afghanistandisaster gesehen haben wollen:
Einerseits gehört die Demonstration des Verständnisses für Probleme der Soldaten am Hindukusch zu den Anstandsriualen, andererseits soll die tief in der Gesellschaft verankerte Friedfertigkeit bedient und schließlich die Lösung allein gelassener Soldaten, die sich deshalb zu einem Männerbund zusammenrotten (Pfui!!!), angezeigt werden. Die Lösung: Mann begebe sich in die helfenden Hände (weiblicher) Psychoklempner, Mütter, Ehefrauen, Freundinnen. Zieht Mann jedoch seine militärische Peer- group der Gesellschaft seiner antimilitaristisch inspirierten Freundin vor, muss nach Willen der ARD und seiner Autoren ein böses Unheil seinen Lauf nehmen, dass jeden mit sich reißt, auch die Kommissare.
Moral: mehr Annahme weiblicher empathischer Bemühungen, mehr Psychogesabbel und die bedauerliche Kollateralschäden an Männerseelen könnten repariert werden. Ganz falsch: Der Zusammenhalt von Männern, die gemeinsam den Tod ins Auge sahen.
Als gleich im Anschluss Anne Will dasselbe Thema behandelte, sagte eine
als Gast anwesende Bundeswehrärztin, dass die geschilderte Handlung sehr,
sehr realistisch sei.
Ja, der Gipfelpunkt medialer Dreistigkeit. Man spricht überSoldaten; ein Gedienter aus der kämpfenden Truppe war wohl nicht aufzutreiben. Dampfplauder Dirk Niebel, Pazifist Jürgen Todenhöfer, Stabsärztin Heike Groos, Theatermann und Wehrdienstverweigerer Thomas Ostermeier und Spiegel- Autor Matthias Matussek, einst Feminismuskritiker und jetzt Befürworter von Kriegseinsätzen zum Zwecke der Verbreitung der Frauenrechte. So erlangen die Soldaten vom Hindukusch jene Vernachlässigung, deren Folgen der Tatort beschreibt.
Daher: Unbedingt empfehlenswert! Aber Vorsicht! Die Handlung geht an die
Nieren!
Nicht so sehr die Handlung, wohl aber der Zustand medialer Verwahrlosung. Mir jedenfalls.
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Extemplo simul pares esse coeperint, superiores erunt-
Den Augenblick, sowie sie anfangen, euch gleich zu sein, werden sie eure Herren sein.
Tatort - "Tatort"
Max Aram, Monday, 24.01.2011, 15:34 (vor 5471 Tagen) @ Narrowitsch
Freundinnen. Zieht Mann jedoch seine militärische Peer- group der
Gesellschaft seiner antimilitaristisch inspirierten Freundin vor, muss
nach Willen der ARD und seiner Autoren ein böses Unheil seinen Lauf
nehmen, dass jeden mit sich reißt, auch die Kommissare.
Genau das war mir auch aufgefallen: Kaum hat die Tussi gemerkt, dass der Ex-Soldat, den sie abschleppte, gegen ihre Bemühungen ihn von seinen Kameraden fernzuhalten dennoch sich mit ihnen weiter traf, war er abgemeldet und der Kiffer-Kasper aus der Peace-Bewegung (sorry, aber so wurde er dargestellt) war wieder interessanter. Dafür hätte ich sie zwar nicht umgelegt (nicht aus Friedfertgkeit, eher aus Kalkül), aber für die Handlung musste ja ein Motiv her.
Ich hätte mir trotzdem ein besseres Echo für diesen Tatort gewünscht. Die Will-Posse mute ich mir nicht zu seit sie auf Sendung ist, aber was in den Kommentarspalten der Online-Presse rumgeistert, zerredet auf üble Art das ernste Problem, das mit dem Tatort angerissen wurde. Da haben es Leute nötig über (angeblich) schlechte Schauspieler zu lästern...
Okay, dann warten wir mit der Diskussion, bis wir Top-Schauspieler-Leistungen haben. Und falls inzwischen einer von den AFG-Veteranen durchdrehen sollte, bitte die Knarre zuerst auf die richten, die sich über schlechte Drehbücher und Schauspieler aufregen.
Mit dem letzten Absatz meine ich nicht Narrowitsch (das war völlig in Ordnung), oder jemand anderen hier aus dem Forum, das nur zur Klarstellung. Ich reagiere hier auf Kommentare in WON, SPON, FocusOnline und ZEIT und sonstigen dringend renovierungsbedürftigen Diskussionsforen der Presse
Tatort - "Tatort"
Narrowitsch, Berlin, Monday, 24.01.2011, 16:04 (vor 5471 Tagen) @ Max Aram
....Handlung musste ja ein Motiv her.
Ja. Leider inkonsequent konstruiert.
Ich hätte mir trotzdem ein besseres Echo für diesen Tatort gewünscht.
Die Will-Posse mute ich mir nicht zu seit sie auf Sendung ist, aber was in
den Kommentarspalten der Online-Presse rumgeistert, zerredet auf üble Art
das ernste Problem, das mit dem Tatort angerissen wurde. Da haben es Leute
nötig über (angeblich) schlechte Schauspieler zu lästern...
Der 1. Star eines Films ist das Drehbuch, versagt er, bedarf es ganz Großer um den Film sehenswert zu machen. In diesem Falle kommt es mir vor, als wäre den einst gesunden Kindern "Szenarium" und "Drehbuch" Gewalt angetan worden, - sie verkrüppelten. Den vereinten Anstrengungen der Crew gelang es jedoch, dem 1. Star ein Kostüm zu verpassen, welches den Buckel, den Hinkefuß, das scheele Auge und die Gichtfinger des besagten 1. Stars dem ersten Blick entzieht.
© ![[image]](http://smiles.kolobok.us/rpg/jester.gif)
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Extemplo simul pares esse coeperint, superiores erunt-
Den Augenblick, sowie sie anfangen, euch gleich zu sein, werden sie eure Herren sein.
Hier die Kritik auf "Biedermeiers Neuesten Nachrichten"
Max Aram, Monday, 24.01.2011, 17:18 (vor 5470 Tagen) @ Narrowitsch
Dem Schreibstil in Langzeitbeobachtung nach zu urteilen ist "bawa" (Kürzel am Ende) eine Frau.
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Zu massiv aufgetragen
„Tatort: Heimatfront“ (So., ARD): Die Bundeswehr sorgt derzeit für dicke Schlagzeilen, und damit lag dieser „Tatort“ voll im Trend. Doch was sollte hier vermittelt werden? Dass psychisch angeschlagene Afghanistan-Heimkehrer potenzielle Zeitbomben sind? Dass von Marihuana umnebelte Friedensaktivisten hinterhältig agieren? Dass Sonderkommandos kritische Situationen nur durch den finalen Kopfschuss zu lösen verstehen? Dass die Kripo gegen eingeschworene Kameradschaft erfahrener Soldaten keine Chance hat? In all diesen Einzeldiagnosen steckt ein wahrer Kern, doch die Autoren Christiane Hütter, Christian Heider und Uwe Wilhelm brachten ihre Mission zu massiv auf den Bildschirm.
Ihre Absicht war eindeutig: Sie wollten das Elend der Bundeswehrkrieger endlich einmal zur besten Sendezeit mindestens acht Millionen Zuschauern verklickern. Deshalb durfte die Psychologin (streng: Julia Jäger) auch zu einer längeren Erklärung über Traumata-Typen ausholen, was beinahe zu einer kollektiven Therapiesitzung ausartete. Andererseits blieb die Unterhaltung auf der Strecke, und lockere Dialoge hatten fast keine Chance. Schade, denn Maximilian Brückner als Franz Kappl und Gregor Weber als Stefan Deininger bringen beste Qualitäten für ein unkonventionelles Ermittlerduo mit. Nur konnten sie das bei diesem überinstrumentierten Fall kaum einbringen. bawa
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Und hier meine Rückmeldung an die Zeitung:
Zur Rubrik "Kritisch ferngesehen" vom Montag, 24.01.2011
Wenn (Frau?) bawa erst einmal ein Amokschütze um die Ohren geballert hat, wird sie(?) sich wehmütig an Zeiten zurück erinnern, in denen man sich lediglich über angeblich überinstrumentierte Sonntagabendkrimis aufregen musste.
Es war höchste Zeit, dass das Problem Kriegstrauma einmal vor einem breiten Publikum thematisiert wurde. Wenn die Kritik nur darin besteht, dass die Behandlung nicht auf Hochglanz poliert rüber kam, lässt das tief blicken.
Wem das Thema zu unbequem ist, weil er oder sie im Glauben gelassen werden möchte, jeder Krieg sei - egal wie brutal - nach spätestens 150 Filmminuten zu Ende, der möge doch bitteschön einfach umschalten (oder eine Runde an die frische Luft gehen), zumindest solange sich noch kein Fernsehkritikus darüber beklagt hat, dass aus neun Jahren Afghanistan-Krieg lediglich Männer in Zinkdosen zurück kamen und der Kapitän eines Segelschulschiffes entlassen wurde, nachdem die erste Frau (vor ihr vier Männer, was niemanden interessierte) aus der Tagelage gefallen ist
Matthias Matussek, einst Feminismuskritiker und jetzt Befürworter von Kriegseinsätzen
Mus Lim
, Monday, 24.01.2011, 18:50 (vor 5470 Tagen) @ Narrowitsch
Spiegel-Autor Matthias Matussek, einst Feminismuskritiker und jetzt Befürworter von Kriegseinsätzen zum Zwecke der Verbreitung der Frauenrechte.
Ich wusste bis dato nichts von seiner Wandlung
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Matthias Matussek, einst Feminismuskritiker und jetzt Befürworter von Kriegseinsätzen
Kurti, Wien, Monday, 24.01.2011, 20:02 (vor 5470 Tagen) @ Mus Lim
Spiegel-Autor Matthias Matussek, einst Feminismuskritiker und jetzt
Befürworter von Kriegseinsätzen zum Zwecke der Verbreitung der
Frauenrechte.
Der Herr scheint mir ja seeeehr "flexibel" zu sein ...
Gruß, Kurti
Tatort - "Tatort"
roser parks, Monday, 24.01.2011, 19:14 (vor 5470 Tagen) @ Narrowitsch
Soldaten am Hindukusch zu den Anstandsriualen, andererseits soll die tief
in der Gesellschaft verankerte Friedfertigkeit bedient und schließlich die
Lösung allein gelassener Soldaten, die sich deshalb zu einem Männerbund
zusammenrotten (Pfui!!!), angezeigt werden.
Das Dilemma entsteht doch auch aus der jahrelangen Anti-Wehrmachtpropaganda.
Man stellt nun plötzlich fest das gewisse Dinge bei Militär Systemimmanent sind unabhägig um welche Armee es sich handelt. Wenn man nun bei der Bundswehr nachgibt, zerfällt auch mancher Diskus über die Wehrmacht
Tatort: "Heimatfront" auf ARD Mediathek
Christine
, Monday, 24.01.2011, 15:45 (vor 5471 Tagen) @ Kurti
Habe heute abend auf ARD den aktuellen Saarbrücken-"Tatort" unter dem
Titel "Heimatfront" gesehen. Prädikat: Unbedingt anschauenswert!
Hier mal der Link zum Tatort, kann aber erst ab 20 Uhr angeschaut werden.
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Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohlangepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein