Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Die Neue Konservative Rechte bzgl. Frauen- und Schwulenrechte

Cardillac, Thursday, 20.01.2011, 13:12 (vor 5475 Tagen)

Von Andrea Ricci im Querfrontmagazin Compact als Diskussionsanregung:

Eines scheint klar: Geert Wilders steht exemplarisch für eine Transformation der Rechten in Europa – auch in der Bundesrepublik. Das, was man früher in jenen Kreisen solide als „Überfremdung“ bezeichnet hat, trägt heute den flotteren Namen „Islamisierung“. Man übt nicht nicht mehr Kritik an der massenhaften Einwanderung, sondern gibt sich – ganz aufgeklärt – als besorgte Religionskritiker. Dieser Trend reicht bis weit in die Mitte. Das führt zu geradezu bizarren politischen Aussagen: Etwa dann, wenn sich CSU-Stammtische über die Homosexuellenverfolgung in islamischen Ländern Sorgen machen oder christsoziale Politiker plötzlich den Feminismus für sich entdeckt haben, wenn es gegen das islamische Kopftuch geht. Schwulenrechte und Feminismus sind moderne liberale Steckenpferde, für die sich normalerweise katholische Bischöfe genauso wenig begeistern können wie muslimische Imame.

Auch Wilders spielt massiv auf dieser postmodernen Klaviatur, wenn es gegen den Islam geht. Gegen den Islam – wie er selbst stets betont, nicht gegen die Einwanderer. Er verteidigt das, was er „christlich-jüdisches Erbe“ nennt – eine Formulierung, die längst auch in den bundesrepublikanischen Alltag eingezogen. Inwiefern der Christopher-Street-Day und Frauenqoute sich aus dem christlich-jüdischen Erbe ableiten lassen, sei einmal dahingestellt.

Wilders politische Inhalte haben allesamt sehr wenig mit dem zu tun, was man gemeinhin als „rechts“ bezeichnet. Die meisten inhaltlichen Schnittmengen dürfte der Holländer wohl eher mit den so genannten „linken Falken“ der USA haben – also mit jenen Linksintellektuellen Washingtons, die US-Militäreinsätze vor allem gegen islamische Länder deshalb unterstützen, weil sie sich dadurch eine rasche Verbreitung postmoderner Demokratievorstellungen erhoffen. Zu nennen wäre hier beispielsweise der US-Schriftsteller Paul Berman, der in seinem Buch Terror und Liberalismus tatsächlich meint, die US-Truppen in Afghanistan würden für die Frauenrechte kämpfen. Auch der von der Bush-Administration erfundene Terminus „Islamofaschismus“ – also die Herstellung einer reichlich schrägen Verknüpfung aus Faschismus und Islam – dient dieser Sache. Kein Wunder, dass auch ein Geert Wilders behauptet hat, der Koran sei mit Hitlers Mein Kampf wesensverwandt und müsse ebenso verboten werden. Ein überzeugter Rechtsextremist würde sich gegen eine solche Gleichsetzung verwahren.

Mehr dazu bei:

http://juergenelsaesser.wordpress.com/2011/01/20/pro-deutschland-pro-israel-pro-usa-pro-prostitution/#more-2907

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