Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Sehr guter Artikel: Die Misandrie-Bubble (Zusammenfassung, Teil 2)

MC Henrich ⌂, Sunday, 16.01.2011, 15:11 (vor 5478 Tagen)

Letzte Woche hatte ich in diesem Post den ersten Teil (die kulturelle These) des Artikels "Die Misandrie-Bubble" behandelt. Heute geht es nun weiter mit Teil 2, der ökonomischen These.

Es wird einigen von euch gut bekannt sein, deshalb erwähne ich es nur der Vollständigkeit halber: Der Autor zerpflückt zunächst alte feministische "Argumente" von der "gläsernen Decke" und der angeblichen Lohnlücke. Dann geht er auf ein neueres Problem ein: Vor wenigen Jahren haben feministische Gruppen erfolgreich Lobbyarbeit dafür gemacht, dass Obamas Finanzspritze für die Wirtschaft in erster Linie verwendet wird, um Jobs für Frauen zu schaffen, d.h. vor allem im Regierungssektor. Ergebnis: Die Arbeitslosigkeit unter Männern in den USA liegt fast 50% höher als die der Frauen. Er prägt die Begriffe "mancession" und "sheconomy" und weist darauf hin, dass wegen Alimenten viele Männer effektiv 70% Einkommensteuer zahlen (offiziell liegt der maximale Steuersatz in den USA bei 35%!).
Dann geht er auf die "Regierungs-Bubble" ein. In den letzten 8(!) Jahren sind die Einkünfte (Einkommen + sonstige Leistungen) der Staatsangestellten in den USA so weit gestiegen, dass sie nun doppelt soviel kassieren wie der durchschnittliche Beschäftigte im Privatsektor. Zwei Drittel der Ausgaben im Gesundheitssektor (in Höhe von 2,5 Billionen US$!) kommen Frauen zugute, obwohl Männer mehr als die Hälfte dieses Betrages gezahlt haben. Frauen haben auch dadurch profitiert, stark in der Verwaltung des Gesundheitssystems vertreten zu sein. Seit 1960 sind die Staatsausgaben (außer für Verteidigung) von 7,5% auf fast 20% des Bruttosozialprodukts gestiegen (vor Obama waren es noch 15%!), offensichtlich, um den Staat zu einem (ineffektiven, nebenbei) Ehemann-Ersatz zu machen. Der Autor stellt fest, dass der "Frauenfeind!"-Vorwurf besser funktioniert hat als jeder andere Ansatz, aber auch, dass die Ausbeutung der Männer mittlerweile in manchen US-Staaten an ihre Grenzen stößt. Wenn auch nur, weil viele Männer gemerkt haben, wie sie ausgebeutet werden, und ihre Anstrengungen auf das Minimum reduziert haben.
Anschließend stellt der Autor fest: In der Vergangenheit mussten sich Männer im Beruf anstrengen, um eine Frau zu finden, ein Haus und Kinder zu finanzieren, und von der Gesellschaft respektiert zu werden. 80-90% der Früchte seiner Arbeit gingen an andere Menschen, allerdings bekam er dafür eine Familie und Respekt.
Die im letzten Teil genannten "vier Sirenen" haben das geändert: Frauen können nun Alpha-Männern hinterherhecheln und Beta-Männer ignorieren. Er verlinkt auf einen Artikel über den Amokläufer George Sodini (Sodini war Programmierer, verdiente 200000 US$ im Jahr, fand aber trotzdem keine Frau.) und stellt fest: Das jetzige System betrügt Männer wie Sodini.
Der Autor nennt Detroit als warnendes Beispiel, wo der Hauspreis von 100000 US$ seit 2003(!) auf 14000 US$ gefallen ist. Er warnt: Wenn Männer von regulärer Arbeit ausgeschlossen werden, könnten sie sich dem Verbrechen zuwenden. Selbst wenn das nicht der Fall sein sollte, könnte eine Entwicklung eintreten, dass Männer (selbst Polizisten) Frauen in Not ignorieren. Dann schreibt er noch, dass nicht nur alleinerziehende Mütter, sondern auch alleinstehende Frauen von der Gesellschaft subventioniert werden müssen.
Dann stellt er eine Überlegung zur Verdrängung der Bevölkerung auf: Eine fromme Muslima wird mit 60 Jahren 4 Kinder und 12 Enkel haben, während eine linke, urbane Feministin gar keine haben wird. Dies ist eine Entwicklung, die in nur 40 Jahren stattfindet. Die privilegiertesten Frauen der Weltgeschichte haben ihrer Gesellschaft nichts zurückgegeben. Und dieser Prozess läuft bereits seit 20 Jahren: Mexiko hat soviele Kinder unter 15 Jahren wie die USA, Pakistan und Bangladesh jeweils(!) soviele wie ganz Westeuropa. (Wikipedia-Grafik) Der Autor schreibt: In absehbarer Zeit sollte der Staat einsehen, dass Feministinnen weder neue Bürger noch neue Technologien produzieren, und sich gegen die Feministinnen wenden.

Danach spricht der Autor die "vier Reiter der Männeremanzipation" an. (Wir erinnern uns, "Emanzipation" heißt "Befreiung eines Sklaven".) Als diese nennt er: 1. Die venusianischen Künste (warum sollte ein Mann einer Frau ein Haus, einen Diamantring und eine teure Hochzeit spendieren, wenn es auch anders geht?); 2. neue Technologien für Pornografie, wie 3D-Bilder, Hologramme und Sexroboter (er spekuliert: viele Männer werden aufhören, den Frauen hinterherzurennen, mit dem Ergebnis, dass 35-jährige Frauen in Zukunft selbst von 55-jährigen Männern verschmäht werden - es sei denn, sie besinnen sich auf das, was Technologie nicht kann, nämlich echte Liebe zu geben); 3. die Globalisierung (zur Erklärung: Hier meint er etwas anderes, als die meisten darunter verstehen werden. Gemeint ist hier: a) Die Rolle des Islams, der uns als Verbündeter gegen die Männerfeindlichkeit dienen kann - viele Briten wenden sich heute schon an Sharia-Gerichte, da diese weniger männerfeindlich sind; b) die Auswanderung, siehe auch "Deutschlandflucht"; c) Medizin-Tourismus, der es Männern mit Kinderwunsch erlaubt, in Indien ein Wunschkind von einer Leihmutter zu haben, ohne eine westliche Frau); 4. Weigerung vieler Männer, sich noch anzustrengen, da sie wissen, dass ihnen die Früchte ihrer Arbeit geraubt werden. Das bedeutet: Der Staat wird weniger Ressourcen haben, um a) Polizisten und Richter zu bezahlen, die Männer überwachen und einsperren, b) um Feministinnen eine Stelle beim Staat zu verschaffen, oder alleinerziehende Mütter zu finanzieren. Als Folge davon sieht er, wie gesagt, das Ende der Misandrie-Bubble im Jahr 2020 kommen.

Anschließend führt er noch auf, wer sich angesprochen fühlen sollte:
- alle mit männlichen Angehörigen, die heiraten wollen, aber von Abzocke bedroht sind
- alle, die nicht wollen, dass ihre Enkel, Neffen oder Nichten unter einer Scheidung leiden müssen
- alle, die sich Sorgen um steigende Verbrechen machen (70% aller schwarzen und 30% aller weißen Kinder wachsen in den USA ohne Vater auf; arbeitslose Männer könnten sich Gangs anschließen), oder um die nationale Sicherheit (manche Scheidungsanwälte haben sich schon auf Frauen von Soldaten im Einsatz spezialisiert)
- alle, die ein Haus besitzen. Häuserpreise könnten in der kommenden Zeit stark fallen, wie in Detroit bereits geschehen, und wer eine hohe Hypothek auf seinem Haus hat, könnte in große Schwierigkeiten geraten
- alle Frauen, die sich ernsthaft vom Feminismus abgestoßen fühlen
- alle mit weiblichen Angehörigen, die befürchten müssen, dass Feministinnen andere Frauen in den Abgrund führen

Am Ende des Artikels steht noch eine Linkliste, die ebenfalls sehr empfehlenswert ist.

--
Feminismus ist Beschissmus!
Maskulismus oder Schluss!
Schreibt mit auf WikiMANNia!

Gute Idee! Geh'n wir künftig zum Shari'a-Gericht !

Informator, Sunday, 16.01.2011, 20:45 (vor 5478 Tagen) @ MC Henrich

Danach spricht der Autor die "vier Reiter der Männeremanzipation" an.

Jetzt wird's interessant!

3. [...]
a) Die Rolle des Islams, der uns als Verbündeter gegen die
Männerfeindlichkeit dienen kann - viele Briten wenden sich heute schon an
Sharia-Gerichte, da diese weniger männerfeindlich sind

Können wir das in Deutschland auch? Oder können das nur Muslime?

4. Weigerung vieler
Männer, sich noch anzustrengen, da sie wissen, dass ihnen die Früchte
ihrer Arbeit geraubt werden.

Das ist ohnehin eine der vernünftigsten Lösungen.

Gruß
trel

Können wir das in Deutschland auch?

Mus Lim ⌂, Sunday, 16.01.2011, 23:35 (vor 5478 Tagen) @ Informator

... viele Briten wenden sich heute schon an Sharia-Gerichte, da diese weniger männerfeindlich sind

Können wir das in Deutschland auch? Oder können das nur Muslime?

Radio Eriwan:
"Im Prinzip ja, aber auf hoher See und vor Gericht ist man in Allahs Hand!"

Auch bei einem Sharia-Gericht gibt es einen Kadi und es gibt Gesetze, die so oder anders ausgelegt werden können.
Das beste ist und bleibt, möglichst nicht vor den Kadi zu ziehen

--
Mach mit! http://wikimannia.org
Im Aufbau: http://en.wikimannia.org

Was ist da los?

Krankenschwester, Sunday, 16.01.2011, 23:57 (vor 5478 Tagen) @ Mus Lim

MusLim, das müssen Sie mir mal erklären:

ist Islam nicht mehr patriarchalisch?

--
[image]

Unmenschlichkeit - eine bemerkenswerte charakteristische Eigenschaft des Menschen.
(Ambrose Gwinnet Bierce)

Vielen Dank!

Red Snapper, Monday, 17.01.2011, 12:05 (vor 5477 Tagen) @ MC Henrich

Vielen Dank für die Übersetzung und Hinweis auf den Artikel.

Ich habe alles stundenlang im Original gelesen, nicht nur den Artikel, sondern auch die vielen Kommentare. Höchst aufschlussreich und lehrreich!

Nur einen logischen Denkfehler macht der Autor: Bei 70% von Frauen eingereichten Scheidungen addiert er noch mal 20% von Männern eingereichte Scheidungen, die er von Frauen erzwungen sieht (z.B. durch Untreue).

Dadurch kommt er auf 90%. Dieselbe Logik kann man aber auch umgekehrt machen, und dann kommt auch was ganz anderes raus (Frauen werden zur Scheidung gezwungen).

Natürlich ist es für eine Frau lukrativ, sich scheiden zu lassen, und schon daher ist es weitaus wahrscheinlicher, dass Frauen das auch machen. Aber Gewissheit bekommt man erst, wenn wieder wie früher das Schuldprinzip eingeführt wird, also vor Gericht festgestellt wird, was die Ursache für die Scheidung war.

Trotzdem: sehr guter Artikel, unbedingt lesenswert!

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