Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Dekonstruktion von Heimat

Mus Lim ⌂, Thursday, 13.01.2011, 10:23 (vor 5481 Tagen)
bearbeitet von Mus Lim, Thursday, 13.01.2011, 10:26

Ich musste eben mal wieder schwer schlucken,
als diese Glanzleistung der Dekonstruierer lesen musste:

Hybride europäisch-muslimische Identitätsmodelle
Ausgehend von der Hypothese, dass es hybrider Identitäten bedarf, um die beidseitig zu beobachtende Entfremdung zwischen Mehrheits- und Minderheitsgesellschaft zu überbrücken, kommt hier der Rolle von Menschen, die sich unterschiedlichen kulturellen Räumen zugehörig fühlen, eine besondere Forschungsrelevanz zu. [...]

In Anlehnung daran, und ausgehend von den Anfangsbuchstaben des Projekttitels ergibt sich der Kurztitel HEYMAT, was als Dekonstruktion des sehr deutschen Begriffes Heimat verstanden werden soll, nach welcher zu streben die Logik der Integration ist. (heymat.hu-berlin.de)

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So so, die "Logik der Integration" ist also die "Dekonstruktion von Heimat".
Toll!
Wir meucheln die Heimat, dann sind wir alle "heimatlos" und auf dem Niveau sind wir dann "gleichgestellt".
Schöne Aussichten auf "Schöne Neue Welt".
Das klingt in meinem Ohren wie Kambodscha und Rote Khmer:
Wir meucheln die Intellektuellen und stellen Gleichheit auf dem Niveau von Bildungs- und Kulturlosigkeit her.
Die gehören doch in die Geschlossene eingewiesen,
die sind eine Gefahr und Bedrohung für die Allgemeinheit!

Meinungskundgebungen bitte an: heymat.sowi@hu-berlin.de

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Dekonstruktion von Heimat

Manifold ⌂, Thursday, 13.01.2011, 10:49 (vor 5481 Tagen) @ Mus Lim

Das ist nicht nur respektlos gegenüber der abendländisch-europäischen Kultur, sondern auch vor der araboislamischen Kultur. Ich verstehe jeden Muslim, der davon angewidert sein würde, genauso wie ich es bin.

Nur wenn wir das Hausrecht beider Kulturkreise in ihren eigenen Sphären respektieren und uns ihm jeweils unterordnen, kann es kulturellen Frieden geben.

Von dem Standpunkt aus sind der Irak- und Afghanistankrieg, genauso wie die partielle Integrationsverweigerung bestimmter Muslime grosse Fehler, die auf beiden Seiten aufgrund eines universalistisch verstandenen Sendungsbewusstseins resultieren (Westen: Menschenrechte und Demokratie; Islam: Schariah etc.), der ums Verrecken durchgesetzt werden soll.

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"Zur Durchführung seines Zieles erachtet der Maskulismus [...] als aufrichtig und sinnvoll: [...] das ursprüngliche Anliegen einer wirklichen Gleichberechtigung beider Geschlechter." - Michail A. Savvakis

Dekonstruktion von Heimat Max -Weber und die Herrschaft

Zauberküchenmeister, Abort(nung), Thursday, 13.01.2011, 16:03 (vor 5481 Tagen) @ Manifold

Nur wenn wir das Hausrecht beider Kulturkreise in ihren eigenen Sphären
respektieren und uns ihm jeweils unterordnen, kann es kulturellen Frieden
geben.

Hausrecht ist ein gutes Schlagwort.
Da würde ich gerne auf Max Webers Definition von Herrschaft hinweisen:

"Herrschaft ist sozialwissenschaftlich nach dem deutschen Soziologen Max Weber, wie folgt, definiert: „Herrschaft soll heißen die Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden.“[1] Im Unterschied zu seiner Definition der Macht (die er als soziologisch amorph, also formlos bezeichnet) setzt Herrschaft ein bestimmtes Maß an Dauerhaftigkeit voraus; sie ist eine institutionalisierte Form von Über- und Unterordnung (Subordination), die jedoch keinerlei hierarchische Strukturen voraussetzt.

Dadurch, dass Weber ein Minimum an Gehorsam voraussetzt, geht seine Definition über die von Karl Marx hinaus, dessen Herrschaftsbegriff auf Macht basierte. Ähnlich meint Franz Oppenheimer mit Herrschaft eine Beziehung zwischen zwei rechtsungleichen sozialen Klassen. Er unterscheidet mit Otto von Gierke die Herrschaft als vertikale Sozialbeziehung von der Genossenschaft als horizontale Beziehung.

In der Geschichtswissenschaft ist Herrschaft die Ausübung der Macht über Untergeordnete und Abhängige durch Machtmittel. Herrschaft ist nur legitim, wenn über dem Herrscher und dem Beherrschten stehende Rechte zur Machtausübung eingehalten werden. Der Ursprung der Herrschaft ist in der Hausherrschaft (Gewalt des Hausherrn über die Hausgenossen) zu suchen, aus dieser entwickelte sich die Grundherrschaft. Der Ausübende der Herrschaft war der Adel; die Königsherrschaft, die ihre Legitimität durch symbolische Rituale (Wahlen, Salbung, Krönung) und durch Herrschaftsinsignien repräsentierte, war im Feudalismus nur eine Sonderform der Adelsherrschaft (vgl.: Lehnsherrschaft). Im Zeitalter der Stände ist die Macht des Herrschers durch erzwungene Herrschaftsverträge beschränkt. In der Neuzeit setzte sich die einheitliche Staatsgewalt durch. Die neuen Herrschaftsformen unterliegen einem fortlaufenden Prozess der Neuorientierung ihrer Legitimitätsgrundlage."

Die Geschehnisse zeigen ja ganz deutlich, dass "wir" nicht das Hausrecht haben bzw. es nicht anzuwenden im Stande sind.

"Mo mösse langsam ma om Tisch kloppe!":würde der Rheinlande sagen

Hausrecht haben wir schon

Mus Lim ⌂, Friday, 14.01.2011, 16:29 (vor 5480 Tagen) @ Zauberküchenmeister

Hausrecht haben wir schon,
aber Hausrecht haben und ausüben sind halt noch zwei paar Schuhe.

Dekonstruktivismus ist sozusagen eine Form der Verweigerung der Ausübung

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Dekonstruktion von Heimat

rexxer, Thursday, 13.01.2011, 11:20 (vor 5481 Tagen) @ Mus Lim

...genau. Nicht Multi-Kulti, sondern Mono- oder No-Kulti. Das ist das Ziel.

Schon Sprengler hatte sich vor der Vereinigung der Weissen (inneren) Revolution mit der Farbigen Revolution (von aussen) gefürchtet. (Gruß an den Zeitgenossen :)

Und genau dies dokumentiert dieser ´intellektuelle´ Durchfall. Denn kulturelle und geistige Einebnung ist ein und das selbe.

rexxer

Neo-Marxismus

Zeitgenosse offline, Thursday, 13.01.2011, 11:38 (vor 5481 Tagen) @ rexxer

Heimat ist Ausdruck der kulturellen Identitaet. Von dieser glauben die Neo-Marxisten, sie verblende die Arbeiterklasse, sodass diese ihre wahren Interessen nicht erkenne. Deshalb muesse die Kultur zersetzt werden. ..

Im Grunde haben diese Dekonstruierer das denkbar negativste Bild von Zuwamderern, denn sie sind ihnen nur Werkzeug der Zerstoerung.

Gruss

Zeitgenosse

Geschichte der Politischen Korrektheit

Mus Lim ⌂, Thursday, 13.01.2011, 13:37 (vor 5481 Tagen) @ Zeitgenosse offline

Im Grunde haben diese Dekonstruierer das denkbar negativste Bild von Zuwanderern, denn sie sind ihnen nur Werkzeug der Zerstoerung.

Die Arbeiterklasse hat ja versagt, nun müssen es die Musels richten, oder was? *lach*

WikiMANNia:
* Die Geschichte der Gleichmacherei
* Die Geschichte der Politischen Korrektheit

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Geschichte der Politischen Korrektheit

rexxer, Thursday, 13.01.2011, 16:40 (vor 5481 Tagen) @ Mus Lim

Die Arbeiterklasse hat ja versagt, nun müssen es die Musels richten, oder
was? *lach*

´Die Musels´ sollen überhaupt nichts richten. Sie unterhöhlen nur - Denn es geht um das Ausheben der kulturellen Wurzeln zugunsten einer ideologisch sozialisierten Pseudo-Elite. Eine ´Elite´, welche in unserer Bürokratischen Diktatur hauptamtlich die Argumente zum Ausbeuten der eigenen Leistungsträger liefert.

Das wahrhaftig Eigenständige in fremden Kulturen ist den geistig entwurzelten Eliten genauso zuwider wie die eigene kulturelle Basis.

Und wenn die wie auch immer zu wertenden Bedürfnisse von Zuwanderern nicht mehr als ´Allgemeinwohl´ - sprich Daseinsberechtigung unserer politischen Klasse umgelogen werden können, dann werden sie plötzlich ganz schnell ins Visier unserer Meinungswächter geraten.

rexxer

Neo-Marxismus

rexxer, Thursday, 13.01.2011, 16:16 (vor 5481 Tagen) @ Zeitgenosse offline

Im Grunde haben diese Dekonstruierer das denkbar negativste Bild von
Zuwamderern, denn sie sind ihnen nur Werkzeug der Zerstoerung.

...exakt so beobachte ich das auch! Und mit Schaudern frage ich mich was passiert, wenn fremde Kulturen ideologisch ausgedient haben.
Ich fürchte dann gibt es einen weltweiten Anpassungsdruck, der den Begriff totalitär neu definiert...

Viele Grüße,

rexxer

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