Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Soziale Verantwortung übernehmen: Das soll aus Jungen ganze Kerle machen

Christine ⌂, Tuesday, 11.01.2011, 13:46 (vor 5483 Tagen)

Hamburg. Lavdrim gibt nachmittags gern den "Beatboxer" und imitiert mit Mund, Nase und Rachen Schlagzeugrhythmen. Oder der schlaksige Junge spielt Fußball und trifft sich mit Freunden. Ein Teenie-Leben eben. Mittwochs aber widmet sich der 17-Jährige ein halbes Jahr lang alten Menschen in einem Pflege- und Altenheim in Heimfeld. Lavdrim nimmt teil am Projekt "Soziale Jungs Hamburg", das jetzt offiziell gestartet worden ist.

Reden ist nicht die größte Stärke von Lavdrim aus Wilhelmsburg und seinem Mitschüler Gökhan, 15, aus der Parallelklasse. Eine Unterhaltung mit den beiden kann ein bisschen stockend verlaufen. Aber wenn sie mit dem 88-jährigen Hans Bewerich "Mensch ärgere dich nicht" spielen, ist alles anders. Alten Menschen, sagen sie, hören sie gern zu. "Die können erzählen, wie es früher war. Dabei kann ich viel lernen", sagt Lavdrim. "Der eine erzählte mir von seinen beiden Kindern und dass er wieder zurück möchte nach Hause."

Gökhan und Lavdrim gehen in die 9. Klasse der Stadtteilschule Stübenhofer Weg. Einmal pro Woche verbringen sie einen Arbeitstag bei Pflegen & Wohnen. Sie machen mit, wenn die Senioren ihr Gedächtnis trainieren. Sie spielen mit ihnen Gesellschaftsspiele, helfen in der Cafeteria oder hören einfach nur zu.

Das neue Projekt "Soziale Jungs", eine Kooperation des Arbeiter-Samariter-Bundes und der Agentur Männerwege, das von der Sozialbehörde mitbezahlt wird, hat das Ziel, einen Freiwilligendienst für männliche Schüler zwischen 13 und 16 Jahren aufzubauen. Warum so ein Jungenprojekt? "Es geht darum, dass sich Jungs soziale Arbeitsfelder erschließen können", sagt Projektleiter Alexander Bentheim. Außer in Alten- und Pflegeheime können die Jungs auch in Kitas gehen. Bentheim: "Die Jungs lernen dort Menschenkenntnis, sie lernen Konflikte zu lösen und zu organisieren." Die sozialen Kompetenzen und das Selbstwertgefühl werden gestärkt. "Ziel ist es ebenfalls, einen Beitrag zu einem ausgewogeneren Geschlechterverhältnis in Erziehung und Pflege zu leisten."

Und dieses ausgewogene Geschlechterverhältnis ist wichtig - auch für die Jungs selbst. Jungen fehlt es an männlichen Vorbildern. "Wenn Jungen nur noch wenig Kontakt zu Vater, Onkel, Großvater oder anderen geeigneten Männern haben, dann fehlt ihnen ein identitätsstiftendes und lebensförderndes Modell", sagt Frank Beuster, Lehrer an der Stadtteilschule Bergstedt. Es sei auffällig, dass besonders in Kindertageseinrichtungen und an Grundschulen Männer fehlen. Beuster bekommt es hautnah zu spüren, was dieser Männermangel für Folgen haben kann. "Jungs fallen häufiger als Mädchen auf, stören den Unterricht, machen nicht mit." Ihnen fehlt es häufig an Angeboten, die sie faszinieren und motivieren. Frank Beuster fordert: "Männer, kümmert euch um Jungs!" Sein Projekt "Paten-T für Jungen" versucht die Männer dazu zu motivieren. Etwa einmal im Monat kommt eine Gruppe von zehn bis 15 Jungen mit möglichst genauso vielen Männern in der Schule zusammen, und dann machen sie "Jungssachen", wie Fichten schlagen im Wald, eine Nachtwanderung oder ein Tipi bauen. Sie gehen aber auch gemeinsam in die Küche. Die Paten sind Rentner, aber meistens Väter, deren Söhne in die Stadtteilschule gehen oder gegangen sind. Mittlerweile ist das Projekt auf sechs Schulen in ganz Hamburg ausgeweitet worden.

Solche reinen Jungsaktivitäten seien notwendig, weil sie im Schulalltag keine Möglichkeit haben, Hierarchien zu testen, ihren Bewegungsdrang auszuleben oder etwas Handfestes wie ein Tipi-Zelt zu bauen. Beuster: "Wenn ihre Abenteuerlust gestillt ist, sind die Jungs auch wieder offen fürs Lernen."

Auch die sozialen Einrichtungen profitieren von den jungen Helfern. Lavdrim und Gökhan, die sich sozial im Alten- und Pflegeheim engagieren, sind für das Haus eine Bereicherung: "Für unsere Bewohner ist es ein Höhepunkt des Tages, wenn die jungen Menschen kommen und sie denen noch etwas beibringen können", sagt die Leiterin Anja Twardy. Hans Bewerich ist begeistert: "Die machen sich gut. Alte Menschen gibt es hier ja schon genügend."

http://news.google.de/news/search?aq=f&pz=1&cf=all&ned=de&hl=de&q=Lavdrim+Beatboxer

Auf den ganzen Text kann man nur über Google zugreifen.

Ich befürchte, das obiges Projekt immer mehr Schule machen wird. So ganz nebenbei kann man Jungen dann eher für ein freiwilliges, soziales Jahr gewinnen. Schließlich muss der wegfallende Zivildienst irgendwie kompensiert werden.

Gruß - Christine

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Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohlangepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein

Soziale Verantwortung übernehmen: Das soll aus Jungen ganze Kerle machen

imion, Tuesday, 11.01.2011, 13:56 (vor 5483 Tagen) @ Christine

Das Projekt halte ich für gut. Besonders mit dem Kita angebot, denn es fehlt dort an Männern. Aber das mit dem Freiwilligen Dienst ist mir auch sofort in den Kopf geschossen. Kann aber auch eine Arumentenhilfe für uns sein:"Seht her, Jungs übernehmen freiwillig verantwortung, was ist mit den Mädchen?".

Alles in allem also recht Positiv

Soziale Verantwortung übernehmen: Das soll aus Jungen ganze Kerle machen

Diego, Hannover, Tuesday, 11.01.2011, 17:39 (vor 5483 Tagen) @ imion

Alles in allem also recht Positiv

Sehe ich genauso! Es schadet den Jungen dieser Zielgruppe jedenfalls nicht, wenn sie neue Lebensbereiche außerhalb ihres begrenzten sozialen Umfeldes kennenlernen. Dasselbe gilt allerdings auch für Mädchen, die - anders als der Femininismus uns dies weismachen will - keinesfalls automatisch über adäquate soziale Fertigkeiten verfügen.

Das Problem bei "modernen" Familien besteht darin, das selbige eben nicht mehr in traditioneller Form bestehen und die Kinder auch nicht mehr am Leben der Großeltern teilhaben. Das bedeutet aber auch, dass die Kinder nicht mehr die gesundheitlichen Einschränkungen und den körperlich-geistigen Abbau der Großeltern miterleben, sondern (hohes) Alter als etwas völlig Abstraktes und Fernes erleben, dem man mit Verachtung oder sozialer Ausgrenzung begegnet. Selbiges gilt ja auch für die Kinder alleinerziehender Frauen, deren erster näherer Kontakt zu Männern u.U. das erste Mal im Alter von 10 oder 12 Jahren stattfindet, wenn sie in der Schule in die Sekundarstufe 1 versetzt und das erste Mal von einem Lehrer unterrichtet werden. Für manche Kinder ist diese soziale Begrenzung leider genauso Realität wie die der Kinder, deren soziales Umfeld nur aus den Eltern, der Clique (wenn überhaupt) und der Schule besteht. Denen mal Perspektiven aufzuzeigen ist bestimmt nicht verkehrt. Allerdings bleibt in diesem Fall der fade Beigeschmack, dass das Projekt nicht im Sinne und Interesse der Kinder geschieht, sondern auf die feministisch-pseudosoziale Umerziehung der männlichen Kinder abzielt.

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"Wenn Ihr Eure Augen nicht gebraucht, um zu sehen, werdet Ihr sie brauchen, um zu weinen."
Jean Paul Sartre

Handwerklich-soziale Verantwortung übernehmen:Erwache aus Deinem (b)mösen Traum

Zauberküchenmeister, Abort(nung), Tuesday, 11.01.2011, 17:52 (vor 5483 Tagen) @ imion

Das Projekt halte ich für gut. Besonders mit dem Kita angebot, denn es
fehlt dort an Männern. Aber das mit dem Freiwilligen Dienst ist mir auch
sofort in den Kopf geschossen. Kann aber auch eine Arumentenhilfe für uns
sein:"Seht her, Jungs übernehmen freiwillig verantwortung, was ist mit den
Mädchen?".

Die Mädchen könnte Mann ja versuchen zu überzeugen ihre HandewerkerInnen-Skillz aud freiwilliger Basis zu entwickeln.
(Wobei, die bisherigen Girlie-Days waren ja bisher erher ein Schuß in den Ofen!)

Wenn´s bald rappelt sind die Jungs eh, ausgewandert, im Krieg, tot....
Auf jeden Fall nicht mehr als beliebig verfügbare beharrte Arbeitstiere
zu (miß-)gebrauchen.

Zu den Werkzeugen und Waffen Ihr starken Frauen!
(Hört sich das links genug an? Ich weiß! An mir ist ein Propagandaminister verloren gegangen!)

Auf uns werdet Ihr nicht mehr lange zählen können!
Abere wem sage ich das?

Hier ist noch n Kalauer: "Deutschland, erwache aus Deinem (b)mösen Traum!" ;)

In Kitas es fehlt an Männern

Mus Lim ⌂, Tuesday, 11.01.2011, 18:19 (vor 5483 Tagen) @ imion

Besonders mit dem Kitaangebot, denn es fehlt dort an Männern.

Solange Männer dort in einer erzfeministschen Umfeld arbeiten müssen, in ständiger Gefahr, dem Missbrauch an kleinen Mädchen bezichtigt zu werden, nur weil sie einem Kind beim Toilettengang behilflich sind, sage ich vorsichtshalber: Nein, danke!

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Getränkemarkt, Tuesday, 11.01.2011, 14:03 (vor 5483 Tagen) @ Christine

oh , sorry, geht nur als Abonnent oT

Getränkemarkt, Tuesday, 11.01.2011, 14:07 (vor 5483 Tagen) @ Getränkemarkt

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