Definition von Weib im Pierer's Universal-Lexikon, 1865
Die wußten früher noch genauer, was ein Weib ist.
In den heutigen "östrogenverseuchten" Wörterbüchern werden die grundlegenden Unterscheidungen leider nur noch verwaschen angesprochen oder ganz weggelassen.
Hier der Anfang des Artikels (Zur besseren Lesbarkeit in Absätze unterteilt):
Weib [1]
eine erwachsene Person weiblichen Geschlechts. Das W. im Allgemeinen, als Individuum weiblichen Geschlechts, betrachtet u. ohne die auf die Geschlechtsfunctionen ausschließlich sich beziehenden Organe (s.u. Genitalien B) bes. zu berücksichtigen, unterscheidet sich durch mehre charakteristische Eigenthümlichkeiten von dem Manne
Die Knochen des W-es sind im Allgemeinen zarter, glatter, die Vorsprünge, Leisten, Spitzen, Ecken, welche bei dem Manne durch die Wirkung der ihnen angehefteten stärkern Muskeln hervorspringender werden, sind hier weniger ausgebreitet, bes. ist die knöcherne Umgebung der Brusthöhle enger u. kürzer, nach oben schmäler, die Rippen, das Schlüsselbein weniger gebogen, die andern Rippen u. das Brustbein kürzer, weshalb der Unterleib im Verhältniß zur Brust einen merklich größern Raum einnimmt, als beim männlichen Geschlecht. Das Becken ist breiter, in seinen Aperturen weiter u. geräumiger, die Hüftknochen horizontaler gestellt, das Kreuzbein breiter u. flacher, das Steißbein mehr beweglich, der Schambogen runder u. weiter, die Schamfuge niedriger aber breiter, als beim Manne. Die Pfannen der Schenkelgelenke stehen weiter auseinander, der Hals des Schenkelknochens macht mit letzterem einen weniger stumpfen, mehr dem rechten sich nähernden Winkel, weshalb die Oberschenkel nach den Knien hin mehr convergiren.
Zu Folge der ursprünglich verschiedenen Bildung der Brust u. des Unterleibs, tritt auch die arterielle Seite des Gefäßsystems u. die der willkürlichen Bewegung gewidmete Organenreihe bei dem W. mehr in den Hintergrund. Die Muskeln sind schwächer, schlaffer, die Oberfläche des Körpers mehr mit Fett gepolstert, wodurch die allgemeinen Umrisse desselben gerundeter werden. Bezüglich der mit der Respiration in engster Verbindung stehenden Stimmorgane ist der Kehlkopf kleiner, höher gelegen, weniger hervorstehend u. die Stimme seiner, höher; Die Haut ist glätter, zarter, weniger behaart, wes halb auch der Bart fehlt, der Körper im Allgemeinen kleiner u. zarter als bei dem Manne. Bei dem W-e waltet in der Regel die vegetative u. sensible Sphäre des Organismus vor, daher ist dasselbe empfindlicher gegen krankmachende äußere Einflüsse, es erkrankt leichter als der Mann, übersteht aber eine große Zahl bedeutender Krankheiten, wegen der größern Nachgiebigkeit u. Fügsamkeit der Organe,[14] leichter als dieser.
In psychischer Beziehung überwiegt bei dem W-e die Gefühlsseite. Während die Handlungsweise des Mannes durch Grundsätze, welche aus Überlegung u. Vernunftschlüssen hervorgehen, bestimmt wird, folgt das W. im Leben mehr ihren Gefühlen u. einem instinctmäßigen Empfinden des Schicklichen u. Schönen, welches nebst einem sehr oft hervortretenden Scharfsinn u. schnelleren Überblick der Verhältnisse dasselbe richtig leitet; während der Mann vermöge seiner höhern Geistes- u. Körperkraft den Kreis seines Wirkens über die Grenzen seines Hauses u. seiner Familie hinaus zu erweitern strebt u. nur als nützliches Glied der Staatsgesellschaft einen größern od. geringern Werth sich erringt, ist das W. auf ihr Haus angewiesen, kann in diesem Kreise als Hausfrau u. Mutter das Bild ihres ganzen Geschlechts repräsentiren, das höchste Ziel erreichen, welches die Natur dem ganzen Geschlechte vorgesteckt hat, u. findet im Besondern u. im engern Kreise sein Glück, seine Bestimmung; s. Ehe C) u. Tochter 1).
Weiter hier
Faksimile ab hier
--
---
Der Maskulist
---
Familienpolitik
![[image]](Info/Img/hans-blueher-1916.gif)
