Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Ich, das Mädchen aus dem Pappkarton

Genderinstitut, Friday, 07.01.2011, 20:07 (vor 5487 Tagen)

Miriam Stein wurde ausgesetzt, wie Marie, das Findelbaby vom CCH. Sie wuchs behütet bei Adoptiveltern auf. Doch ihre Identitätssuche dauert an. Ein Erfahrungsbericht

Am 7. Juli 1977 wurde am Rathaus der südkoreanischen Großstadt Daegu ein ausgesetztes Baby gefunden. Eine genaue Rekonstruktion des Fundes war nicht mehr möglich, denn weder Behörden noch Medien beschäftigten sich damals mit dem Fall. Die Lokalzeitungen berichteten an diesem Tag von anderen Nachrichten, von steigenden Lebensmittelpreisen, vom Militärputsch in Pakistan. Aber kein Wort über den Säugling. Es gibt einige vage Anhaltspunkte in der Akte, kleine Hinweise, aber keinerlei Fakten. Es heißt, Polizisten hätten das Baby gefunden und ins katholische Waisenhaus gebracht. Das Kind soll in einem Schuhkarton gefunden worden und in Zeitungspapier eingewickelt gewesen sein. In einer Zeitung wie dieser, die Sie gerade in Ihren Händen halten. Das Baby war ich.

Die koreanischen Behörden gaben mir eine Aktennummer, K77-2178, und einen Namen, Yung Min. Als man mich fand, war ich kein Neugeborenes mehr, sondern laut Akte 60 Zentimeter lang und 4,6 Kilogramm schwer. Ich konnte meinen Kopf bereits eigenständig halten und nach einem Spielzeug greifen. Anhand dieser Daten errechnete man ein ungefähres Geburtsdatum. In meinem Pass steht der 5. April 1977. Man notierte im Waisenhaus: "Yung Min ist normal entwickelt, sowohl physisch als auch psychisch. Ihr Gesundheitszustand ist angeschlagen, sie braucht Pflege und ärztliche Behandlung." Ausreichend Pflege und Behandlung ließ man mir im Waisenhaus zukommen. In den kommenden Monaten entwickelte ich mich gut, wuchs fast vier Zentimeter und nahm drei Pfund zu. Im Bericht der letzten Untersuchung in Korea schrieb der zuständige Arzt am 28. Oktober 1977: "Yung Min sagt Ubba, Umma und Mamma. Sie reagiert auf ihren Namen, wenn man sie ruft."

Zehn Tage später wurde ich nach Deutschland adoptiert. Dort gaben mir meine Adoptiveltern einen deutschen Namen: Miriam, nach der älteren Schwester des Propheten Moses, die das Körbchen mit dem ausgesetzten Mosesbaby zum Strand der ägyptischen Prinzessin Bithiah paddelte und ihrem Bruder ein sicheres Leben ermöglichte.

Aus dem namenlosen Baby aus dem Schuhkarton in Korea wurde in Osnabrück Miriam Stein, eine Tochter, kleine Schwester, Enkelkind, Nichte, Cousine - ein gewolltes Kind. Ich erinnere mich, dass ich mir immer zwei Stofftiere wünschte, eine Mutter und ein Kind, die gemeinsam in meinem Kinderzimmer lebten und nicht mehr getrennt werden durften. Weil ich auswärts unter Heimweh litt, stellten meine Eltern mich bis zur fünften Klasse von Klassenfahrten frei. Bis ich elf war, verbrachte ich niemals mehr als eine Nacht ohne meine Eltern. Seit der Ankunft in Deutschland wurde ich von Albträumen und Schlafstörungen geplagt, die nach und nach abnahmen und schließlich verschwanden. Ich entwickelte mich, integriert in ein mittelständisches Familienleben, wie ein "ganz normales" Mädchen. Meine leibliche Mutter begleitete meine Kindheit wie ein Charakter aus einem Kinderbuch, eine naive Gestalt, in ein exotisches Gewand gehüllt, gesichtslos. Ihre Not zwang sie dazu, mich abzugeben, erzählten mir meine Eltern. Und diese undefinierte Not genügte mir als Kind, um mit liebevollen Gedanken an sie zu denken. Aber die Rolle der Mutter besetzte nicht sie, sondern meine Adoptivmutter.

Später, im Gymnasium, wurde ich im Biologieunterricht erstmals mit Genetik konfrontiert, es ging um Begriffe wie Erbkrankheiten und genetisch übertragbare Eigenschaften. Als Klassenprojekt sollte jeder einen Stammbaum über drei Generationen basteln und die eigene Augen- und Haarfarbe sowie Nasen- und Gesichtsform in Eltern und Großeltern nachverfolgen. Diese Aufgabe führte mir mein unlösbares Problem vor Augen. Statt des Stammbaums entwickelte ich ein ausgeprägtes Desinteresse an Biologie, denn wie ein Schatten blieb das Gefühl: Ich bin allein, ich habe keine Familie.

Wenige Wochen vor meinem 16. Geburtstag öffnete ich einen Brief vom Berliner Standesamt. Dort mussten wir meine Geburtsurkunde für ein Schülervisum für ein Austauschjahr in den USA bestellen. Aus dem kleinen grauen Amtsumschlag zog ich einen gestempelten und besiegelten A5-Bogen, auf dem nichts als mein Name stand. Miriam Yung Min Stein. Ansonsten keinerlei Angaben, Mutter und Vater unbekannt. Ich steckte das Dokument in Kopie mit den anderen in einen Umschlag und schickte ihn zur amerikanischen Botschaft. Danach verlegte ich die Geburtsurkunde.

Doch die Angst, ganz allein auf der Welt zu sein, blieb. Wer hatte eigentlich darüber entschieden, wo ich aufwachse? Und wie viel kann ich wert sein, wenn meine eigene Mutter mich einfach auf der Straße abstellt? Die Schlafstörungen und Albträume kamen zurück, ich fühlte mich ausgeschlossen und einsam. "Warum machst du es dir denn so schwer?", fragte eine Freundin. "Der Anfang deines Lebens war unglücklich, aber dann hast du in einer Familie wie jeder andere auch gelebt." Das klang vernünftig, doch in mir fühlte mein Leben sich keinesfalls normal an.

Rückblickend überrascht es wenig, dass ich nach dem Abitur aufbrach und ohne Ziel und ohne Plan losrannte. Die erste Hälfte meiner Zwanziger verbrachte ich auf Reisen um die ganze Welt. Dort tauchte ich, für eine Weile, in einen fremden, exotischen Alltag ein und versuchte, eine von denen zu sein. Nach einem festen Wohnsitz, nach einer Familie sehnte ich mich nicht, sondern nach alternativen Lebensentwürfen. Irgendwann stellte ich fest, dass auch zwischen den Koffern die gleichen Fragen blieben. Wo gehöre ich hin? Habe ich nicht wirklich, wie meine Freundin damals sagte, ein Leben wie alle anderen gelebt?

Das "Leben wie das aller anderen auch" ist Fluch und Segen zugleich für Findel- und Waisenkinder, die nach dem tragischen Anfang ihres Lebens in Adoptivfamilien aufwachsen. Segen, weil die Bedrohung von Armut und Hunger aufgehoben ist, weil Eltern und Geschwister Sicherheit und Liebe geben. Fluch, weil dieses Glück die tiefe Trauer um die verlorene, fremde Mutter, das verlorene, unbekannte Leben so schwer macht. "Warum bist du nicht einfach dankbar, dass man dir geholfen hat?" Vielleicht wäre ich dankbar, wenn man meiner leiblichen Mutter geholfen hätte, ihre Not zu lindern. Dann hätte sie ihr Kind, mich, selbst großziehen können. Gefunden habe ich sie übrigens nicht, trotz einiger Versuche. Sie bleibt die naive, gesichtslose Gestalt.

So allein, wie ich mich damals fühlte, war ich übrigens nie. Es ist unmöglich, die genaue Zahl von international ausgesetzten Kindern herauszufinden. Allein aus Südkorea sind in den letzten 30 Jahren mehr als 200 000 Findelkinder in die westliche Welt adoptiert worden. Laut Terre des Hommes wurden 2009 in Deutschland 36 Fälle von ausgesetzten Babys bekannt, 24 davon tot und zwölf lebend. Identitäten und Motivationen der leiblichen Mütter bleiben meistens unbekannt.

Als ich vor fünf Jahren erstmals nach Korea zurückgekehrt bin, traf ich viele andere Adoptierte auf der Suche nach ihren leiblichen Eltern und sich selbst. Egal, wie behütet die Adoptivfamilie lebt, gleichgültig, ob das Eltern-Kind-Verhältnis gut oder schlecht ist, die Suche nach Licht im Dunkel des eigenen Lebensanfangs ist bei allen Findel- und Waisenkindern gleich.

Je mehr diese Suche und die Sehnsucht nach Wissen respektiert und gefördert wird, je mehr dem einstigen Findelkind und dem späteren Erwachsenen gestattet wird, das verlassene Kind in sich zuzulassen und zu akzeptieren, je weniger Schuld wir fühlen, wenn wir um das Verlorene trauern, desto eher heilen die Wunden. Als Erwachsene stellte ich mich selbst vor die Wahl: weiter weglaufen oder eigene Entscheidungen treffen. Ich entschied mich für mich selbst. Dafür, das Risiko einzugehen, etwas zu behalten und aufzubauen, selbst auf die Gefahr hin, es wieder zu verlieren. Denn ich traute mir nun zu, den Verlust zu überleben.

Am 20. September 2009 kam mein Sohn im Kreißsaal sechs der Berliner Charité im Klinikum Virchow zur Welt. Sein Vater durchtrennte um 23.23 Uhr die Nabelschnur. Sieben Stunden später waren wir alle drei wieder zu Hause.

Es gibt gefühlte zehn Millionen Fotos aus seinen ersten drei Monaten - genau die Lebensmonate, die in meinem Leben im Dunkeln liegen. Wenn ich dieser Tage aus beruflichen Gründen reisen muss, begleitet mich meine Familie meistens. Wahrscheinlich werde ich meine Rastlosigkeit niemals ganz ablegen können, sie ist ein Teil von mir. Doch am Ende komme ich bei mir, bei meiner Familie an.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie des Schicksals, dass ich, das Mädchen aus dem Pappkarton, das Baby, das einst in Zeitungspapier eingewickelt war, heute in einer Zeitung einen Text verfasse, weil die kleine Marie in einem Koffer ausgesetzt wurde. Ich wünsche ihr alles erdenklich Gute.

http://news.google.de/news/search?aq=f&pz=1&cf=all&ned=de&hl=de&q=Miriam+Stein+source%3Aabendblatt

Der komplette Artikel ist nur über Google aufzurufen.
Man sollte solche Artikel allen Genderisten solange um die Ohren hauen, bis sie begreifen, wie wichtig die Biologie fürs ganze Leben ist

Ich, das Mädchen aus dem Pappkarton

der_quixote, Absurdistan, Friday, 07.01.2011, 20:50 (vor 5487 Tagen) @ Genderinstitut

Tschuljiung, dass ich lebe...

Habe wenig Zeit und würde mich freuen, wenn Du auf den Punkt brächtest, was Du meinst..

Frank

Danke

--
Man(n) sollte (s)eine Frau welche schweigt niemals unterbrechen...

Ich, das Mädchen aus dem Pappkarton

Sachse, Friday, 07.01.2011, 23:57 (vor 5487 Tagen) @ der_quixote

Gerade läuft bei einigen Feministinnenblögs die Empörung darüber, dass da ein VATER Recht bekommen hat und Kontakt, gegen den Willen der Mutter, mit seinem Kind aufnehmen darf.

Man beruft sich auf das Kindeswohl

Da , und in anderen Fällen der Adoption und der Väterentsorgung oder des Väteraustausches kommt es später regelmäßig zu jahrelanger Suche der Kinder nach ihrem leiblichen Elternteil(en).
Später deshalb, weil den Kindern in ihrer Kinderzeit die Wahrheit vorenthalten wird. Irgendwann, wenn sie selber entscheiden können und festgestellt haben, dass da was nicht stimmt, geht die Suche los und bleibt bis zum Erfolg Lebens-bestimmend.

Nun solle doch einer sich hinstellen und behaupten, eine Elternteilentsorgung würde dem Kindeswohl entsprechen.

Nein, auch dieser Beitrag zeigt: es ist ein Verbrechen, wenn es irgendwie angeordnet, gerichtlich beschieden oder anderweitig organisiert wird.

Nicht das Kindeswohl wird dabei verfolgt, es ist ein Verbrechen am Kind. Das Recht des Kindes wird mit Füßen getreten, das Recht des Kindes wird vergewaltigt !

Dafür sehe ich diesen Beitrag als Beleg und Beweis

Sollen sich 'nen Dauerlutscher ... (kT)

Müller ⌂, Saturday, 08.01.2011, 00:07 (vor 5487 Tagen) @ Sachse

Sollen sich 'nen Dauerlutscher ... (kT)

Sachse, Saturday, 08.01.2011, 00:11 (vor 5487 Tagen) @ Müller

wer jetzt ??

Sollen sich 'nen Dauerlutscher ... (kT)

Müller ⌂, Saturday, 08.01.2011, 00:49 (vor 5487 Tagen) @ Sachse

Also eine Dauerlutscherin wäre mir lieber

Potentieller Vergewaltiger, Saturday, 08.01.2011, 00:23 (vor 5487 Tagen) @ Müller

Sorry, aber der musste einfach sein ;-)

Miriam braucht Umerziehung!

Wolfgang A. Gogolin ⌂, Hamburg, Friday, 07.01.2011, 23:58 (vor 5487 Tagen) @ Genderinstitut

Miriam Stein wurde ausgesetzt ...

Diese Miriam braucht offensichtlich eine ordentliche Portion feministisch-gendermäßige Umerziehung, damit sie endlich begreift, dass Familie am besten als Patchwork-Familie, durch Verwendung desselben Kühlschranks definiert, funktioniert. Politisch voll OK wäre auch noch das Aufwachsen bei Kampflesben.

Diese Suche nach *angewidertausspuck* biologischen Eltern ist sowas von total gestrig!

Viele Grüße
Wolfgang

Miriam braucht Umerziehung!

Kurti, Wien, Saturday, 08.01.2011, 01:23 (vor 5487 Tagen) @ Wolfgang A. Gogolin

Diese Miriam braucht offensichtlich eine ordentliche Portion
feministisch-gendermäßige Umerziehung, damit sie endlich begreift, dass
Familie am besten als Patchwork-Familie, durch Verwendung desselben
Kühlschranks definiert, funktioniert. Politisch voll OK wäre auch noch
das Aufwachsen bei Kampflesben.

Und mit Hannelore Vonnier, der ExpertIn für matriarchalische Wohn- und Lebensverhältnisse, als PatentantIn ...

Gruß, Kurti

Miriam braucht Umerziehung!

H.-Norbert ⌂, Nordhessen und an (auf) der Ostsee, Saturday, 08.01.2011, 01:48 (vor 5487 Tagen) @ Wolfgang A. Gogolin

Sag mal Wolfgang,

ist Dir eigentlich klar, dass es Menschen gibt, die das Wort "Ironie" nicht mal kennen?

Norbert

--
www.NUlb.de
www.Stiefkindadoption.de

Miriam braucht Umerziehung!

Wolfgang A. Gogolin ⌂, Hamburg, Saturday, 08.01.2011, 15:00 (vor 5486 Tagen) @ H.-Norbert

ist Dir eigentlich klar, dass es Menschen gibt, die das Wort "Ironie"
nicht mal kennen?

Ja, das ist mit klar. Wir müssen mit diesen Menschen leben.

Viele Grüße
Wolfgang

Ne Frage

Jana, Saturday, 08.01.2011, 16:20 (vor 5486 Tagen) @ Wolfgang A. Gogolin

Habe da mal eine Frage an Euch:

Was ist Ironie ?? hat das was mit Irokesen zu tun ?Oder ist es etwas Sexuell-Abartiges?
Warum macht ihr so ein Geheimnis daraus "

Ne Frage

H.-Norbert ⌂, Nordhessen und an (auf) der Ostsee, Saturday, 08.01.2011, 21:35 (vor 5486 Tagen) @ Jana

Habe da mal eine Frage an Euch:
Was ist Ironie ?? hat das was mit Irokesen zu tun ?Oder ist es etwas
Sexuell-Abartiges?
Warum macht ihr so ein Geheimnis daraus "

Liebste Jana,

wenn ich Dich mit meinem gewinnendsten Lächeln ansehe und Dir in überzeugendstem Ton sage, ach was, zuhauche:

"Du bist die schönste Frau, die ich jemals gesehen habe"

dann ist das Ironie.

Du hast es sehr richtig erkannt: Es hat durchaus mit Irokesen, Sexuellem und Abartigem zu tun.

Norbert

--
www.NUlb.de
www.Stiefkindadoption.de

errötete

Jana, Saturday, 08.01.2011, 22:22 (vor 5486 Tagen) @ H.-Norbert

Oh, danke Nobilein
ich sehe, du verstehst mich. Wann können wir uns treffen, ich bin schon äh freue mich schon so auf dich.
Ein Mann, der mir die Welt zu Füßen legt ähh erkläret

errötete

H.-Norbert ⌂, Nordhessen und an (auf) der Ostsee, Sunday, 09.01.2011, 00:25 (vor 5486 Tagen) @ Jana

Oh, danke Nobilein
ich sehe, du verstehst mich. Wann können wir uns treffen, ich bin schon
äh freue mich schon so auf dich.
Ein Mann, der mir die Welt zu Füßen legt ähh erkläret

Da ich ein Kavalier alter Schule bin, komme ich natürlich zu Dir.

Deine Adresse ist wohl:

Bayenturm, 50678 Köln

Ich frage dort einfach nach der Herausgeberin und Geschäftsführerin.

Die wird mir sicher sagen, wo in ihrem Haus ich Dich, allerliebste Jana, finde.

Oder ist sie es gar selbst?

Norbert

--
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Miriam braucht Umerziehung!

der_quixote, Absurdistan, Saturday, 08.01.2011, 06:14 (vor 5487 Tagen) @ Wolfgang A. Gogolin

Wie viel von unserer Definition von "Feminität" dient dazu, uns zu beteuern, dass Frauen zarte, damenhafte Kreaturen sind, die mann beschützen und nicht fürchten muss?

Frauen sind unaggressiv, nicht furchterregend, klein und schwach, Männer groß und stark, folglich werden Frauen von Männern beschützt, kontrolliert, dominiert. Die Konsequenzen, die sich aus diesen, uns von Männern zugeteilten Eigenschaften, für unser Gesprächsverhalten ergeben, sind von ungeahnter Stärke und Rigidität!

Es sind Regeln, die kaum zu durchbrechen sind, auch wenn wir uns noch so sehr bemühen.

Beispielsweise ist die Regel, Männer dominieren zu lassen, für uns Frauen eine ungeheuer starke Regel, die wir kaum je aufgeben können!

Wir gestehen uns nicht einen kurzen Sprechakt lang zu, einem Mann gegenüber dominant zu sein, beispielsweise ihn zu

* informieren,
* zu belehren,
* zu korrigieren,
* zu kritisieren,
* negativ zu bewerten,
* zu übertrumpfen,

d.h. einmal eine Äußerung lang mehr Macht zu haben als ein Mann.

Wenn Sie ein Beispiel möchten, sehen Sie sich irgendeine x-beliebige, gemischtgeschlechtliche Fernsehdiskussion an.

> Die weibliche Rolle tut uns Gewalt an, nimmt uns Energie, vergiftet unsere Psyche, kontrolliert unseren Intellekt, hindert unsere Kreativität.

Die weibliche Rolle wird auch sprachlich ausgedrückt und in Gesprächen bestätigt und gefestigt.

Sprachliche Änderungen, Akte der Neudefinition, frauenidentifiziertes Reden müssen von vielen Frauen in unzähligen Gesprächen praktiziert werden, bis ein Prozess, eine Entwicklung in Gang kommt und Sprache und Unterdrückung sich ändern.

http://frauensprache.com/geschlecht.htm

Ich hab´ mir ob dessen gerade an der SäckINN gekratzt, wohlig gegrunzt und die SchwänzINN gestreichelt und irgendwie kam mir so ein Kinderspiel in den Sinn.

"Ich sehe was, das Du nicht siehst"

Und das ging ganz anders...

" Ich habe was, das Du nicht hast".

--
Man(n) sollte (s)eine Frau welche schweigt niemals unterbrechen...

Ich, das Mädchen aus dem Pappkarton

H.-Norbert ⌂, Nordhessen und an (auf) der Ostsee, Saturday, 08.01.2011, 01:44 (vor 5487 Tagen) @ Genderinstitut

Lieber Frank,

auf den Punkt kann ich auch nicht bringen, was "Genderinstitut" meint.

Aber es berührt mich, wie eine betroffene, als Kind adoptierte Frau, den Verlust ihrer Wurzeln beschreibt.
Ich beschäftige mich seit einigen Jahren mit dem Schicksal von Kindern, die adoptiert wurden. Ich mache das mit dem Schwerpunkt der Stiefkindadoption. Aber die Sehnsucht nach ihren Wurzeln, die Suche nach ihren Eltern, trifft tatsächlich adoptierte und als Stiefkind adoptierte Kinder gleichermaßen: Sie leiden unter dem Verlust ihrer Eltern bzw. eines Elternteils.

Wer unter einem Transparent mit der Aufschrift "Allen Kindern beide Eltern" demonstriert, muss wissen, dass dies auch für Kinder zutrifft, die durch eine Stiefkindadoption von einem Elternteil getrennt wurden.

Ich, der Opektafarmer, habe als Kind die Suche nach meinem Vater gelebt. Ich kann verstehen, was Miriam Yung Min Stein bewegt. Aber das liegt wohl daran, dass in meiner Geburtsurkunde der Name meines Vaters nicht einmal genannt wird.

Norbert

--
www.NUlb.de
www.Stiefkindadoption.de

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