+ + + 12.01.2011 • 22:30h • NDR: Jungen als Opfer - "Nicht im Wahrnehmungsfeld" + + +
Im Zuge der Missbrauchsdebatte des vergangenen Jahres haben Experten immer wieder beklagt, dass es insbesondere für männliche Opfer sexueller Gewalt kaum Hilfsangebote gibt.
In Hamburg gibt es mit "Basis-Praevent" ein solches Hilfsprojekt, das es nach langem Kampf jetzt geschafft hat, finanzielle Unterstützer zu gewinnen. Am Freitag wird es offiziell von der Sozialbehörde vorgestellt.
Reiner Ulfers von "Basis-Praevent" kümmert sich seit fast 20 Jahren um Straßenkinder und Stricher. Kaum jemand kennt die Szene in Hamburg so gut wie der Sozialpädagoge. Im neuesten Projekt des Vereins "Basis und Woge" klärt Ulfers pädagogische Fachkräfte und ehrenamtliche Helfer in der Kinder und Jugendarbeit auf über Männer, die sich gezielt an Jungen im Alter von acht bis 15 Jahren heranmachen.
Das Problem wird ignoriert
Die Seminarteilnehmer lernen, dass pädosexuelle Täter mit System versuchen, das Vertrauen der kindlichen Opfer zu erlangen. Aus Berlin ist das Phänomen der offenen Wohnung bekannt - Wohnungen, in die kleine Jungs gelockt werden. Mit Spielekonsolen, Alkohol und Pornos. Die Polizei Hamburg behauptet, dass es in der Hansestadt keine solche Wohnungen gäbe, bzw. ihr keine bekannt seien. Doch es gibt sie.
"Wenn man sich die Täterstrategien anguckt ist das Ziel irgendwann immer der sexuelle Übergriff. So werden sie dann immer versuchen, sie in ihre Wohnungen zu bekommen", sagte Ulfers dem Hamburg Journal. "Das ist bisher noch gar nicht im Wahrnehmungsfeld. Weder von Eltern, noch Erziehern, noch von Lehrern, noch von Polizei und Justiz."
http://www.ndr.de/regional/hamburg/praevention105.html
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Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohlangepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein
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