Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Grundgesetz entkleidet

Rainer ⌂, Wednesday, 05.01.2011, 01:31 (vor 5490 Tagen)

Das Grundgesetz gilt als besonders geglückte Verfassung. Gleichwohl ist es oft geändert worden. Als im vergangenen Jahr das sechzigjährige Bestehen gefeiert wurde, hatte das Grundgesetz 54 Änderungsgesetze hinter sich. Mittlerweile sind es 58. Diese Zahl darf aber nicht zu der Annahme verführen, von den ursprünglich 146 Artikeln seien nur 58 geändert worden. Viele Änderungsgesetze betrafen mehrere Artikel, die Föderalismusreform I im Jahr 2006 allein 26. Zwar endet das Grundgesetz immer noch mit Artikel 146. Aber zum einen lautet auch dieser nicht mehr so wie 1949, zum anderen hat das Grundgesetz heute in Wahrheit 197 Artikel. Die Differenz versteckt sich in später hinzugekommenen, mit Buchstaben gekennzeichneten Artikeln. Nur 83 der ursprünglich 146 Artikel haben noch denselben Wortlaut wie 1949. Nimmt man die Zahl der Wörter als Maßstab, ist das Grundgesetz jetzt doppelt so lang wie anfangs.
http://fact-fiction.net/?p=5636

Hier hat sich jemand die Mühe gemacht das Grundgesetzes mit allen Änderungen zu zeigen:
http://lexetius.com/GG/Inhalt

Schaut mal unter Artikel 3. Die erste Fassung ist schon Schwachsinn. Denn wenn ich schon schreibe: "Alle Menschen sind vor dem Gesetze gleich", dann muss ich nicht auch noch dazu schreiben das dies auch für Männer und Frauen gilt. Die Juristen sind allerdings in der Lage jeden beliebigen niedergeschriebenen Schwachsinn ins Unermessliche zu steigern. Das ist das Wesen der Juristerei. Das vor dem Gesetz alle Gleich sind muss dann auch, so niedergeschrieben, "ganz doll durchgesetzt werden". Irgendeinem ist dann irgendwann eingefallen, dass auch Behinderte gleichberechtigt sind und hat das 1994 eingefügt. Fast 60 Jahre hat es gedauert bis man bemerkt hat, dass auch Behinderte gleichberechtigt sein sollen!

Die so genannte "Gleichberechtigung" kann maximal zwischen Staat und Bürger gelten. Ob ich jemand in mein Schlafzimmer bitte, mache ich immer noch davon abhängig ob derjenige eine Frau ist und bei einem Umzug werde ich keinen Querschnittsgelähmten fragen ob er mir beim Möbeltragen hilft. Genau so wenig werde ich einen Blinden als Fahrer einstellen.

Wer noch etwas Zeit hat kann sich auch den Artikel 23 ansehen (ganz nach unten blättern). 1990 wurde der Artikel 23 gelöscht, der bestimmt wo das Grundgesetz überhaupt gültig ist. Zwei Jahre Später gab es einen Neuen Artikel 23. Dort steht jetzt "wie doll und saugut die EU ist".

Es gibt sogar Verweise im Grundgesetz auf den Artikel 23, die jetzt völlig Unsinnig sind, weil sie sich auf den ursprünglichen Text beziehen.

Art. 144. (2) Soweit die Anwendung dieses Grundgesetzes in einem der in Artikel 23 aufgeführten Länder oder in einem Teile eines dieser Länder Beschränkungen unterliegt, hat das Land oder der Teil des Landes das Recht, gemäß Artikel 38 Vertreter in den Bundestag und gemäß Artikel 50 Vertreter in den Bundesrat zu entsenden.
Im Artikel 23 der derzeitigen Fassung des Grundgesetzes werden keine Länder genannt.

Wenn ihr wählen geht, seit ihr euch sicher das der Auserkorene das Grundgesetz kennt? Eine Frage könnte nicht schaden...

Außer "ungültige Stimme" sehe ich derzeit keine Wahl.

Rainer

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Grundgesetz entkleidet und wie war es vorher?

Floh @, Wednesday, 05.01.2011, 02:36 (vor 5490 Tagen) @ Rainer

Verfassungen des Deutschen Reichs.(1918-1933)
Artikel 109.
Alle Deutschen sind vor dem Gesetze gleich.

Männer und Frauen haben grundsätzlich dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten.

Und was fehlt im heutigen Art.3 des GG?

Gruß
Flohgast

Es fehlen heute die Pflichten

Rainer ⌂, Wednesday, 05.01.2011, 02:47 (vor 5490 Tagen) @ Floh

Obwohl man sagen muss "Alle Deutschen sind vor dem Gesetze gleich" beinhaltet auch die Pflichten (erst seit den Sozis müssen die Pflichten extra erwähnt werden). Männer und Frauen in dem Staat sind doch Deutsche. Wieso werden die schon damals extra erwähnt?

Rainer

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Es fehlen heute die Pflichten

Floh @, Wednesday, 05.01.2011, 03:18 (vor 5490 Tagen) @ Rainer

Wieso werden die schon damals extra erwähnt?

Damit auch jedem klar wird, das zu den Rechten auch die Pflichten gehören.

Gruß
Flohgast

Es fehlen heute die Pflichten

Rainer ⌂, Wednesday, 05.01.2011, 03:30 (vor 5490 Tagen) @ Floh

Damit auch jedem klar wird, das zu den Rechten auch die Pflichten
gehören.

Ich sagte "Männer und Frauen in dem Staat sind doch Deutsche. Wieso werden die schon damals extra erwähnt?", nicht "Rechte und Pflichten"

Rainer

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Es fehlen heute die Pflichten

Dingeskirchen, Wednesday, 05.01.2011, 04:30 (vor 5490 Tagen) @ Rainer

Hä?
Hinterzupfenhausen ist bunt, nicht braun. Deutsche gibt es spätestens seit Lissabon nicht mehr oder maximal per Pass. Und dann noch Männer! Sowas ist laut Genderverordnung sowieso verboten bzw. gar nicht existent, maximal noch wenn es um die von Dir angedeuteten Pflichten geht.

Und wenn Du in Spanien neben einem Spielplatz rauchst (während die Autos munter drumherum sausen) dann bist Du ein Kinderschänder oder zumindest sowas ähnliches. So sieht das nämlich heute aus! ...Sagt Dir ein Nichtraucher und mit einem Schwanz ausgestatteter Nicht- bzw. Mindergeschlechtler.

(okay, an dem Begriff werden wir noch arbeiten müssen. Vielleicht ist "Zwischen den Beinen Behinderter" besser.Oder "Vaginamäßig Unvollständiger", vielleicht auch "Unfrau" bzw. "Unmensch". Es gibt noch Möglichkeiten und Definitionen ... Manfrau darf gespannt sein. Die Grünen sind ja bekanntlich in punkto Neusprech äußerst erfinderisch

Es fehlen heute die Pflichten

Floh @, Thursday, 06.01.2011, 00:13 (vor 5489 Tagen) @ Rainer

Rainer,

ich würde sagen, das damals ausgedrückt werden sollte, das es keine Standes u.Geschlechterunterschiede (Adel etc.) mehr geben sollte. Das Gesetz sollte ja für die einheimische Bevölkerung gelten.
Das Thema "Ausländer" war damals nicht so das Problem.Das heutige GG soll ja für alle Menschen, die in Deutschland leben, gelten.

Es ist zu fragen, warum im GG der Passus "Rechte und Pflichten" geändert wurde in das nicht so aussagekräftige Wort "gleichberechtigt".

Gruß
Flohgast

DANKE! Grundgesetz entkleidet

Zauberküchenmeister, Abort(nung), Wednesday, 05.01.2011, 02:36 (vor 5490 Tagen) @ Rainer

Du könntest mir aus der Seele sprechen!

Grundgesetz entkleidet

Dichter Niederschlag, Wednesday, 05.01.2011, 04:10 (vor 5490 Tagen) @ Rainer

Sehr aufschlussreiches Posting. Danke!

Bisher war mir nur bewusst, dass "Gutmenschen" unsere Ver ... sorry ... unser Grundgesetz nach Gutdünken und eigener Meinung gelegentlich ein wenig ... hüstel ... zuungunsten einheimischer weißer männlicher Kreaturen "umschreiben". Dass es bereits so arg ist war mir nicht bewusst.

Den VÄTERN unserer Grundschrift gemäß müsste das Ausmaß wohl für einen hübschen kleinen Volksaufstand reichen. Die Bundeswehr besitzt maximal noch drei Panzer, und den Warschauer Pakt gibt es nicht mehr. Vielleicht sollten wir uns mal ein paar Sturmgewehre bei unseren Schweizer Kumpels leihen ..

Grundgesetz entkleidet

Rainer ⌂, Wednesday, 05.01.2011, 04:38 (vor 5490 Tagen) @ Dichter Niederschlag

Die Bundeswehr besitzt maximal noch drei Panzer, und den Warschauer Pakt
gibt es nicht mehr. Vielleicht sollten wir uns mal ein paar Sturmgewehre
bei unseren Schweizer Kumpels leihen ..

Die Bundeswehr ist nicht das Problem. Die paar depperten Oberfeld sind doch gleich am Rennen wenn es nur um was geht. Denen muss man nur sagen wo es jetzt lang geht. Mehr Hirn ist da nicht angesiedelt.
Die höheren Unteroffiziere wären evtl. ein Problem. Kommt auf die Menge an. Die Herren Offiziere würden reagieren wie es diese Leute schon immer machten. Kopf einziehen und abwarten. Als Revoluzzer musst du nur noch die brauchbaren füttern und den Rest erschießen. Wer an der Stelle Gewissensbisse hat, braucht eine Revolution erst gar nicht anzufangen.

Rainer

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Grundges(chw)ätz entkleidet One-Man-Army

Zauberküchenmeister, Abort(nung), Wednesday, 05.01.2011, 18:25 (vor 5489 Tagen) @ Rainer

Mann sollte wirklich überlegen, sich mindestens ein Mittelmaß an Kampfkunst
anzueignen, eine Waffenbesitzkarte & .... zu erwerben, sich in gewissen "Taktiken" einzuarbeiten..... und sich u zu vernetzen.

Gute Freunde braucht Mann immer, aber letztenendes gilt:"Selbst ist der Mann!"

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