Japanerin stranguliert und kastriert Mann - und wird heiliggesprochen
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Abe Sada und Ishida Kichizō, eine japanische Restaurantkellnerin und ihr Arbeitsgeber, liebten sich 1936 buchstäblich zu Tode: Auf dem Höhepunkt ihrer Raserei strangulierte und kastrierte Abe Sada den Geliebten post mortem.
Nach sechsjähriger Haftstrafe wieder auf freiem Fuß, erneut als Kellnerin arbeitend, wurde sie in Japan zur Heiligen erklärt, zu sehr hatte ihr Eros alles „Alltägliche” transzendiert, den mythischen Bereich berührt. Schon während des Prozesses von der sogenannten „Abe-Sada-Panik“ erfaßt, pilgerten Menschen nun von weit her, um sich von ihr die Sake (Reiswein) einschenken zu lassen, d.h. von ihr die „Kommunion” zu empfangen. Im Jahr von Abe Sadas Tod, 1975, verfilmte Nagisa Oshima, damals als „japanischer Godard” verehrt, ihre Geschichte: „Ai no corrida” (Im Reich der Sinne, 1975).
Der Autor dieser Kolumne ist Literat und Dramaturg. Er sieht so ziemlich alles vom ästhetischen Gesichtspunkt. Darin ist er frei. Aber manchmal übertreibt er es in seinem Ästhetizismus. Ich finde so einen grausigen Mord, vor Allem die kultische Erhöhung der Täterin, nicht mehr so erbaulich, und habe dies in einem Kommentar auch geäußert +