Die Schweiz ist ein geopolitisches Unding
... sagt der Junker, luxemburgischer Premier und EU-Apologet. Das Wort muß man sich auf der Zunge zergehen lassen: geopolitisches Unding.
Und das in einem Interview in der Zeit. In der Zeit! Und die gilt als liberal. *kopfschüttel*
Jetzt fehlt es noch, daß Dark Vader Junker ultimativ den Anschluss an das Imperium fordert ... SONST ... marschiert Luxemburg in Bern ein. Oder läßt die Franzosen, Deutschen, Österreicher, Italiener von ringsherum einmarschieren.
Ich kann mich nicht entsinnen, daß es seit Wilhelm Tells Zeiten anno Schießmichtot und den damaligen Anmaßungen Habsburgs eine derart aggressive Rhetorik gegenüber der Schweiz gegeben hätte.
Und jetzt polemisiert der rotzfreche Köppel von der Weltwoche auch noch, die EU halte minimalste Rechtsprinzipien nicht ein. Sie kenne keine Gewaltenteilung. Die werden sich noch umschauen, die Eidgenossen, wenn die vereinigten Gewalten Brüssels zum Gegenschlag ausholen.
Jetzt mal im Ernst: Es muß doch schon allein nachdenklich stimmen, daß die beiden ältesten Demokratien Europas, England und die Schweiz, das größte Problem mit Brüssel haben.
Mir schwant nichts Gutes.
Gruß
Zeitgenosse
Die Schweiz ist ein geopolitisches Unding
England nicht mehr lange, wenn die ihre Sparpolitik unter David Cameron nicht rigoros umsetzen ...
Dann machen sie wie die Isländer plötzlich auf Liebkind mit Brüssel.
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"Zur Durchführung seines Zieles erachtet der Maskulismus [...] als aufrichtig und sinnvoll: [...] das ursprüngliche Anliegen einer wirklichen Gleichberechtigung beider Geschlechter." - Michail A. Savvakis
PS
Der isrealische Notenbankpräsident, Stanley Fischer, hat gestern auf CNN erzählt, die Geldpolitik eines Landes sei schon ein schwierig Ding und bereite ihm oft Kopfzerbrechen. Nahezu aussichtslos sei seiner Einschätzung nach jedoch, Geldpolitik gleichzeitig für 16 oder demnächst 17 Länder machen zu wollen.
Gruß
Zeitgenosse
PS
... die Geldpolitik eines Landes sei schon ein schwierig Ding und
bereite ihm oft Kopfzerbrechen. Nahezu aussichtslos sei seiner
Einschätzung nach jedoch, Geldpolitik gleichzeitig für 16 oder demnächst
17 Länder machen zu wollen.
Diese Politik ist in der EU doch recht unkompliziert: Deutschland zahlt.
Wäre das anders, gäbe es diese EU nicht, denn die anderen Länder sind nur Mitglied, eben weil Deutschland zahlt.
Eine Kriegsfolge eben (Pariser Verträge 1955) - dagegen war der Versailler Vertrag ein billiger Klacks.
Viele Grüße
Wolfgang
Nicht ganz
Diese Politik ist in der EU doch recht unkompliziert: Deutschland zahlt.
Wäre das anders, gäbe es diese EU nicht, denn die anderen Länder sind
nur Mitglied, eben weil Deutschland zahlt.
Die Motive für eine EU-Mitgliedschaft sind recht unterschiedlich.
Deutschland trat ein, um sich vom Genozid reinzuwaschen.
Frankreich trat ein, um seine ineffiziente Landwirtschaft vor dem Wettbewerb zu schützen
Großbritannien trat ein, um die Deutschen-Französische Freundschaft zu torpedieren, und ein uneiniges Europa zu schaffen. Diese Strategie verfolgen sie bereits seit über 500 Jahren mit Erfolg.
Luxemburg trat ein, wegen dem ganzen hereinströmenden Geld.
Der ehemalige Ostblock trat ein, um seine Infrastruktur auf Kosten anderer zu modernisieren.
Die Schweizer und die Norweger treten nicht ein, sie wären auch schön blöd, wenn sie dies täten
Die Schweiz ist ein geopolitisches Unding
Und jetzt polemisiert der rotzfreche Köppel von der Weltwoche auch noch, die EU halte minimalste Rechtsprinzipien nicht ein. Sie kenne keine Gewaltenteilung. Die werden sich noch umschauen, die Eidgenossen, wenn die vereinigten Gewalten Brüssels zum Gegenschlag ausholen.
Der Druck wird sukzessive erhöht. In Brüssel ist neuerdings die Rede davon, dass es mit bilateralen Verträgen, wie es unter souveränen Staaten üblich ist, nicht mehr weiter gehen könne. Die Schweiz soll zukünftig EU-Recht automatisch (!) übernehmen. Das sagt ja wohl alles über die anmassende Arroganz und die Missachtung staatlicher Souveräntät aus. Für die Deutschen allerdings wär ein Beitritt der Schweiz vorteilhaft, denn wir wären wie die BRD ein Nettozahler.
Ich hoffe immer noch, dass sich in Deutschland was tut. Mehr Wutbürger braucht das Land.
In GB ist die UK Independence Party, welche den Austritt Grossbritanniens aus der EU anstrebt, die am schnellsten wachsende Partei. Es besteht noch Hoffnung, dass wir in der Schweiz irgendwann Verbündete gewinnen.
PF
Nicht ganz
Großbritannien trat ein, um die Deutschen-Französische Freundschaft zu
torpedieren, und ein uneiniges Europa zu schaffen.
Die Engländer traten ein, weil es die Amerikaner so wollten. Letztere hegten die Hoffnung, die Westeuropäer könnten dann allein ein Gegengewicht gegen die Sowjets bilden, was die USA entlastet hätte. Dazu sollten die Engländer beitragen und die Kontinanteleuropäer auf Linie halten, was die Amerikaner den renitenten Galliern nicht zutrauten. Die Politik der Balance of Power richtete sich gegen Moskau.
Deutschland-Politik der USA ist es seit Truman die "Energien" in "produktive" Bahnen zu lenken. Die deutschen "Energien" werden in Washington als sehr groß eingeschätzt, nur mit dem "produktiv" hatten sie so ihre Zweifel. Die Sinnhaftigkeit sollte fortan auch diesbezüglich aus London kommen.
Mein weiß, was daraus geworden ist. Ein Fehlschlag war es bislang beileibe nicht. Aber das Molekül ist instabil. Und die offizielle Retorik kaschiert die wahren Motive.
Gruß
Zeitgenosse