Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Notruf für Männer ...

Swen, Sunday, 19.12.2010, 10:52 (vor 5506 Tagen)

Braunschweiger Ehepaar erfindet Notruf für Männer
18.12.10 | 13:27 Uhr

Dass ein Mann von seiner Frau geschlagen wird, hört man nicht oft. 'Viele können sich gar nicht vorstellen, dass es so etwas gibt', sagt die Sozialarbeiterin Monika Ebeling. Doch Männer sind nach ihrer Überzeugung viel öfter Opfer von häuslicher Gewalt, als es die Zahlen in Deutschland belegen. Geschlecht und körperliche Statur sagten nichts darüber aus, wie sehr ein Mensch verletzt werden kann.

Braunschweig (dapd). Um Männern zu helfen, denen von ihrer Partnerin körperlich oder seelisch Gewalt angetan wird, hat die 51-Jährige zusammen mit ihrem Mann Harald in Braunschweig den Männernotruf gegründet. Ein solcher Notruf ist nach Angaben der Ebelings bisher bundesweit einmalig.

Monika Ebeling wurde durch ihre Arbeit als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Goslar darauf aufmerksam, dass Gleichstellung auch für Männer ein Bedürfnis ist. Sie recherchierte im Internet und lernte Fälle kennen, bei denen erwachsene Männer von ihren Frauen geschlagen, drangsaliert oder bedroht werden.

Bei einer Familie in Braunschweig etwa kam es zu handfesten Auseinandersetzungen zwischen den Ehepartnern: Die durch ihre Vergangenheit traumatisierte Frau kratzte und biss ihren Mann, bedrohte ihn mit einer Flasche, schlug ihm die Brille vom Gesicht. Der Fall landete vor dem Familiengericht, das den Vater der Wohnung verwies. Die Mutter blieb mit dem fünfjährigen Sohn zu Hause. Eine unglaubliche Situation, findet Ebeling. 'Wieso wird eine sehr belastete Mutter für das Kind aktiviert, wenn es doch einen fürsorglichen Vater gibt?', fragt sie.

Mit dem Männernotruf will sie in solchen Situationen Hilfe anbieten. Die Handynummer 0160-2180857 haben sie und ihr Mann seit dem Weltmännertag am 3. November als Notrufnummer freigeschaltet. Monika oder Harald Ebeling tragen das Telefon immer bei sich. Meldet sich ein Anrufer, versuchen sie zu beraten und Hilfe zu vermitteln.

'Das ist schwierig, wir stoßen schnell an unsere Grenzen', räumt Monika Ebeling ein. Das Problem sei, dass es fast keine Netzwerke gebe, an die Männer in Not sich wenden könnten. 'Die Netzwerke, die es gibt, sind für Frauen gedacht. Dort glaubt man den Männern oft nicht', schildert Ebeling. Einzig in Berlin und in Oldenburg gebe es Vereine, die sich speziell um Männer kümmern und ihnen auch Wohnungen anbieten.

Ministerium sieht genug Hilfe für Männer

Glaubt man dem Landessozialministerium in Hannover, so stehen auch Männern, die Gewalt in ihrer Partnerschaft erfahren mussten, genügend Hilfsangebote zur Verfügung. Die sogenannten Beratungs- und Interventionsstellen gegen häusliche Gewalt 'beraten auch männliche Opfer, wenn sie als Opfer in dem Einsatzprotokoll der Polizei genannt sind', heißt es in einer Stellungnahme des Ministeriums auf dapd-Anfrage. Doch genau dabei liegt nach Ansicht von Monika Ebeling das Problem: 'Viele Polizisten glauben dem Mann nicht, wenn er erzählt, dass er von seiner Frau geschlagen wird.'

Der Politikwissenschaftler Peter Döge vom Kasseler Institut für anwendungsorientierte Innovations- und Zukunftsforschung fordert daher, die Polizei müsse 'geschlechtersensibler' geschult werden. 'Die Polizisten müssen ihre stereotypen Rollenbilder von Mann und Frau ablegen', sagt er. Bei den Einsätzen zu häuslicher Gewalt müssten die Beamten viel mehr hinschauen, wer Täter und wer Opfer sei. Es gebe Teile der Polizei, die bereits sehr sensibel dafür seien.

Döge wertete im Auftrag der Evangelischen Kirche eine Studie zur Gewalt von und gegen Männer aus. Seinen Angaben zufolge erfahren in Deutschland etwa 20 Prozent der männlichen Opfer Gewalt von ihrer Partnerin. Ob dieser Anteil zu- oder abnimmt, lasse sich nicht bestimmen, da es in Deutschland an belastbaren Studien fehle.

Ein Projekt wie der Männernotruf ist aus Döges Sicht sehr wichtig. 'Wenn Männer die Chance haben, sich anonym zu melden, dann lassen sie sich sehr viel häufiger helfen', meint er. Auch Ebeling will Strukturen dafür schaffen, dass Männer sich leichter mitteilen können. Denn dies müssten sie erst einmal lernen: Oft werde sie eher von Großmüttern oder Müttern um Hilfe gebeten als von den betroffenen Männern, erzählt Monika Ebeling.

Für einen stärkeren Schutz bedrohter Männer sieht das Landessozialministerium dagegen keine Erfordernis. Dies sei im Hinblick auf den Umfang häuslicher Gewalt gegenüber Männern nicht geboten. 2009 registrierte das Ministerium einen Anteil von 89,6 Prozent Frauen, und 10,4 Prozent Männern, die wegen häuslicher Gewalt beraten wurden.

Monika Ebeling und mehrere Unterstützer ihres ehrenamtlichen Projektes wenden sich an das Bundesfamilienministerium, um für eine stärkere Gleichstellung von Mann und Frau zu kämpfen. 'Bei der Bundesfamilienministerin Kristina Schröder sehe ich starke Tendenzen, auch das Wohl von Jungen und Männern stärker in den Blick zu nehmen', sagt Ebeling.

http://www.ad-hoc-news.de/braunschweiger-ehepaar-erfindet-notruf-fuer-maenner--/de/News/21791249

Endlich ein Ruck!

Krankenschwester, Sunday, 19.12.2010, 11:22 (vor 5506 Tagen) @ Swen

Danke!

--
[image]

Unmenschlichkeit - eine bemerkenswerte charakteristische Eigenschaft des Menschen.
(Ambrose Gwinnet Bierce)

Besser Monika Ebeling glauben - als dem Landesministerium

Leser Offline, Sunday, 19.12.2010, 12:05 (vor 5506 Tagen) @ Swen

Doch genau dabei liegt nach Ansicht von Monika Ebeling das Problem: 'Viele
Polizisten glauben dem Mann nicht, wenn er erzählt, dass er von seiner
Frau geschlagen wird.'

Pah! Es widert an, was unsere Staatsgewalt für dummes Zeug erzählt. Gut so, Monika.

Bei den Einsätzen zu häuslicher Gewalt müssten die Beamten viel mehr
hinschauen, wer Täter und wer Opfer sei. Es gebe Teile der Polizei, die
bereits sehr sensibel dafür seien.

Es gibt leider immer noch viel zu viele Männer, die ob Notwehr ihren gewalttätigen Partnerinnen gegenüber der Wohnung verwiesen werden.

Immmerhin: Ein Lichtblick, was Familie Ebeling in Braunschweig macht. Und ich hoffe, es bleibt nicht dabei.

Leser

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Oliver, Sunday, 19.12.2010, 12:11 (vor 5506 Tagen) @ Swen

Kommentare zum Artikel (1) Kommentieren

Oliver Hartmann
19.12.2010
10:09 Uhr

Tolle Aktion,

danke, dass endlich auch mal was für die Männer getan wird.

Weil nach allem, was eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien zu diesem Thema aussagt, das gängige Bild von der weitgehend alleinigen männlichen Täterschaft im Bereich heterosexueller Beziehungen nicht der Wirklichkeit entspricht. Frauen schlagen ihre Männer mindestens genauso häufig wie Männer ihre Frauen: Das belegen insgesamt 246 wissenschaftliche Forschungsberichte (187 empirische Studien und 59 vergleichende Analysen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften mit über 240.000 untersuchten Personen; Stand: September 2008). Länderübergreifend zeigen diese Untersuchungen auf, dass in Beziehungen die Gewalt entweder überwiegend von Frauen oder zu gleichen Teilen von beiden Partnern ausging.

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--

Liebe Grüße
Oliver


[image]

Danke für den Hinweis, Kommentar steht schon da:

Leser Offline, Sunday, 19.12.2010, 12:26 (vor 5506 Tagen) @ Oliver

Endlich!

Ich kenne und schätze Monika Ebeling nicht nur seit ihrer Zeit aus Goslar, wo sie die Aufgabe der Frauen-, pardon, Gleichstellungsbeauftragten mehr als kritisch hinterfragte -und u.a. von den Grünen übelst gemobbt wurde.

Diese Aktion ist genau der richtige Schritt in die richtige Richtung. Ich habe selbst 3 gewalttätige Frauen hinter mir - obwohl nie selbst Gewalt ausübend.

Aber unsere Gesetzgebung und ein niedersächsisches Innenministerium ist da wohl anderer Meinung.

Für die Nazis war der Massenmord an Juden auch kein Verbrechen!

Wasserhund, Sunday, 19.12.2010, 13:11 (vor 5506 Tagen) @ Leser Offline

So musst du das auch in deinem, in diesem allgemein und ganz Deutschland betreffenden Fall sehen. Der Verbrecher wird kaum zugeben oder erkennen wollen/können, dass er ein Verbrechen begeht. Erst der ethische/moralische Standpunkt einer Gesellschaft macht dem Verbrecher klar, was er gemacht hat. Leider ist es in Deutschland so, dass zum einem FemFaschisten Verbrechen begehen können, wann und wo sie wollen, zum Anderen wurde die Rechtssprechung verbogen und die Opfer per Gesetz zusätzlich entrechtet und zu Freiwild erklärt. Mal ein ganz einfaches Beispiel: Art. 3 GG - Ja, den gibt es. Und? Muss sich Frau oder FemFaschismus danach richten? Wird jemand der dagegen verstößt auch bestraft? NEIN! Ich kenne nicht einen einzigen Fall!

Es gibt genug Politikerinnen, die meinen: Artikel 3, GG heißt "Gleichstellung" - wie dumm!

Leser Offline, Sunday, 19.12.2010, 13:36 (vor 5506 Tagen) @ Wasserhund

Oder ist da der Wunsch die Mutter ihrer Gedanken?

Nun, wir leben hier nicht im "Wünsch-dir-was"-Land aber solche Missachtungen eines Grundgesetzes gehen eindeutig zu weit!

So treten diese politischen "Tretmimimmen" also ein Grundgesetz mit Füßen und dabei mindestens 50 Prozent unseres Volkes ins Gesicht. Und das tun sie mit voller Absicht, vermute ich mal!

Oder ist es nur die pure Dummheit in Persona einiger Volksvertreterin bzw. derer mittlerweile am Gängelband geführten Rüdchen ("Rüde" mit Rute)?

Zum Rest deines Textes: Zustimmung. Nach der Logik unseres Gewaltschutzgesetzes (GewSchG) hätte ich aus meiner eigenen Wohnung geschmissen werden können, nachdem ich aus der Notwehr heraus, eine auf mich mit dem Kochmesser losgehende Else fast ge-knocknouted hätte.

Brave New World eben,
denn in Deutschland meint man:

"Operschutz heißt Täterinnenschutz"

Frag mal die Kinder, deren Wohl im angeblichen so wichtigen Fokus steht

Artikel 3, Grundgesetz

Stimmt

Wasserhund, Sunday, 19.12.2010, 14:02 (vor 5506 Tagen) @ Leser Offline

Brave New World eben,
denn in Deutschland meint man:
"Operschutz heißt Täterinnenschutz"
Frag mal die Kinder, deren Wohl im angeblichen so wichtigen Fokus steht

Die AnwältIn der Ex kündete im Familiengericht "Geht es der Mutter gut, dann geht es dem Kind gut!" Ist eine feministische Botschaft! In diesem Wirtschaftssystem ist es nun mal so, dass da wo es Gewinner gibt, es auch Verlierer geben muss! Das ist eine Art von "Umverteilung", so wie arm und reich! Der Umkehrschluss aus der obigen Aussage ist doch eigentlich: "Wenn es der Frau gutgehen soll, dann muss es dem Mann schlecht gehen!"

.... und genauso ist das Gewaltschutzgesetz "gestrickt"! Ein Mann der NICHT zuschlägt, ist im Kontext dieses Gesetzes einfach nur dumm. Dieses Gesetz, was ja unter der Rubrik "Recht und Gesetz" läuft, fordert förmlich das Männer zuschlagen. Denn bestraft werden kann nur (theoretisch) der, der schuldig ist. Also wer verurteilt wird, ist schuldig und muss vorher zuschlagen! Ihr könnts mir glauben, die Wahrheit zu beteuern bringt nichts, als Mann ist man prinzipiell als Täter abgestempelt, auch wenn dem Gericht offensichtlich wird, dass die Alte vorher in einem Karnevalsladen war und sich mit Filmblut, Blaue-Flecke-Tattoo´s und Jammergeschrei-MP3´s ausgestattet hat.

Übrigens: Wenn kein Hass mehr gepredigt werden soll, dann müsste dieses GewSchG als eines der ersten Gesetze verschwinden. Es ruft zu Hass und Gewalt auf!

Spinnen die in Hannover?

Wasserhund, Sunday, 19.12.2010, 13:05 (vor 5506 Tagen) @ Swen

sind', heißt es in einer Stellungnahme des Ministeriums auf dapd-Anfrage.
Doch genau dabei liegt nach Ansicht von Monika Ebeling das Problem: 'Viele
Polizisten glauben dem Mann nicht, wenn er erzählt, dass er von seiner
Frau geschlagen wird.'

Das sogenannte Beratungs- und Interventionsstellen auch Männer beraten, ist eine freche Lüge. Ich habe es selbst erlebt, dass ich abgewiesen wurde.

Die Argumentation der herrschenden FeministInnen in Hannover sind auch deshalb absurd, weil Frauen bereits "Schutz" in Frauenhäusern und Beratsungsstellen suchen können, wenn sie "Gewalt fühlen", aber ein Mann dagegen, der kann erst mal zusammengeschlagen werden und wenn das dann im Polizeiprotokoll vermerkt wird (wenn überhaupt), dann bekommt er möglicherweise Hilfe.

Lasst euch das mal durch den Kopf gehen: Hilfe für Männer, wenn die Gewalt bereits vollzogen wurde! Das ist doch wohl ein Witz! Dann soll doch Rot/Grün auch das Gesetz so ändern: "Wurde ein Mensch getötet, so muss dieser seinen Tod schriftlich anzeigen und eigenhändig unterschreiben, andernfalls gilt er nicht als ermordet!" Sowas beklopptes! Na eben rot-grün ...

Notruf für Männer ...

SchlägerinnenStopp, Sunday, 19.12.2010, 14:58 (vor 5506 Tagen) @ Swen

http://www.ad-hoc-news.de/braunschweiger-ehepaar-erfindet-notruf-fuer-maenner--/de/News/21791249

Die Handynummer 0160-2180857 haben sie und ihr Mann seit dem Weltmännertag am 3. November als Notrufnummer freigeschaltet.

Schade, daß wir so spät erst davon erfahren. Wie dem sei, ich hoffe, daß diese erfreuliche Initiative dazu beitragen wird, das Problem publik zu machen.

Auf meinem diesbezüglichen Webportal habe ich einen gut sichtbaren Hinweis angebracht.

Grüße
trel

[image]

Notruf für Männer ...

Marlow, Sunday, 19.12.2010, 15:03 (vor 5506 Tagen) @ Swen

Doch genau dabei liegt nach Ansicht von Monika Ebeling das Problem: 'Viele
Polizisten glauben dem Mann nicht, wenn er erzählt, dass er von seiner
Frau geschlagen wird.'

Wenn dem so ist, dann sollte dem Ministerium auch bewußt sein, daß Frauenhäuser und Hilfstelefonnummern für Frauen überflüssig sind. Schließlich gibt es mehr als genug Hilfsangebote

Notruf für Männer ... Artikel auch in WikiMANNia

Christine ⌂, Sunday, 19.12.2010, 16:24 (vor 5506 Tagen) @ Swen

Notruf für Männer zeigt Anlaufstellen für von Gewalt bedrohte und betroffene Männer.

http://wikimannia.org/index.php?title=Notruf_f%C3%BCr_M%C3%A4nner

Dieser Beitrag wurde auch auf der Hauptseite unter "WikiMANNia aktuell" eingefügt.

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