E-Mail geschrieben - Antwort bekommen.
Als Kind in einem Entwicklungsland geboren zu werden, bedeutet für die
meisten von ihnen lebenslange Armut und Chancenlosigkeit. Noch schlimmer
ist es, wenn diese Kinder Mädchen sind...
In der E-Mail schrieb ich, ich würde Plan kein Geld spenden, bis die Werbung in Wort und Bild kein Geschlecht in den Vordergrund stellt, die Spendengelder geschlechtsunabhängig eingesetzt werden und weiter, dass ich im Freundes- und Bekanntenkreis für meine Position werben würde. (Mit Erfolg, übrigens) Die Antwort:
Sehr geehrter xxx,
danke für ihre kritische Mail. Lassen Sie mich dazu meinen persönlichen Standpunkt darlegen:
In den Entwicklungsländern müssen viele Mädchen schon in jungen Jahren diverse Aufgaben im Haushalt erledigen und auf ihre Geschwister aufpassen. Sie können nicht regelmäßig zur Schule gehen, weil sie bei der Ernte oder, im Falle einer Krise, bei der Einkommenssicherung der Familie helfen müssen. Oft ist der Weg zur Schule zu weit oder zu gefährlich für Mädchen. Der Besuch einer weiterführenden Schule oder ein Schulabschluss sind die Ausnahme. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten Frauen als Erste entlassen.
Im Krankheitsfall erhalten Mädchen oftmals keine Medikamente. Sie sind häufiger körperlicher und psychischer Gewalt ausgesetzt. All zu oft werden Mädchen früh verheiratet und gebären viel zu jung Kinder. Kinderhandel sowie die wirtschaftliche und sexuelle Ausbeutung betreffen besonders Mädchen und junge Frauen. Andere kommen erst gar nicht zur Welt: In vielen Ländern werden weibliche Föten abgetrieben.
Fakt ist: Noch immer werden Mädchen in aller Welt doppelt benachteiligt - weil sie weiblich und weil sie jung sind. Doch das ist nicht einfach nur Pech: Es sind Menschenrechtsverletzungen.
Meine Reisen durch viele Länder der Erde - egal ob Asien, Lateinamerika oder Afrika haben mich genau diese Problematik sehen lassen. Im August/ Septemebr war ich in Tansania + Malawi unterwegs. Abseits aller Touristenpfade konnten wir in den Dörfer lange Gespräche mit den Menschen dort führen. Selbst die Dorfältesten sehen mittlerweile ein, dass sie ihre Mädchen besser unterstützen müssen - insbesondere im Bereich Bildung.
Wenn Sie durch diese Länder sehen Sie, dass die Hauptlast auf den Schultern der Frauen und Mädchen liegt. Ich habe viele alte Frauen getroffen, die ihre Enkel versorgen müssen. Die Töchter waren an Aids verstorben - diese Großmütter leben zumeist am Rande eines Dorfes, weil sie nicht genug für die Dorfgemeinschaft erwirtschaften können. Die Dorfgemeinschaft unterstützt - wenn überhaupt - höchsten die Jungen dieser Großmütter, aber so gut wie niemals die Mädchen. Diesen Mädchen bleibt die Schule versagt und alles was in meiner Einleitung steht.
Deshalb ist es auch mein ganz persönliches Anliegen die Mädchen besonders zu fördern.
"Kein Zeuge ist so gut, wie die eigenen Augen" sagt ein äthiopisches Sprichwort. Das kann ich nur bestätigen.
Es wäre schön, wenn Sie auch meine Sichtweise an Ihre Freunde , Bekannten und Kollegen weitergeben.
Ich wünsche Ihnen frohe Festtage und für das kommende Jahr Gesundheit und Glück.
herzliche Grüße
Mara Bossert
gesamter Thread:
- Mädchen brauchen ihre Unterstützung ... -
Swen,
18.12.2010, 11:57
- Sowas werfen die wohl auch in Briefkästen - Interne Verlinkung, 18.12.2010, 12:32
- Mädchen brauchen ihre Unterstützung ... - Stefan, 18.12.2010, 13:14
- E-Mail geschrieben - Antwort bekommen. -
Movemen,
18.12.2010, 15:22
- Wieviel davon aus der Femi-Faschismus-Gehirnwäsche enstammt, weiss leider kein Mensch ... (nT)
-
Swen,
18.12.2010, 17:08
- E-Mail geschrieben - Antwort bekommen. -
Rainer,
18.12.2010, 17:18
- Nee - roser parks, 18.12.2010, 17:49
- E-Mail geschrieben - Antwort bekommen. - Narrowitsch, 18.12.2010, 18:49
- Wieviel davon aus der Femi-Faschismus-Gehirnwäsche enstammt, weiss leider kein Mensch ... (nT)