Lichtenstein: Petition für gemeinsames Sorgerecht
VADUZ - In der Mittagspause der Landtagssitzung vom Mittwoch, 15. Dezember überreichten Vertreter des Vereins für Männerfragen dem Landtagspräsidenten Arthur Brunhart eine Petition zur Einführung des Gemeinsamen Sorgerechts.
Mit der Übergabe der Petition will der Verein für Männerfragen erreichen, dass Landtag und Regierung den dringenden Handlungsbedarf in dieser Frage erkennen und entsprechend tätig werden.
In den zurückliegenden Jahren erhielten in Liechtenstein vorwiegend die Mütter das alleinige Sorgerecht zugesprochen. Dies entspreche keineswegs dem Kindeswohl und habe auf Seiten der Väter Frustration und Resignation aufkommen lassen, heisst es in einer Medienmitteilung des Vereins für Männerfragen. "Es ist nicht einsichtig, dass einem Elternteil nach der Auflösung der Partnerschaft die Elternschaft gekündigt wird. Ebenso darf das Sorgerecht von keinem Elternteil als Machtinstrument gegenüber dem anderen verwendet werden." Eine Gesetzesänderung sei ein wichtiges Signal und verhelfe der partnerschaftlichen Elternschaft zu mehr Akzeptanz. Bei einer Gesetzesänderung solle das Kindeswohl und damit verbunden das Recht des Kindes auf beide Elternteile im Fokus stehen, fordert der Verein. "Kinder von nicht verheirateten Eltern sollen hierbei nicht benachteiligt werden."
Im Rahmen der liechtensteinischen ABGB-Revision ist eine Neuregelung des Sorge-rechtes geplant. In der Schweiz laufen auf politischer Ebene Bestrebungen in Richtung Einführung des gemeinesamen Sorgerechts. Es ist jetzt Zeit, in Liechtenstein dieses Thema aufzugreifen und baldmöglichst eine neue Regelung im Interesse aller Beteiligten gesetzlich zu verankern.
Der "Verein für Männerfragen" setzt sich seit seiner Gründung im Juni 2009 und in den Jahren zuvor im Rahmen der Gruppe "MannsBilder" für die Einführung des Ge-meinsamen Sorgerechts in Liechtenstein ein. In diesem Rahmen wurde auch das Positionspapier vom November 2007 "Elterliche Verantwortung nach Scheidung" dem damaligen Justizminister Klaus Tschütscher überreicht.
Dieses kann auf der Homepage www.maennerfragen.li eingesehen werden.
http://www.volksblatt.li/?newsid=52418&src=vb®ion=li
Es scheint sich in Europa so einiges zu bewegen, zumindest was Väterbenachteiligungen betrifft
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Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohlangepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein