Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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"Soldatinnen und Soldaten, die an Leib und Seele versehrt aus Afghanistan zurückkommen..."

Christine ⌂, Wednesday, 15.12.2010, 11:59 (vor 5510 Tagen) @ Roslin

[..]Heckmann: Frau Hoff, es gibt weiterhin massive Kritik am jüngsten Afghanistanbesuch des Verteidigungsministers zu Guttenberg, vor allem daran, dass seine Frau mitgereist ist und der TV-Moderator Johannes B. Kerner. Sie selbst haben auch mehr Zurückhaltung angemahnt. Hat zu Guttenberg also den Bogen überspannt?

Hoff: Ich denke, es ist so alt wie die Welt, dass die Menschen natürlich auch gerne unterhalten werden möchten und sicherlich auch die Soldaten im Einsatz. Es ist aber eben auch genauso alt wie die Welt, dass die dunklen Seiten eines Kriegseinsatzes dann häufig verschwiegen werden und hinten runterfallen. Mein Appell zu mehr Zurückhaltung war einfach auch dem Umstand geschuldet, dass unsere Soldatinnen und Soldaten, die in den täglichen Gefechten jetzt der unmittelbaren Bedrohung für ihr Leib und Leben ausgesetzt sind, und dass eben auch viele Soldatinnen und Soldaten körperlich versehrt, traumatisiert aus dem Einsatz zurückkommen, eben solcher Aufmerksamkeit bedürfen, und mir geht es einfach darum, dass hier eine ausgewogene Balance gefunden wird. Und solange wir alle es noch nicht geschafft haben, unseren Männern und Frauen, die eben versehrt, weil sie Leib und Leben riskieren, aus dem Einsatz zurückkommen, auch wieder in ein Zivilleben zurückzuhelfen, ihnen die Sorge zu nehmen, dass sie beruflich nicht vor einem Nichts stehen, und auch ihren Familien behilflich sind, solange, glaube ich, sollten wir kein falsches Bild vom Einsatz zeichnen. Aber ich habe natürlich auch Verständnis für die Soldaten, die dann vor Ort Herrn Kerner bewundern dürfen, dass sie erst mal begeistert sind. Aber die Realitäten im Einsatz sind eben auch andere und ich wünschte mir, dass dieser Aspekt auch in der Gesellschaft genauso deutlich gemacht wird. Deswegen war auch mein Appell in diese Richtung so zu verstehen.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1342650/

Im Interview hat sie sogar einmal von Soldaten und Soldaten gesprochen, sich danach sofort korrigiert und von Soldatinnen und Soldaten gesprochen.

Wer es sich anhören möchte:
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/12/15/dlf_20101215_0650_ff991974.mp3 Ab 3:44 min

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Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohlangepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein


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