Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Unterschiedliche Geschlechterwirklichkeit

AKSieben, Tuesday, 14.12.2010, 23:38 (vor 5511 Tagen)

Eine gute und eine schlechte Nachricht. Zuerst die gute: die Lüge wird abgeschafft. Und jezt die schlechte: wenn keiner lügt, "lügen" alle.

Also: die Männer gehen ja immer fälschlich davon aus, daß es so etwas wie eine einzige Wahrheit gibt. Objektiv, nachweisbar usw. - eben die ganze häßliche patriarchale Logik. Entsprechend erdreisten sich die Patriarchen dann auch, etwas, das eine Frau reinen Gewissens von sich gibt, an diesem idiotischen Modell zu messen und im Extremfall gar als "LÜGE" zu bezeichnen. Schlimm, sowas.

Der Denkansatz unserer weisen Femis besteht nun darin, die Existenz einer einzigen Wahrheit einfach zu leugnen. Der einen Wahrheit für alle Männer stellen sie gleichberechtigt je eine Wahrheit für jede einzelne Frau gegenüber. Was immer jene Frau sich in ihrem hübschen Köpfchen zusammenreimt und als wahr erfühlt, hat dann mindestens ebensoviel Berechtigung (eigentlich sogar ein ganzes Stück mehr, als Strafe für jahrmilliardenlange Unterdrückung) wie das, was der patriarchalischen angeblichen Wahrheit entspräche. Jedes Arschloch darf "meinen".

Der häßliche Vorwurf der Lüge erübrigt sich damit ein für alle Mal!
Wenn eine Frau Sex als Vergewaltigung empfindet - dann war es eine! Wenn sie zehn Minuten später wieder anderer Meinung ist (zum Beispiel weil... ach, lassen wir das ), dann war es keine.
Wenn sich eine Frau benachteiligt fühlt, dann ist sie es auch - es spielt dabei nicht die geringste Rolle, zu welchen Schlüssen die veraltete patriarchalische Logik kommt. Beträge, Statistiken und der ganze andere Männer-Scheiß natürlich auch nicht.

Ja, so ungefähr funktioniert das mit dem Aufbrechen der patriarchalischen Tatsachenbehauptungen. Das Ergebnis, das auf dem überlegenen, da flexiblen weiblichen Wahrheitsmodell beruht, bezeichnet man eben als „unterschiedliche Geschlechterwirklichkeit“.

Habe ich das einigermaßen rübergebracht?

aus Otto Weininger: Geschlecht und Charakter

Zeitgenosse, Tuesday, 14.12.2010, 23:50 (vor 5511 Tagen) @ AKSieben

Ein Wesen, das nicht begreift oder nicht anerkennt, daß A und non-A einander ausschließen, wird durch nichts mehr gehindert zu lügen; vielmehr, es gibt für ein solches Wesen gar keinen Begriff der Lüge, weil ihr Gegenteil, die Wahrheit, als das Maß ihm abgeht; ein solches Wesen kann , wenn ihm dennoch Sprache verliehen ist, lügen, ohne es zu wissen, ja ohne die Möglichkeit zu erkennen, daß es lügt, da es des Kriteriums der Wahrheit entbehrt. „Veritas norma sui et falsi est.“ Es gibt nichts Erschütternderes für einen Mann, als wenn er, einem Weibe auf eine Lüge gekommen, sie fragt: „Was lügst Du?“ und dann gewahren muß, wie sie diese Frage gar nicht versteht und, ohne zu begreifen, ihn angafft, oder lächelnd ihn zu beruhigen sucht – oder gar in Tränen ausbricht ...

Die Frage ist, ob jemand die logischen Axiome als Kriterien der Gültigkeit seines Denkens, als Richter über das, was er sagt, anerkennt oder nicht, ob er sie zur steten Richtschnur und Norm seines Urteils macht. Eine Frau nun sieht nie ein, daß man alles auch begründen müsse; da sie keine Kontinuität hat, empfindet sie auch kein Bedürfnis nach der logischen Stützung alles Gedachten: daher die Leichtgläubigkeit aller Weiber. Also im Einzelfall mögen sie konsequent sein, aber dann ist die Logik nicht Maßstab, sondern Werkzeug, nicht Richter, sondern meistens Henker. Dagegen wird eine Frau durchaus, wenn sie eine Ansicht äußerte, und der Mann so dumm wäre, dies überhaupt ernst zu nehmen und einen Beweis von ihr verlangte, ein solches Ansinnen als unbequem und lästig, als gegen ihre Natur gerichtet empfinden. Der Mann fühlt sich vor sich selbst beschämt, er fühlt sich schuldig, wenn er einen Gedanken, habe er ihnen nun geäußert oder nicht, zu begründen unterlassen hat, weil er die Verpflichtung dazu fühlt, die logischen Norm einzuhalten, die er ein für allemal über sich gesetzt hat. Die Frau erbittert die Zumutung, ihr Denken von der Logik ausnahmslos abhängig zu machen. Ihr mangelt das intellektuelle Gewissen. Man könnte bei ihr von „logical insanity“ sprechen.

aus Otto Weininger: Geschlecht und Charakter - Richtigen Autor ausgesucht?

Ekki, Wednesday, 15.12.2010, 01:10 (vor 5510 Tagen) @ Zeitgenosse

Hallo Zeitgenosse!

Aus "Wikipedia" zu Otto Weininger:

Statt die Möglichkeit der Freiheit von Geschlechterrollen und ihren Zwängen wahrzunehmen, fordert Weininger aber deren „Überwindung“.

Klingt irgendwie nach den Femis - oder?

Gruß

Ekki

--
Ich will ficken, ohne zu zeugen oder zu zahlen.
Lustschreie sind mir wichtiger als Babygeplärr.

Die Femis meinen das doch anders :)

t, Wednesday, 15.12.2010, 01:21 (vor 5510 Tagen) @ Ekki

Solange man deren Überwindung nicht so fordert wie die Femis ist damit doch alles ok.

Ich würde durchaus versuchen hübsch und fit zu bleiben, solange ich nur die Kids großziehen muss und hin und wieder mich von der Postbotin knallen lassen darf, das mach ich alles wenn sie mir nen schönen zweitwagen und ein haus erarbeitet.

nur irgendwie haben die femis doch diese art der aufgabe von geschlechterollen nie in ihrem program.

aber schlimm fände ich das jetzt nicht wirklich

aus Otto Weininger: Geschlecht und Charakter - Richtigen Autor ausgesucht?

Zeitgenosse, Wednesday, 15.12.2010, 07:12 (vor 5510 Tagen) @ Ekki

Klingt irgendwie nach den Femis - oder?

Weininger meinte, ein Zeitalter solle durch Enthaltung dem Schauspiel ein Ende machen. Dann sähen sich alle im Himmel wieder und seien glücklich.

Gruß

Zeitgenosse

aus Otto Weininger: Geschlecht und Charakter - Richtigen Autor ausgesucht?

Martin aus HH, Wednesday, 15.12.2010, 22:29 (vor 5510 Tagen) @ Ekki

Moin Ekki!

Lies mal lieber Weininger selbst und nicht den Schund, den uns Wikipedia meistenteils vorzusetzen versucht.

Besten Grüße aus Hamburg von
Martin

aus Otto Weininger: Geschlecht und Charakter - Richtigen Autor ausgesucht?

DvB, Thursday, 16.12.2010, 08:01 (vor 5509 Tagen) @ Ekki

Klingt irgendwie nach den Femis - oder?

Nee, "Überwindung" hat bei Weiniger net so ne weichgewaschene Bedeutung.
Als er versuchte, das Weibliche in sich zu überwinden, ist er dabei gestorben. Das wird ihm heute als Selbstmord auslegt. :D

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