Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Sakineh Ashtian und der Protest des Westens

Weltbeobachter, Sunday, 12.12.2010, 13:01 (vor 5513 Tagen)

Erinnert sich noch jemand an diese Geschichte? Die Iranerin Sakineh Ashtian hatte ihren Mann mit einem Betäubungsmittel außer Gefecht gesetzt und dann mit ihrem Geliebten getötet, bzw. diesen die Tat ausführen lassen. Als Konsequenz droht ihr dafür die Todesstrafe durch Steinigung.

Der Fall schlug international Wellen des Protestes, alle Medien wandten sich gegen diese grausame Hinrichtungsart und forderten ihre Freilassung. Kaum einer bedachte dabei die eigentliche Tat. Vermutlich spielt dabei das bei uns hier erfolgreich reproduzierte Klischee des generell frauenverachtenden Islam eine Rolle, so dass der Mord an einem Ehemann nicht einmal mehr als Verbechen gedacht werden kann.

Andere zeitgleiche Fälle, in denen zwei Männer angeklagt und zum Tod durch Steinigung verurteilt wurden, waren unserer Presse nicht einmal eine Erwähnung wert. Es geht daher nicht um die Kritik der Todesstrafe, nicht um die Kritik eines unzeitgemäßen Rechtssystems. Es geht ausschließlich um Frauen; die ungleich häufigeren Fälle, in denen es Männer trifft, sind allen egal.

Wie es scheint, hatte der internationale Protest wieder einmal Erfolg. Selbst die vermeintlichen Hochburgen des Patriarchats beugen sich der Frauen-sind-bessere-Menschen - Druck. Die Angeklagte scheint frei gekommen zu sein. Das bedeutet nicht nur, der Todesstrafe zu entkommen. Es bedeutet wieder, dass ihr Verbrechen einzig ihrem Geliebten zur Last gelegt werden wird. Über dessen Hinrichtung werden wir keine Zeile in unserer Presse sehen, jede Wette.

http://nachrichten.t-online.de/dramatische-wende-im-iran-ashtiani-ist-frei/id_43693728/index

Es widert mich so an!


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