Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Die FDP ist wie die DDR - "auf einmal war sie weg"

Leser, DFR (Deutsche Femokratische Republik), Saturday, 11.12.2010, 12:32 (vor 5514 Tagen)
bearbeitet von Leser, Saturday, 11.12.2010, 12:39

Gerade im SPON gefunden:

FDP in der Krise
Kubicki greift Westerwelle frontal an

Diese Worte haben Sprengkraft: Wolfgang Kubicki, FDP-Fraktionschef in Schleswig-Holstein, sieht seine Partei vor der Auflösung, vergleicht sie mit der DDR im Endstadium - und macht dafür im SPIEGEL-Interview Guido Westerwelle verantwortlich.

... Zurzeit sei die Lage der FDP fast aussichtslos. "Die Situation, in der wir uns befinden, erinnert mich fatal an die Spätphase der DDR. Die ist irgendwann implodiert. Auf einmal war sie nicht mehr da. Die Führung konnte das bis zum Schluss nicht begreifen. Es kann passieren, dass auch die FDP in sich selbst zusammenfällt."

Aber nicht nur der Vorzeigepluralismusdeutschlandschwule, sonder auch die empowerte Quotenfrau der FDP bekommt ihr Fett weg:

Kritik an Fraktionschefin Homburger

Kritik übt Kubicki auch an Fraktionschefin Birgit Homburger. "Frau Homburger markiert für die FDP wahrnehmbar keine Punkte." Ihn wundere nicht, dass Homburger als unbekannteste Fraktionschefin im Deutschen Bundestag gelte. "Bei dem, was sie sagt, scheint es so zu sein, dass niemand das Bedürfnis hat, das auch zu transportieren."

Spiegel: "Kubicki greift Westerwelle frontal an"

Nun denn, kein Grund zum Jubeln, finde ich. Denn wenn ich mir die Grünen und die SPD ansehe, fällt mir eher DDR 3.0 ein, als alles andere. Die Version 2.0 haben wir ja schon mit der Blockflötin Bundeshosenanzugträgerin Merkelin.

Jemand vergessen? Ach ja, die Linke und solche politisch hochwertvollen Diskurse wie dieser Streit um ein Pixi-Buch.

Schon doll, wie sich dieses Land aufs eigene Abstellgleis befördert mit so Jim Knopfs aus der Politik als LokomotivführerInnen! Aber dafür haben sie wenigstens ein BVK um den Hals ;-)

Unsere Parteienlandschaft; alternativlos?

Leser

--
Eine bestimmte Sorte Mensch (meist weiblich) hat mir den Krieg erklärt
- und ich gehe da jetzt hin
zusammen mit "Sunzi" (500 ante Christum natum)

Die DDR ist doch nicht weg!

Referatsleiter 408, Zentralrat deutscher Männer, Saturday, 11.12.2010, 13:03 (vor 5514 Tagen) @ Leser

In Staatsform schon, aber in Form von "Überwachungspraktiken" ist sie präsenter denn je!

Elena, Vorratsdatenspeicherung, Mautstellen, Handyortung, Ordnungsämter, Steuer-, Sozial- und GEZ-Fahnder, Onlinedurchsuchung ...............

--
Eine FeministIn ist wie ein Furz. Man(n) ist einfach nur froh, wenn sie sich verzogen hat.

Die führende Rolle der antifeministischen Männerrechtsbewegung hat von niemanden in Frage gestellt zu werden!

Die DDR ist doch nicht weg!

Sachse, Saturday, 11.12.2010, 13:18 (vor 5514 Tagen) @ Referatsleiter 408

Der Vergleich mit DDR-weg ist Scheisse.
Das würde ja heißen, dass Schwestergewellter irgendwann Bundeskanzlerin werden würde.

N E I N - DAS bitte nicht auch noch!

das wichtigste übersehen

David, Saturday, 11.12.2010, 13:19 (vor 5514 Tagen) @ Referatsleiter 408

In Staatsform schon, aber in Form von "Überwachungspraktiken" ist sie
präsenter denn je!

Elena, Vorratsdatenspeicherung, Mautstellen, Handyortung, Ordnungsämter,
Steuer-, Sozial- und GEZ-Fahnder, Onlinedurchsuchung ...............

..... und letztlich keine freien Meinungsäußerungen mehr ohne Zwangsregistrierungen in systemrelevanten Foren des Internets !

Fast schon passender Artikel dazu: "Deutschland ist wie ein träger, fetter, alter Hund"

Leser, DFR (Deutsche Femokratische Republik), Saturday, 11.12.2010, 13:38 (vor 5514 Tagen) @ Leser

Die Deutschen sind gutgläubige Staatsbürger und lieben die Ruhe. Zufrieden blicken sie auf Reförmchen und den Sozialstaat. Das wird für kommende Herausforderungen nicht reichen. Von Andrea Seibel mehr...

Ein paar Zitate aus dem Artikel, ihr seid ja "klickfaul":

Und daher ist es ruhig in Deutschland. Niemand geht auf die Straße, weil die Steuern nicht gesenkt werden oder die Bürokratie den Menschen die Nerven und Lebenskraft raubt. Niemand protestiert, weil der Sozialstaat überbordet und die Mitte der Gesellschaft alle Mühsal und Last auf ihren Schultern tragen muss.

Ergänzung von mir: Und weil Menschrechte in diesem Land schon lange mit Füßen getreten werden (Familien"recht", Männer"rechte", ...)

Wie lange aber noch wird man hierzulande dem Umverteilungsstaat folgen? Wie lange noch glauben, er allein könne „alternativlos“ (vielleicht das Wort des Jahres 2010) für Gerechtigkeit und sozialen Ausgleich sorgen? Wie lange noch ignorieren, dass auch nur das ausgegeben werden kann, was eingenommen, das heißt erwirtschaftet wurde? Wie lange noch denken, alle Unterschiede zwischen den Menschen seien des Teufels und ein Ausweis von Diskriminierung?

Nun ja, auch hier eine Ergänzung: Die Umverteilung des Privaten im Familienleben gibt es schon Jahrzehnte und nennt sich z.B. "Unterhalt" bzw. spröder formuliert: "Nacheheliche Solidarität" - dazu muss man hierzulande nicht mal mehr verheiratet sein. Aber man muss nachmännliche leisten!

Also nicht nur darüber mokieren:

Aber auf den Sozialstaat sind die Deutschen mächtig stolz. Ihn halten sie für unverzichtbar. Mit ihm verbinden sie Fürsorge, Fairness und auch das allseits beliebte Wort von der Gerechtigkeit, die jedem widerfahren solle. So kommt es immer noch zur großen Verbrüderung von Politik und Bürgern, denn beide romantisieren den Staat und erwarten von ihm die ausgleichende und gütige Hand.

Denn z.B. Väter, manchmal seltenst auch Mütter, werden in einen Asozialstatus gedrückt. Auf dem Papier reich, mit vielen "Konsumgüterausgaben" (vulgo: Unterhalt) und ansonsten existenziell vernichtet.

So wie die Kanzlerin wartet man lieber ab. Gutes Regieren aber heißt glänzen wollen. Das haben die Deutschen offenbar verlernt.

Zynisch formuliert: Verglüh im Glanze deines "Glückes", deutsches Mutterland.

Schon doll, unsere MichelInes, Politessen und unsere Gesellschaft.

Leser

PS: Der Artikel ist im übrigen trotzdem lesenswert :)

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Eine bestimmte Sorte Mensch (meist weiblich) hat mir den Krieg erklärt
- und ich gehe da jetzt hin
zusammen mit "Sunzi" (500 ante Christum natum)

Fast schon passender Artikel dazu: "Deutschland ist wie ein träger, fetter, alter Hund"

Puffbesucher, Saturday, 11.12.2010, 23:39 (vor 5513 Tagen) @ Leser

Sehr richtig: weg mit dem Sozialstaat. Die 354 Euronen multipliziert mit x sind schlimmer als das gesamte Bankendesaster mit seiner Einführung einer neuen Zahl, die da hieß "Billionen".

Letztens haben sie wieder einen Obdachlosen (männlich natürlich) unter einer Treppe in einem Bahnhof steifgefroren hervorgeholt. Er war offenbar schon am Wochenende verstorben. Das war zwar nun in Frankreich, aber der Fall ist natürlich problemlos auf D übertragbar: Man denke nur an den letzten Winter.

Sicherlich wird D an der Rettung dieser Menschen schier kaputtgehen und zu einer Bananenrepublik á la Botswana degenerieren. Und dann noch diese Rentner. Und die Pflegebedürftigen... All unsere Industrien, die Werften, Firmen, Exportweltmeister, eines der reichsten Länder der Welt - immer noch - werden das nicht schaffen und müssen vergehen.

Aber ja.....


Einige glauben auch alles. Nur ein Beispiel: Mini-Tube Antiherpes-Balsam 10 Euro. Da waren nur ein paar Spritzer Wirkstoff drin. Ungelogen: Spritzer. Und dann 10 Euro. Das reichte grad mal für zwei Auftragungen. Ich dacht', ich werd nicht mehr. Aber ich brauchte es ja.

Verjagen wir mal lieber die Pharmas und die Zocker, dann sparen wir genug Geld! Netter Nebeneffekt: Aufhetzversuch der Eliten gescheitert und noch den Arsch voll gekriegt

--
...und erlöse uns von dem Bösen.

Antwort zum Sozialstaat

Leser, DFR (Deutsche Femokratische Republik), Sunday, 12.12.2010, 09:01 (vor 5513 Tagen) @ Puffbesucher

Hallo Puffbesucher (wie kommt man denn auf solch einen Nick) ;-)

Sehr richtig: weg mit dem Sozialstaat. Die 354 Euronen multipliziert mit x
sind schlimmer als das gesamte Bankendesaster mit seiner Einführung einer
neuen Zahl, die da hieß "Billionen".

Das wollte ich mit der Verlinkung auch nicht ausdrücken. Der Anteil an Sozialausgaben, gemessen am Bruttosozialprodukt, ist relativ gering. Wer Hilfe benötigt, soll diese auch bekommen. Ich möchte das hier auch garnicht weiter vertiefen, denn es ist ein ähnlich komplexes Thema, wie das, was hier sonst diskutiert wird. Denn es berührt einen vielschichtigen Bereich (i.e.: Muss jemand, der 30 Jahre gearbeitet hat, behandelt werden, wie jemand, der nie einen Hammer in der Hand hielt? etc.)

Letztens haben sie wieder einen Obdachlosen (männlich natürlich) unter
einer Treppe in einem Bahnhof steifgefroren hervorgeholt. Er war offenbar
schon am Wochenende verstorben. Das war zwar nun in Frankreich, aber der
Fall ist natürlich problemlos auf D übertragbar: Man denke nur an den
letzten Winter.

Nun ja, dass kann darf und sollte nicht sein. Vielleicht relativiert es für dich die ganze Sache, wenn ich dir kurz mal etwas aus eigener Erfahrung schildere: Vor ca. 10 Jahren lag ein Mensch, eingehüllt in Zeitungspapier vor meiner Wohnungstür (Dachgeschoss). Ich kam Nachts nach hause, sah ihn dort liegen und hab uns beiden erst mal einen Kaffee gemacht. Danach gab es eine Luftmatratze und etwas vernünftiges zum Zudecken. Nun kannsz du mich gerne "Gutmensch" schimpfen.

Am nächsten Morgen lag alles ordentlich zusammengelegt im Flur und der Mensch war weg, hinterließ aber einen Zettel mit nur einem Wort. Ich denke, dieser Gesellschaft würde ein bisschen mehr Nächstenliebe, anstelle von Sarkasmus und Egoismus recht gut tun. Das kann man auch als Atheist.

Nichtsdestotrotz denke ich, dass es gerade unsere "Mittelschicht" ist (wo auch immer die liegt), die wegbricht und ausgenommen wird, wie eine Weihnachtsgans.

Falls es dich beruhigt: Ich bin auch "untere Mittelschicht", lebe aber dank deutschem Unterhaltsrecht weit unterhalb dessen, was man einem SGB II-Empfänger zumuten mag; ist halt so in diesem Land - und es geht vielen so. Deswegen gehe ich aber nicht gegen HIV-Empfänger vor bzw. werte diese ab oder fühle mich (ungültigerweise) "erhaben". Denn das wäre wie früher, als sich das "Pack" zur Belustigung und Erbauung der Oberschicht die Frexxe blutig schlagen "durfte".

Ich denke trotzdem, dass die Autorin mit dem was sie schreibt, recht hat. Und es kann nicht sein, dass "die da oben" alles haben, die Mitte ausblutet und "die da unten" (nicht! abwertend gemeint) unisono gleichgemacht werden.

Erst recht darf nicht sein, dass die Mittel- und "Unterschicht" (schamvoll präkär bezeichnet) aufeinander losgeht bzw. aufeinander gehetzt wird. Diesen Diktus sprach imho auch die Autorin indirekt an. Aber es war schon im alten Rom so: "panem et circenses", die da oben lachen sich tot beim Abschlachten derer da unten. Und wissen dabei nicht mal, dass sie selbst in ähnlicher Lage stecken bzw. ruckzuck selbst "da unten" stehen könnten.

Jeder schleppt eben so seine Päckchen mit sich rum und viele betrachten Dinge vor dem Hintergrund ihrer eigenen Erfahrungen. Das ist nicht nur bei mir so ;-)

Besten Gruß zum frühen Morgen

Leser

PS: Der Deutsche Gutmensch an und für sich spendet ja lieber für traurige Kinderaugen in Afrika, anstatt die zu unterstützen, die in diesem Land die Rübe hinhalten!

Oder versuchen die eigenen Misstände zu überwinden.

Traurig? Ist aber so!

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Puffbesucher, Sunday, 12.12.2010, 02:59 (vor 5513 Tagen) @ Leser

Der Artikel zeigt mir folgendes: die Eliten haben keine Geduld mehr und wollen endlich freie Bahn. Und das Volk soll ihnen gefälligst noch dabei helfen, indem man sie vor den eigenen Karren spannt, nachdem man ihnen suggeriert hat, es ginge um ihre Interessen.

Arme Irre

--
...und erlöse uns von dem Bösen.

Rechtlich gesehen, wurde....

Michi @, BY, Sunday, 12.12.2010, 10:07 (vor 5513 Tagen) @ Leser

Underdog-D-"BRD" von einem global anerkannten, autonomen Staat mit Namen DDR übernommen! Also....

SG
Michi
Excalibur
GWG-Jäger

Die FDP ist wie die DDR - "auf einmal war sie weg"

MC Henrich ⌂, Sunday, 12.12.2010, 23:49 (vor 5512 Tagen) @ Leser

... Zurzeit sei die Lage der FDP fast aussichtslos. "Die Situation, in der
wir uns befinden, erinnert mich fatal an die Spätphase der DDR. Die ist
irgendwann implodiert. Auf einmal war sie nicht mehr da. Die Führung
konnte das bis zum Schluss nicht begreifen. Es kann passieren, dass auch
die FDP in sich selbst zusammenfällt."

Warten wirs ab. In den Neunzigern sah es auch schon mal so aus... aber die FDP ist uns erhalten geblieben

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Maskulismus oder Schluss!
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Und die Quotentusse schlägt zurück

Red Snapper, Monday, 13.12.2010, 16:15 (vor 5512 Tagen) @ Leser

Die Liberalen bräuchten "nicht nur Nörgler und Selbstdarsteller", sondern auch solide und seriöse Arbeiter, erklärte Homburger im Südwestrundfunk. Die Partei habe "wieder Tritt gefasst" und dürfe sich ihre Erfolge "nicht zerreden" lassen.

Realitätsfremder geht es wohl nicht. Von 17% auf 4% sieht die Quotentusse als "Erfolg".

Aber das kennen wir ja aus dem Milieu....

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,734292,00.html

Und die Quotentusse schlägt zurück

MC Henrich ⌂, Tuesday, 14.12.2010, 01:04 (vor 5511 Tagen) @ Red Snapper

Realitätsfremder geht es wohl nicht. Von 17% auf 4% sieht die Quotentusse
als "Erfolg".

Die FDP ist wie eine Gummipuppe. Man kann sie leicht aufblasen und noch leichter die Luft wieder herauslassen.

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