Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Bedenkliche Worte eines Konservativen zur "natürlichen Überlegenheit der Frau"

Friedrich Kayser, Friday, 10.12.2010, 17:39 (vor 5515 Tagen)

In der neuesten Ausgabe der "Jungen Freiheit" (Nr. 50/10 | 10. Dezember 2010) lese ich auf Seite 15, in der Kolumne "GegenAufklärung" von Karlheinz Weißmann, folgenden Aphorismus:

Angesichts der natürlichen Überlegenheit der Frau ist das Patriarchat eine legitime Form männlicher Selbstverteidigung.

Es wird also das Patriarchat als legitim gerechtfertigt, und zwar als die Antwort auf einen Angriff oder eine Bedrohung - nicht etwa als ein Selbstzweck.

Dahinter muß also ein ernstzunehmender Gegner stecken.

Diesem Gegner - gemeint ist die Frau - wird die Überlegenheit zugesprochen, und zwar keine zufällige, durch Umstände erklärbare, sondern eine natürliche Überlegenheit!

Ja, was heißt denn wohl "natürliche Überlegenheit"? Gibt es noch eine andere, und verträgt sich die natürliche Überlegenheit mit einer gleichzeitig gegebenen Unterlegenheit anderer Art?

Ein Blogbetreiber antwortete auf die Feststellung der feministischen Theologin Ina Praetorius, daß "mit der patriarchalen Ordnung keineswegs die Welt untergeht", wie folgt:

Zerstört würde zuerst immer das höchst Entwickelte und folglich am meisten Empfindliche. Das wären, in absteigender Reihenfolge: Männer (die schon jetzt kürzer leben), Frauen, höhere Tiere, zuletzt wohl die Insekten.

So besehen, läßt sich allerdings von einer "natürlichen Überlegenheit der Frau" dem Manne gegenüber sprechen.

Gibt es aber noch eine andere Art der Überlegenheit, etwa die kultürliche Überlegenheit? Natur und Kultur bilden doch ein Gegensatzpaar. Und zwar ein hierarchisches: Kultur wird höher bewertet als Natur!

Diese Hierarchie zeigt sich darin, daß Kultur immer auf Natur "beruht", von deren Existenz also abhängig ist, sie aber auch zurückdrängen, einschränken und beherrschen muß. So mußten z.B. Wälder gerodet werden, um Städten Raum zu geben.

Daraus glaube ich, ableiten zu können:

Die Frau garantiert den Erhalt des Lebens; der Mann aber bewirkt seine Vollendung.

Biblisch gesagt: Der Mann ist die Krone der Schöpfung, die Spitze ihrer Hierarchie.

Ich weiß nicht, ob der Autor der Kolumne (Karlheinz Weißmann, s.o.) mit meiner Ausdeutung einverstanden ist, aber nur so ist sein Aphorismus für mich annehmbar.

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In derselben Kolumne findet sich noch ein weiterer bemerkenswerter Aphorismus:

Zwei Meldungen an einem Tag:
Erstens, niemals zuvor wurden in Deutschland so wenig Kinder geboren.
Zweitens, der Bund stellt zehn Millionen Euro für die neugegründete Magnus-Hirschfeld-Stiftung zur Verfügung, die im Kongtext von "Bilden, Forschen und Erinnern" das Ziel verfolgt, "die weitere Emanzipation von Schwulen, Lesben und Transsexuellen in der heutigen Gesellschaft" zu unterstützen.

Ich kann die Lektüre dieser Wochenzeitung insgesamt nur empfehlen+

Strickliesel

LatexTester, Friday, 10.12.2010, 17:47 (vor 5515 Tagen) @ Friedrich Kayser

Ich verstehe nicht worauf der Autor des Aphorismus hinauswill. Sollte es eine natürliche Überlegenheit der Frau geben, müsste er diese anhand von Beispielen verdeutlichen können. Die Überlegenheit müsste sich in Kunst, Kultur, Wissenschaft, Forschung, Technik, Wirtschaft widerspiegeln, geht man davon aus, dass die Überlegenheit sich immer in Ergebnissen manifestiert. Dies ist nicht der Fall; genauso wenig sich die Ü. in moralisch/ethischer Hinsicht belegen lässt. Der Autor überhöht die Frau (Heilige o. Hure). Etwas dürftig

Strickliesel

Friedrich Kayser, Friday, 10.12.2010, 18:02 (vor 5515 Tagen) @ LatexTester

Sollte es
eine natürliche Überlegenheit der Frau geben, müsste er diese anhand von
Beispielen verdeutlichen können. Die Überlegenheit müsste sich in Kunst,
Kultur, Wissenschaft, Forschung, Technik, Wirtschaft widerspiegeln,

Lieber Herr LatexTester,

ich darf zwar nicht im Voraus für mich in Anspruch nehmen, den Autor richtig verstanden zu haben. Aber, wie ich schon schrieb, kann er die "natürliche Überlegenheit" eigentlich gar nicht anders als im Gegensatz zur kultürlichen Überlegenheit des Mannes gemeint haben.

Falls ja, möchten Sie mir in meinen Folgerungen dann zustimmen?

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Friedrich Kayser

Frauen an der Front

Mus Lim ⌂, Friday, 10.12.2010, 19:04 (vor 5515 Tagen) @ Friedrich Kayser

"Männer, Motoren und der Gestank nach Kerosin. Und dazwischen ein brünetter Pferdeschwanz."

Bundeswehr: Umsorgt, belächelt, gehasst – Frauen an der Front, Die Welt am 9. Juni 2008

Das sollte sich mal ein männlicher Soldat leisten, mit Pferdeschwanz zum Dienst kommen ..

--
Mach mit! http://wikimannia.org
Im Aufbau: http://en.wikimannia.org

irrefuehrender Titel

jens_, Saturday, 11.12.2010, 12:34 (vor 5514 Tagen) @ Mus Lim

Erstmal der korrekte Link:
http://anonym.to?http://www.welt.de/politik/article2083673/Umsorgt_belaechelt_gehasst_Frauen_an_der_Front.html

Zweitens sind Frauen gar nicht an der Front, sondern lediglich in der Bundeswehr bzw. Armee. Dass sie sich nicht in Gefahr bringen kann man auch sehr gut daran sehen, dass 100% aller getoetenten Soldaten Maenner sind. Eigentlich sollte es fuer Frauen in der Bundeswehr auch eine Front-Pflicht geben, aber dann wuerden die Feministinnen bestimmt aufheulen

Bedenkliche Worte eines Konservativen zur "natürlichen Überlegenheit der Frau"

Garfield, Friday, 10.12.2010, 19:06 (vor 5515 Tagen) @ Friedrich Kayser

Hallo Friedrich!

Angesichts der natürlichen Überlegenheit der Frau ist das Patriarchat
eine legitime Form männlicher Selbstverteidigung.

Das ist gar nicht falsch!

Das, was als "natürliche Überlegenheit der Frau" bezeichnet wird, ergibt sich aber nicht direkt aus irgendwelchen körperlichen oder geistigen Eigenschaften von Frauen, sondern aus dem Verhältnis zwischen Frauen und Männern, wie es sich in der Evolution über Millionen von Jahren hinweg eingespielt hat.

Da ist es eben so, daß Frauen bei der Partnersuche meist eine scheinbar passive, abwartende Haltung einnehmen. Das findet sich so auch bei diversen Tierarten - da hat das den Sinn, nicht das nächstbeste, sondern das am besten geeignete Männchen auszuwählen. Offensichtlich haben die Frauen das von unseren tierischen Vorfahren übernommen und weiter entwickelt.

Den Männern weist das bei der Partnersuche automatisch die Bittsteller-Rolle zu.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen - z.B. wenn viele Frauen um einen besonders begehrten (also meist reichen) Mann konkurrieren, aber das sind eben Ausnahmen und nicht die Regel.

Dazu kommt aber noch etwas:

Weil Frauen mit dem Großziehen der Kinder vergleichsweise stark beschäftigt sind, brauchen sie dafür besonders viel Unterstützung von ihrer Umwelt. Natürlich vor allem von den Männern, aber auch sonst von allen Mitmenschen. Deshalb ist es so, daß Menschen - Männer wie Frauen - dazu neigen, Frauen wesentlich mehr Unterstützung zukommen zu lassen als Männern. Das fängt in der Schule an, wo Mädchen für gleiche Leistungen bessere Noten bekommen als Jungen, und es hört mit diversen Leistungen der Gesellschaft für schwangere Frauen und Mütter noch längst nicht auf.

Die Gesellschaft wird also immer zur Bevorzugung der Frau tendieren - das kann man durchaus als "natürliche Überlegenheit" der Frau sehen. Überlegenheit muß ja nicht zwangsläufig auf eigener Leistung oder Stärke beruhen.

Im sogenannten Patriarchat ist das auch so, aber da werden wenigstens noch einige Ausgleiche geschaffen. Männer haben dann zwar auch diverse Pflichten Frauen gegenüber, aber ihnen werden dafür auch einige Privilegien gewährt.

Wenn diese Privilegien wegfallen und die Pflichten bleiben, dann geraten Männer dadurch natürlich in Nachteil.

So macht das Zitat durchaus Sinn.

Freundliche Grüße
von Garfield

Bedenkliche Worte eines Konservativen zur "natürlichen Überlegenheit der Frau"

Friedrich Kayser, Saturday, 11.12.2010, 00:42 (vor 5514 Tagen) @ Garfield

Im sogenannten Patriarchat [...] werden wenigstens noch
einige Ausgleiche geschaffen. Männer haben dann zwar auch diverse
Pflichten Frauen gegenüber, aber ihnen werden dafür auch einige
Privilegien gewährt.

Herr Garfield,

ich stimme Ihnen zu. Sie erwähnen einen wichtigen Aspekt.

Hinzuzufügen bleibt vielleicht die größere Fragilität des männlichen Geschlechts, die schon in der größeren männlichen Säuglingssterblichkeit zum Ausdruck kommt. Dem Manne fehlt auch ein zweites X-Chromosom, sozusagen eine Reparatur-Ressource. Und daß das Y-Chromosom irgendwie einem verkümmerten X-Chromosom gleicht, ist auch nicht ganz von der Hand zu weisen.

Nur muß man das anders werten, als die Feministen es tun. Sie sehen nur die Mängel, nicht aber die Errungenschaften, welche die erwünschte Kehrseite davon sind.

Neuere, technisch hochgezüchtete Kraftwagen sind störanfälliger als alte Typen. So besehen sind letztere "natürlich überlegen". Aber nicht besser! Sie laufen nur länger. Die Krone der Ingenieurskunst, also der menschlich-männlichen Schöpfungskunst, sind die neuen, computererisierten Autos, die aber im Falle von Versorgungsschwierigkeiten, etwa im Kriegsfalle, auch die ersten wären, die liegenbleiben würden.

Daher würde ich gerne an meinem Leitsatz festhalten:

Die Frau garantiert den Erhalt des Lebens; der Mann aber bewirkt seine Vollendung.

Diese Vollendung, d.h. die Männlichkeit, ist stets gefährdet. Ihr sollte unsere gemeinsame Sorge gelten. Um den Bestand des Weiblichen müssen wir uns hingegen keine Sorge machen. Die Basis bleibt; die Krone fällt.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Friedrich Kayser

Bedenkliche Worte eines Konservativen zur "natürlichen Überlegenheit der Frau"

Heidelberg, Saturday, 11.12.2010, 04:21 (vor 5514 Tagen) @ Friedrich Kayser

zweites X-Chromosom, sozusagen eine Reparatur-Ressource. Und daß das
Y-Chromosom irgendwie einem verkümmerten X-Chromosom gleicht, ist auch
nicht ganz von der Hand zu weisen.

Dem Manne fehlt ein zweites X Chromosom

Eigentlich habe ich mir vorgenommen auf biologische Meinungsdummheiten nicht mehr zu reagieren.
Wenn aber intelligente Männer so einen Mist aus der Mainstream Presse ungefiltert wiedergeben kann ich manchmal nicht mehr innehalten.

Man erkennt die Macht der Presse...
23%
Kein zweites X Chromosom

Unglaublich wie dumm Männer sein können…, Sie wiederholen es ohne nachzudenken.
Hallo Sie männlicher Biologienarr, Sie könnten auch Mädchen zeugen… hoffentlich ist Ihr X Chromosom nicht ebenfalls fehlerhaft. Diesbezüglich würde Ihnen auch kein weibliches X was nützen... Hier wird nicht repariert. Schon mal was von Merkmalsschaltern gehört, wenn "Nein" sollten Sie diese Einlassung zukünftig nicht mehr verwenden.

Danke

Heidelberg

Bitte bleiben Sie ruhig!

Friedrich Kayser, Saturday, 11.12.2010, 16:16 (vor 5514 Tagen) @ Heidelberg

Kein zweites X Chromosom

Unglaublich wie dumm Männer sein können…, Sie wiederholen es ohne

Aber das gehört doch zum Grundwissen. Vgl. Sie den entsprechenden Wikipedia-Artikel:

Menschen haben 46 Chromosomen, davon 2 Geschlechtschromosomen oder Gonosomen (XX bei Frauen, XY bei Männern, siehe oben: Geschlechtsbestimmung).

Natürlich gibt es, wenn auch sehr selten, Abweichungen bei Männern und bei Frauen. Gehören Sie zu dieser Gruppe? Dann kann ich Ihre Aufregung verstehen, und ich bitte zu entschuldigen, daß ich Ihnen dazu Anlaß gegeben habe.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Friedrich Kayser

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