Bedenkliche Worte eines Konservativen zur "natürlichen Überlegenheit der Frau"
In der neuesten Ausgabe der "Jungen Freiheit" (Nr. 50/10 | 10. Dezember 2010) lese ich auf Seite 15, in der Kolumne "GegenAufklärung" von Karlheinz Weißmann, folgenden Aphorismus:
Angesichts der natürlichen Überlegenheit der Frau ist das Patriarchat eine legitime Form männlicher Selbstverteidigung.
Es wird also das Patriarchat als legitim gerechtfertigt, und zwar als die Antwort auf einen Angriff oder eine Bedrohung - nicht etwa als ein Selbstzweck.
Dahinter muß also ein ernstzunehmender Gegner stecken.
Diesem Gegner - gemeint ist die Frau - wird die Überlegenheit zugesprochen, und zwar keine zufällige, durch Umstände erklärbare, sondern eine natürliche Überlegenheit!
Ja, was heißt denn wohl "natürliche Überlegenheit"? Gibt es noch eine andere, und verträgt sich die natürliche Überlegenheit mit einer gleichzeitig gegebenen Unterlegenheit anderer Art?
Ein Blogbetreiber antwortete auf die Feststellung der feministischen Theologin Ina Praetorius, daß "mit der patriarchalen Ordnung keineswegs die Welt untergeht", wie folgt:
Zerstört würde zuerst immer das höchst Entwickelte und folglich am meisten Empfindliche. Das wären, in absteigender Reihenfolge: Männer (die schon jetzt kürzer leben), Frauen, höhere Tiere, zuletzt wohl die Insekten.
So besehen, läßt sich allerdings von einer "natürlichen Überlegenheit der Frau" dem Manne gegenüber sprechen.
Gibt es aber noch eine andere Art der Überlegenheit, etwa die kultürliche Überlegenheit? Natur und Kultur bilden doch ein Gegensatzpaar. Und zwar ein hierarchisches: Kultur wird höher bewertet als Natur!
Diese Hierarchie zeigt sich darin, daß Kultur immer auf Natur "beruht", von deren Existenz also abhängig ist, sie aber auch zurückdrängen, einschränken und beherrschen muß. So mußten z.B. Wälder gerodet werden, um Städten Raum zu geben.
Daraus glaube ich, ableiten zu können:
Die Frau garantiert den Erhalt des Lebens; der Mann aber bewirkt seine Vollendung.
Biblisch gesagt: Der Mann ist die Krone der Schöpfung, die Spitze ihrer Hierarchie.
Ich weiß nicht, ob der Autor der Kolumne (Karlheinz Weißmann, s.o.) mit meiner Ausdeutung einverstanden ist, aber nur so ist sein Aphorismus für mich annehmbar.
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In derselben Kolumne findet sich noch ein weiterer bemerkenswerter Aphorismus:
Zwei Meldungen an einem Tag:
Erstens, niemals zuvor wurden in Deutschland so wenig Kinder geboren.
Zweitens, der Bund stellt zehn Millionen Euro für die neugegründete Magnus-Hirschfeld-Stiftung zur Verfügung, die im Kongtext von "Bilden, Forschen und Erinnern" das Ziel verfolgt, "die weitere Emanzipation von Schwulen, Lesben und Transsexuellen in der heutigen Gesellschaft" zu unterstützen.
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