Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Petition zu Auflösung einer Stiefkindadoption

FemokratieBlog ⌂, Friday, 10.12.2010, 17:38 (vor 5515 Tagen)

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass eine Stiefkindadoption aufgrund nachweislich schwerer Kindesmisshandlung aufgelöst werden kann.

Ich bin der Meinung, einer Adoption sollten 'Kinder' erst nach Volljährigkeit selber zustimmen dürfen.

Mehr http://femokratieblog.wgvdl.com/petition-stiefkindadoption/12-2010/

Warum? (k.T.)

LatexTester, Friday, 10.12.2010, 17:48 (vor 5515 Tagen) @ FemokratieBlog

- kein Text -

Etwas OT dazu: Finanzielle Folgen einer Stiefkindadoption, wenn Muddi nicht mehr will ...

Info, Friday, 10.12.2010, 18:20 (vor 5515 Tagen) @ FemokratieBlog

Hier mal ein Fall, wo die Mutter nach 6 Monaten feststellte, dass sie den Stiefvater nicht mehr liebt. Adoption, vor allem der im FK-Blog geschilderte sind wirklich ein Thema für sich:

Hallo zusammen, ich habe mal eine Frage. Meine Frau und ich waren knapp 6 Jahre verheiratet. Meine Frau hat ein Kind in die Beziehung, bzw. Ehe gebracht. Meine Stieftochter war damals 3. Sie hat mich schon nach 1 Jahr Papa genannt und da ich schon früh echt tiefe Gefühle für die kleine hatte habe ich es auch zugelassen dass Sie mir Papa sagte, obwohl ich nicht der leibliche Vater bin. Das war auch kein Problem, da sich der leibliche Vater nicht um sie kümmerte.

Meine damalige Lebensgefährtin erhielt vom Staat eine löcherliche Alimentenbevorschussung. Als wir geheiratet haben, wurde die Alimentenvevorschussung gestoppt, weil ich nun nach Gesetz an die Stelle des leiblichen Vaters gerutscht war. Für mich war das absolut OK.
Bei der Hierat damals war es nicht möglich dass ich meine Stieftochter adoptiere, weil man für die Stiefkindadoption mindestens 5 Jahre verheitratet sein muss.

Nach 5 Jahren Ehe habe ich meine Stieftochtet adoptiert. Wir drei mussten dabei zu einem Interview bei der Vormundschaftsbehörde. Wir wurde u.a. gefragt ob unsere Beziehug stabil sei. Meine Frau und ich haben die Frage mit JA beantwortet. Auch meine Stieftochter war damit einverstande und die Adoption wurde nun amtlich bewilligt. Meine Tochter hat mich nach der Adoption gefragt, was sich nun veränder hat. nun ja, eigentlich gar nichts, ich bin immer noch dein Vater.

Aber als mir meine Frau 6 Monate später sagte, dass sie mich nicht mehr liebt wurde mir klar was es bedeutet, nämlich alimente zahlen.

Es ist nicht so dass ich mich nun gegen meine Tochter stellen würde, weil dafür liebe ich sie zu sehr, aber verarscht fühle ich mich trotzdem. Ich möchte dazu sagen, dass ich diese Verantwortung schon Jahre vor der Adoption übernommen habe, sonst hätte ich mich nicht Papa nennen dürfen.
Wir habe uns nun auf das gemeinsame Sorgerecht vereinbart. Finaziell sieht es nun so aus, dass ich CHF 1500.-- pro Monat übernehme und meine Exfrau CHF 500.--

Meine 1500.-- enthalten eine Alimentenzahlung von CHF 1000.--, 500.- entstehen durch ein Zimmer und die Betreuung an einem Werktag durch mich.
Wie schon gesagt, fühle ich mich als Vater der Kleinen, aber eben auch ziemlich verarscht von meiner Exfrau. An der Stelle sei noch erwähnt, dass meine Frau vermögend ist und eigentlich gar nicht auf mein Geld angewiesen wäre. Ich finanziere nun ein Kind einer vermögenden Frau.

Wie soll ich mich verhalten? Ich habe das Gefühl in 2 Teile zerrissen zu werden, ich stehe absolut zu meiner Tochter, aber ich verurteile meien Exfrau, dass Sie sich unsere Tochter von mir finazieren lässt obwohl sie gar nicht auf mein Geld angeweisen wäre. Was soll ich tun?

Etwas OT dazu: Finanzielle Folgen einer Stiefkindadoption, wenn Muddi nicht mehr will ...

blendlampe, Friday, 10.12.2010, 20:27 (vor 5515 Tagen) @ Info

Du bist ein gutes Beispiel, dass Stiefkindadoption bei lebenden Eltern ein Unding ist. In deiner Beziehung und der Beziehung zu dem Kind hätte sich auch nichts geändert, wenn du die rechtliche Vaterschaft nicht bekommen und übernommen hättest. Wozu also? Ein weiterer Trick und ein Werkzeug für Kindsmütter, das Unterhaltspferd zu wechseln, wenn sich ein schnelleres Pferd finden lässt?

Du selbst hast diese Vaterschaft im vollen Bewusstsein der Folgen übernommen, damit musst du nun leben. Ob du unterhaltsrechtlich etwas machen kannst, kann ich dir nicht sagen - ich kenne weder deine finanziellen Verhältnisse noch die Rechtslage in der Schweiz, in der du dich offenbar befindest. In Deutschland hätte man gewisse Chancen, wenn das Einkommen des betreuenden Elternteils mindestens zwei- bis dreimal so hoch ist wie das eigene. Dann kann es in Betracht kommen, dass dieser Elternteil auch einen Teil des Barunterhalts oder sogar alles tragen muss

Antwort mit Richtigstellung und ein paar Anmerkungen zum Nachdenken!

Info, Friday, 10.12.2010, 21:19 (vor 5514 Tagen) @ blendlampe

Nur zur Klarstellung: Ich bin habe kein Kind adoptiertund würde es auch niemals tun!

Ich würde mich auch nicht Papa nennen lassen, weil ich es ablehne, heile Welt und "Neue Heimat" als Vati und Mutti zu spielen, sondern z.B. hinterfragen, warum der wirkliche Vater keinen Kontakt mehr hat. (ausgebrannt, finanziell ruiniert, etc.)

Auf den Links von H. Norbert hier im selben Strang kann man gut nachlesen, was da alles so im Hintergrund abläuft.

Abgesehen davon ist der zitierte Typ eine arme Sau, die sich hat becircen lassen, von einer offensichtlich eiskalt berechnenden und eventuell vormals schon entsorgenden Mutter!

Das ändert nichts daran, dass er sich zum Deppen hat machen lassen. Gebrieft durch Mutti wurde er in eine Rolle geschoben, die ihn zum ritterlichen Ersatz-Papa-Helden hat verkümmern lassen. Eine Rolle, die Männer wohl allzugerne annehmen.

Selbst schuld könnte man nun sagen. Mir tut der Typ trotzdem leid, denn er ist in eine klassische Falle getappt. Allerdings hätte dieser Tripp für ihn noch schlimmer ausgehen können. So, wie es einige hier auch schon erlebt haben: Totaler Kontaktabbruch und so weiter.

Auch als Stief- baut man Gefühle auf. Und ich kenne übrigens selbst beide Seiten. Der echte und der hinzugekommene. Beim Hinzukommer habe ich allerdings immer die Distanz zur wichtigen Rolle des leiblichen Vaters gewahrt und dem Kind das auch klargemacht. Da war ich Freund mit Bindung. Als echter habe ich das Kind unterstützt, auch eine Bindung zum Hinzugekommenen aufzubauen. Man sollte es aus Kindersicht betrachten, Kinder, die in neuen Welten zurecht kommen müssen.

Nicht mehr - aber auch nicht weniger.

Soweit klar?

Gut. Was lernen wir daraus:

- Nicht fernsteuern lassen von einer Getrenntlebenden
- Polarisierende Aussagen der Gebärdenden hinterfragen
- Selbst mal mit dem angeblich sich nicht kümmernden Vater sprechen
- Niemals ein Kind adoptieren, wenn der Vater noch da ist
- Sich nicht in Muttis "heile-neue-Familienwelt" stopfen lassen
- und trotzdem Freund für die Kleinen sein und bleiben

Ein weites Feld - ich habe eine Menge Aspekte davon, positiv und negativ erlebt. Vertrauen und Fairness zählen mittlerweile als Bodensatz der "Familienpolitik". Familie wird uns "erklärt" von Leuten, die nie eine hatten bzw. nie einen Grundstein dazu legten.

Im übrigen wird es schon seine Gründe haben, wenn in Grimms Märchen immer von der bösen Stiefmutter die Rede ist und ich mich an keins mit einem bösen Stiefvater erinnern kann.

Aber es ist letztendlich egal: Die BRD feiert und (ali)lamentiert heute "Erfolgsmodelle" wie "Einelternfamilien", "Patchworkfamilien", "Familie ist da, wo alle aus einem Kühlschrank essen" (auch wenn "Entsorgt-Vati" verhungern kann) und so weiter ...

Mein 2 Cent zu allen abgeliebten und abgezockten Vätern und den Stiefs. Bei Männern mit Kindern nennt man das übrigens "Altlasten" im Stile sinnsuchender Trullas zwischen 40 und 50 auf der Standspur des Kontaktanzeigenmarktes.

Wie ärmlich

Petition zu Auflösung einer Stiefkindadoption

H.-Norbert ⌂, Nordhessen und an (auf) der Ostsee, Friday, 10.12.2010, 18:56 (vor 5515 Tagen) @ FemokratieBlog

Zu dem Thema gibt es diese Website:

www.Stiefkindadoption.de

Wer nachlesen möchte, wie eine Stiefkindadoption ablaufen kann, möge die letzten Kapitel der Autobiografie

Der Opektafarmer
Von vaterloser Kindheit zum entsorgten Vater. Eine Autobiografie.
ISBN 978-3-8423-3629-2 , Herstellung und Verlag: Books on Demand GmbH, Norderstedt,
196 Seiten, Preis 12,90€.

lesen.

In den letzten Kapiteln wird die Auflösung einer Familie beschrieben.
Die Trennung hätte am Beginn aus dem Ratgeber für vorbildliche Scheidungen stammen können: Die Mutter zog mit den Kindern in eine Wohnung im gleichen Dorf. Die Eltern hatten gemeinsames Sorgerecht bis zur Volljährigkeit der Kinder, die Söhne hatten den Haustürschlüssel des Vaters und kamen immer zu ihm, wann sie wollten.
Schließlich zogen die Kinder wieder zum Vater und der Krieg begann. Er endete damit, dass der Vater heute keinen Kontakt zu seinen Kindern hat. Mit seinem jüngsten Sohn ist er nach dem Gesetz nicht mehr verwandt. Er wurde vom Stiefvater adoptiert, obwohl der wegen des sexuellen Missbrauchs seiner Adoptivtochter (!) vorher im Gefängnis gewesen war. Seine Schwiegertochter Iris, die mit dem älteren Sohn verheiratet ist, kennt der Vater nicht. Ob der jüngste Sohn verheiratet ist, weiß er nicht.

Norbert

--
www.NUlb.de
www.Stiefkindadoption.de

Nur als Hinweis ;-)

Christine ⌂, Friday, 10.12.2010, 20:51 (vor 5515 Tagen) @ H.-Norbert

http://wgvdl.com/_Literaturhinweise.htm#T_Der_Opektafarmer

http://wikimannia.org/index.php?title=B%C3%BCcher_(Liste)#U

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Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohlangepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein

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