René Kuhn konfrontiert Markus Theneurt von maenner.ch
Der Antifeminismus löst aber nichts, im
Gegenteil, er schafft neue Probleme.
Welche wären das?
Ich werfe der antifeministischen
Bewegung vor, dass sie ein unlauteres Feindbild konstruiert. Sie gibt den
Feministinnen die Schuld. Das ist unzulässig.
Sie sind sicher nicht allein schuldig, aber sie sind schuldig.
Natürlich gibt es einzelne
radikale Feministinnen, die mehr als die Gleichberechtigung fordern.
Markus Theunert übersieht dabei, dass das Problem nicht allein bei den Feministinnen liegt, die ganz direkt eine Privilegierung von Frauen fordern. Das größere Problem sind die vielen Feministinnen, die es völlig richtig finden, dass Frauen gefördert werden und Männer nicht und dies auch so anstreben. Das Ganze heißt dann halt «Frauenförderung> statt «Frauenprivilegierung>, obwohl es sich im Endeffekt um dasselbe handelt.
Theunert: Einerseits bezeichnen mich Antifeministen als verweichlicht,
andererseits werfen mir Frauenorganisationen vor, zu anwaltschaftlich für
Männerinteressen einzustehen.
Das sollte ihm aber zu denken geben, wenn die das sogar ihm vorwerfen!
Theunert: Merken Sie den Widerspruch? Zuerst sagen Sie, für die jungen
Frauen ist Gleichberechtigung selbstverständlich, dann sagen Sie, die
jungen Frauen wollen zurück in die traditionelle Rolle.
Wo ist der Widerspruch?
Theunert: Quoten sind vielleicht nicht die ideale Lösung. Aber ich halte
staatliche Fördermassnahmen für sinnvoll.
Im Grunde handelt es sich bei der Frauenförderung und -Privilegierung um eine versteckte Quote. Frauen werden einfach so lange gefördert, bis die gewünschte Quote erreicht ist.
So kann das Ziel erreicht
werden, dass Frauen wie Männer über ihre berufliche Laufbahn entscheiden
können.
Übersetzung aus dem Genderischen ins Deutsche: «So kann das Ziel erreicht werden, dass Frauen wie Männer über ihre berufliche Laufbahn richtig, also unseren Vorstellungen entsprechend, entscheiden.>
Theunert: Frauen, die sich bewerben, verhandeln schlechter. Das hat aber
stark mit ihrer traditionellen Geschlechterrolle zu tun. Es ist ja nun
wirklich nicht so, dass sie gerne weniger verdienen. Und was Sie als
Lohnlüge verkaufen, ist keine Lüge. Denn auch die neue Studie belegt,
dass es zwischen Mann und Frau noch immer einen nicht erklärbaren
Lohnunterschied von acht Prozent gibt.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis dieser Unterschied auch noch erklärt wird. Vielleicht liegt es ja eben am schlechteren Verhandlungsgeschick von Frauen.
Theunert: Wir wollen Frauenförderung, weil es tatsächlich
Lohnungleichheit gibt. Wir wollen Männerförderung, weil Männern die
Freiheit fehlt, ihr Leben nach den eigenen Bedürfnissen zu gestalten, zum
Beispiel als engagierter Vater.
Da haben wir das Problem: Männer.ch suggeriert, Frauen und Männer seien gleichermaßen von Benachteiligung betroffen. Das geschieht noch mithilfe der Lohnlüge, bis die endgültig auffliegt und durch etwas anderes ersetzt werden muss. Dieser Zwang, das Bild einer gleich schweren Betroffenheit aufrechtzuerhalten, verhindert aber ein Anpacken der heißen Eisen auf Männerseite. Nichts kann zum Beispiel auf Frauenseite der schweren rechtlichen Benachteiligung durch die Wehrpflicht oder das unterschiedliche Rentenalter entgegengesetzt werden.
Und wir wollen den Dialog zwischen den
Geschlechtern, die auf Augenhöhe miteinander aushandeln, was
Chancengleichheit heisst.
Chancengleichheit liegt entweder vor oder eben nicht. Das ist nichts, was man aushandeln könnte. Oder handelt Männer.ch demnächst auch aus, ab wann Männer und Frauen gleichberechtigt sind?
Auch die Bereitschaft zum Dialog mit Herrn Kuhns
Organisation ist da.
Tatsächlich?
Allerdings unter der Voraussetzung, dass dem
politischen Gegner, also den Frauenorganisationen, mit Respekt begegnet
wird.
Ich erwarte, dass er dieselbe Forderung auch an die Frauenorganisationen richtet.
Gismatis
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06.12.2010, 20:50
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07.12.2010, 18:09
- René Kuhn konfrontiert Markus Theneurt als PDF - Oliver, 09.12.2010, 07:48
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