Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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«Die Emanzipation ist für Männer eine Heidenarbeit»

Oliver, Monday, 06.12.2010, 09:31 (vor 5519 Tagen)

«Die Emanzipation ist für Männer eine Heidenarbeit>
Von Bettina Weber.

Die «Männerzeitung> feiert diese Woche ihr 10-jähriges Bestehen. Chefredaktor Ivo Knill über Machos und die männliche Hemmung, sich gegen die Wünsche der Frau zu stellen.

Ist Ihre «Männerzeitung> das Pendant zu Alice Schwarzers «Emma>?
Nein. Wir sind kein politisches Kampfblatt und würden uns keinen Gefallen tun, wenn wir uns auf den Standpunkt stellten, der Mann sei benachteiligt. Natürlich haben wir Anliegen: Dass die Situation der Männer bei Scheidungen verbessert wird, dass es einen Elternurlaub gibt und dass mehr Männer in der Schule präsent sind. Aber die Männerbewegung in der Schweiz, die es seit den Siebziger- und Achtzigerjahren gibt, hat sich immer als Parallele zur Frauenbewegung verstanden und diese Anliegen mitgetragen. Obschon es schon grundsätzliche Unterschiede gibt.

Konkret?
Die Männerbewegung war eine sehr kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle in einer Gesellschaft, die man als patriarchal erkannt hat. Es ging darum, aus diesem scheinbaren Privileg herauszukommen und andere Lebensentwürfe zu leben. Es ging um Selbstreflexion, nicht um politische Aktionen.

Waren die Männer deshalb so lange passiv?
Früher durften sich die Männer automatisch als Mehrheit fühlen, fast überall. Aber seitdem im Bundesrat eine weibliche Mehrheit zu finden ist, merken die Männer: Diese Zeiten sind vorbei. Wir müssen uns als Geschlecht Gehör verschaffen, wenn uns was nicht passt, wobei es nicht darum geht, Männer als Opfer darzustellen. Männer kritisieren feministische Sprachregelungen oder die Behandlung bei Scheidungen – aber sie organisieren sich nicht. Nur wenige abonnieren die «Männerzeitung> oder werden Mitglied bei Männer.ch.

Vielleicht, weil man dabei an Softies denkt, die am liebsten das Gebären übernehmen möchten?
Ist es unmännlich, einen Kinderwagen zu stossen? Ich finde ganz und gar nicht. Ein richtiger Mann nimmt sich Zeit für seine Kinder. Ich finde vielmehr jene Männer komisch, die sich lieber ins Büro flüchten, anstatt mit ihren Kindern im Wald eine Wurst zu bräteln. Aber ja, wir versuchen mit der Zeitung, vom softiemässigen Image wegzukommen.

Es ist also kein Zufall, dass die aktuelle Nummer «Macho> heisst?
Genau. Wir kritisieren, dass das Männerbild heute oft negativ besetzt ist, dass man schon kleinen Buben gewisse Verhaltensweisen abtrainieren will. Buben sind aber nun mal ein wenig aggressiver, wollen sich mehr messen, und das ist gut so. Man kommt im Leben nicht weiter, wenn man nur ein Lieber ist, auch Buben müssen sich durchsetzen können.

Heute kuschen die Männer vor den Frauen?
Es gibt tatsächlich so etwas wie eine männliche Hemmung, sich gegen die Wünsche der Frau zu stellen. Gerade bei Themen, bei denen Männer nicht so gut mitreden können, etwa bei einer Schwangerschaft.
Wenn er das Kind behalten will, heisst es, er setze sie unter Druck, wenn er es nicht will, ebenfalls. Deshalb sind Männer schnell bereit, den Entscheid ihrer Frauen zu akzeptieren. Und deren Hemmung ist viel kleiner. Die haben gelernt, dass es gut ist, wenn sie sich durchsetzen und ihre Bedürfnisse sehr dezidiert formulieren.

Dennoch haben die Männer auch von der Emanzipation profitiert.
Oh nein, das stimmt eben nicht.

Sie hat etwa dazu geführt, dass nicht mehr der ganze finanzielle Druck auf ihren Schultern lastet.
Nein! Die Emanzipation ist für Frauen ein Gewinn, für Männer aber eine Heidenarbeit, und wir schuften hart dafür. Ich habe mir vor unserem Gespräch nochmals die Statistiken angeschaut: 1997 hat ein Vater von zwei Kindern 24 Stunden pro Woche im Haushalt und bei der Kinderbetreuung mitgearbeitet. Heute sind es 31,7 Stunden, also 7 Stunden mehr. Gleichzeitig hat sich die Erwerbsarbeit der Frauen nur gerade um 2 Stunden gesteigert, bei den Männern kommt aber sogar noch ein Plus von 0,2 Stunden dazu. Das heisst: Die Männer kümmern sich zwar mehr um Familie und Haushalt, arbeiten aber nicht weniger – für sie hat sich die Belastung addiert. Während die Frauen offenbar noch nicht bereit sind, mehr arbeiten zu gehen, haben die Männer einen riesigen Tatbeweis vollbracht. Aber es ist ihnen nicht gelungen, sich aus der bestehenden Ernährerrolle herauszulösen.

http://bazonline.ch/kultur/diverses/Die-Emanzipation-ist-fuer-Maenner-eine-Heidenarbeit-/story/27361851

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Liebe Grüße
Oliver


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