Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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"Die Zeit" Der Mythos vom türkischen Macho

Info, Thursday, 02.12.2010, 12:16 (vor 5523 Tagen)

Wer hat die Macht in der türkischen Familie? Der Mann jedenfalls nicht.

... Das Augenscheinliche prägt unsere Wahrnehmung und unsere (Vor-)Urteile über die Verhältnisse. So wird das Bild vom ungebrochenen Patriarchat in türkischen und arabischen Familien von niemandem hinterfragt.

... Die Vorstellung von der Dominanz des türkischen Mannes steht in engem Zusammenhang mit den Debatten um Zwangsheirat, Ehrenmord, Kopftuch, Verschleierung oder Gewalt auf dem Schulhof – immer werden als Übeltäter die Männer und Jungen ausgemacht. Mädchen und Frauen sind im besten Fall passive Opfer, denen geholfen werden muss – auch gegen ihren eigenen Willen.

In der psychotherapeutischen Arbeit mit türkischstämmigen Patientinnen und Patienten begegnet man einer Wirklichkeit, die die Geschichte von der Dominanz des Mannes als Mythos entlarvt. Die türkische Familie ist alles Mögliche. Sie kann für alle Mitglieder ein Ort von Einheit, Zusammenhalt, Wärme, Herzlichkeit und Liebe sein; aber auch von einzwängendem Liebesdruck, unrealistischen Erwartungen und Vorschriften. Eines ist sie ganz sicher nicht: Sie ist nicht der Ort, an dem die Männer das Sagen haben.

Die klassische Symptomatik, mit der sich türkische Männer in Behandlung begeben, spricht eine eigene Sprache: Häufig sind Angst- und Panikstörungen der Anlass.

... Viele türkische Frauen nutzen das traditionelle Männerbild für ihre Zwecke: Ihr Mann soll ihre Vorstellungen durchsetzen, die Familie versorgen, stark und unantastbar – "männlich" – sein. Gleichzeitig aber wird der Mann in einer Kind-Position gehalten – von der eigenen Mutter und von der Partnerin. Es gibt Männer, die nicht entscheiden dürfen, was sie anziehen. Es gibt Männer, die niemals ihrer Mutter widersprechen würden. Es gibt Männer, die mit ihren Eltern zusammenleben und ihren ganzen Arbeitslohn aushändigen. Es gibt Männer, denen die Ehefrau eine Szene macht, wenn sie sich eigenhändig etwas in der Küche zu essen zubereiten. Und nicht zu vergessen: Zu jeder zwangsverheirateten Frau gehört ein zwangsverheirateter Mann.

Lesenswerter Artikel:
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-11/integration-tuerkische-macho

"Die Zeit" Der Mythos vom türkischen Macho

Red Snapper, Thursday, 02.12.2010, 13:22 (vor 5523 Tagen) @ Info

Zu jeder zwangsverheirateten Frau gehört ein zwangsverheirateter Mann.

Bemerkenswert - und auch noch von einer Frau geschrieben

"Die Zeit" Der Mythos vom türkischen Macho

Roslin, Thursday, 02.12.2010, 20:31 (vor 5522 Tagen) @ Red Snapper

Bemerkenswert - und auch noch von einer Frau geschrieben

Vielleicht weiß sie sogar, dass das, was sie hier über die islamische Frau sagt, für DIE Frau gilt, auch die europäische, die vermeintlich "neue", moderne, "emanzipierte".

Das hier

"Das machtvolle Wirken der Frauen bleibt hingegen im Geheimen. Ein Grund dafür ist, dass die türkischen Frauen sich oft davor fürchten, schuldig zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Aber wenn wir handeln, werden wir schuldig."

hockt am Grunde des gehegten und gehätschelten weiblichen Opferbewusstseins: der Unschuldswahn der Frau, ihre tiefe, tiefe Sehnsucht, "gut" zu sein, nicht schuldig sein zu MÜSSEN.

Schuld, das sind immer nur Männer.
Frauen sind verantwortungslose, unschuldige OPFA.

Und fühlen sich kannibalisch wohl dabei

Der türkische Muttersöhnchenmacho

Borat Sagdijev, Thursday, 02.12.2010, 13:30 (vor 5523 Tagen) @ Info

... Viele türkische Frauen nutzen das traditionelle Männerbild für
ihre Zwecke:
Ihr Mann soll ihre Vorstellungen durchsetzen, die Familie
versorgen, stark und unantastbar – "männlich" – sein. Gleichzeitig
aber wird der Mann in einer Kind-Position gehalten – von der eigenen
Mutter und von der Partnerin.

Oha!
Offenbart das die Unfähigkeit unserer Alltagsfeministinnen mit Männern umzugehen?
Die schaffen das nicht mal mit einem starken Staat.
Haben die Feministinnen nicht Angst vor den "Machos" sondern Angst vor Ihrer eigenen Unfähigkeit?

--
Afrika hat Korruption?
Deutschland ist besser, es hat Genderforschung und bald eine gesetzlich garantierte Frauenquote.

Der türkische Muttersöhnchenmacho

Nur so, Thursday, 02.12.2010, 13:38 (vor 5523 Tagen) @ Borat Sagdijev

Haben die Feministinnen nicht Angst vor den "Machos" sondern Angst vor
Ihrer eigenen Unfähigkeit?

Wieso, der Feminismus lebt von den traditionellen männlichen Rollenbildern. Diese sollen daher auch dort erhalten bleiben, wo sie den Feministinnen nutzen

Der türkische Muttersöhnchenmacho

Borat Sagdijev, Thursday, 02.12.2010, 13:43 (vor 5523 Tagen) @ Nur so

Wieso, der Feminismus lebt von den traditionellen männlichen
Rollenbildern. Diese sollen daher auch dort erhalten bleiben, wo sie den
Feministinnen nutzen

Also brauchen Feministinnen was sie bekämpfen?
Und sie Brauchen den Staat und Medien mit Quote und aller Frauenförderlobhudelglorifizierung?

Klingt nach einer Geisteskrankheit

--
Afrika hat Korruption?
Deutschland ist besser, es hat Genderforschung und bald eine gesetzlich garantierte Frauenquote.

Der türkische Muttersöhnchenmacho

Nur so, Thursday, 02.12.2010, 14:14 (vor 5523 Tagen) @ Borat Sagdijev

Klingt nach einer Geisteskrankheit

Es ist Neid, Hass und Egoismus

"Die Zeit" Der Mythos vom türkischen Macho - Zitate aus Seite 2

Info, Thursday, 02.12.2010, 13:40 (vor 5523 Tagen) @ Info

Die Dominanz der Mütter innerhalb des türkischen Familiengefüges ist nicht zu übersehen. Der Mann wird häufig bewusst oder unbewusst herausgedrängt aus einer nahen Beziehung zu den Kindern. Oft nutzt die Frau in der Familie diese Hoheit über die Kinder aus.

Der erstickenden Liebesumarmung der Mütter können sich insbesondere die Söhne kaum entziehen. Die Söhne werden häufig sehr verwöhnt und damit emotional gebunden. Sie werden zu einer Art "Ersatzmann" herangezogen und damit sowohl narzisstisch aufgewertet, als auch emotional überfordert. Den Jungen wird das Gefühl gegeben, wichtig und stark zu sein.

Dieses Gefühl von Macht und Bedeutsamkeit korrespondiert allerdings in keiner Weise mit der Wirklichkeit, weder draußen, im Kindergarten oder in der Schule, wo der Machtanspruch schnell eine Begrenzung durch Erzieherinnen und Lehrerinnen erfährt, noch Zuhause in den eigenen Wänden.

Zudem erstickt das ewig besorgte, beschützende, verwöhnende Verhalten türkischer Mütter die Bemühungen des Sohnes, selbstständig zu werden. Später sind viele türkische junge Männer nicht in der Lage, einfachste Alltagsverrichtungen zu bewältigen. Eine immense Abhängigkeit von der Familie ist die Folge.

Lesenswerter Artikel:
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-11/integration-tuerkische-macho

Buchrezension bei Münndüt

vt, Thursday, 02.12.2010, 13:42 (vor 5523 Tagen) @ Info

Nichts Neues!

Rainer ⌂, Thursday, 02.12.2010, 13:46 (vor 5523 Tagen) @ Info

Für jeden, der schon mit offenen Augen in islamischen Ländern war, ist das nichts neues. Allerdings stößt man bei uns auf völliges Unverständnis, wenn man so etwas erzählt.

Rainer

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[image]
Kazet heißt nach GULAG jetzt Guantánamo

Nichts Neues!

MC Henrich ⌂, Friday, 03.12.2010, 02:03 (vor 5522 Tagen) @ Rainer

Für jeden, der schon mit offenen Augen in islamischen Ländern war, ist
das nichts neues. Allerdings stößt man bei uns auf völliges
Unverständnis, wenn man so etwas erzählt.

War selber noch gar nicht da, aber mir war dieser Fakt bekannt.

Das scheint überall herum umd as Mittelmeer so zu sein. Die Nachwirkungen von alten Zivilisationen..

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Feminismus ist Beschissmus!
Maskulismus oder Schluss!
Schreibt mit auf WikiMANNia!

"Die Zeit" Der Mythos vom türkischen Macho

Narrowitsch, Berlin, Thursday, 02.12.2010, 13:54 (vor 5523 Tagen) @ Info

Lesenswerter Artikel:

Tatsächlich lesenswert.

Wir lernen: Was in diesem Land ganz ganz wirklich stattfindet, weiß am besten die Psychobranche; erst wenn sie mit ihrer Kunst der Deuterei auf dem medienmarkt die Possenbühne betritt, gelangen Aspekte aus der Gesellschaft an die Öffentlichkeit, die zu benennen bis dahin politisch anrüchig galten. Vielleicht erbarmt sich einer der Psychoheinis mal der Legende vom allein aggressiven, bösartigen Patriarchat in Deutschland.
Nicht ausgeschlossen, dass Mainstreammaschinen danach Antifeministen Äußerungen auch ohne Unterstellung des Rechtsextremismus erlauben, die Patriarchat als eine komplexe Gesellschaftsformation beschreiben, deren Konstruktion mehr Pfeiler aufweist, als Frauenunterdrückungsmechanismen. Der Gedanke, gewisse Kehrseiten des Patriarchats, die sich nun in türkischen oder arabischen Familien wohl nachweisen lassen, ließen sich durchaus auch hinter dem feministisch verzerrten Lugbild des abendländischen Patriarchats finden, liegt jedenfalls nahe.

Weiter lerne ich immer wieder die Vielschichtigkeit des Blätterdschungels schätzen, der immer und jeder Zeit über eine ausreichende Menge Experten - vor allem aus den Sozio"wissenschaften" - verfügt, die Stein und Bein die Richtigkeit dieser oder jener oder auch ganz anderer Auffassungen beschwören, je nach argumentativen Bedarf der Gesellschaftskonstrukteure. Derzeit - also in der Ära nach Sarrazins Thesen - besteht augenscheinlich Bedarf an einem orientalischen Patriarchat, welches nichts mit dem des Sarrazenen gemein hat.

Schöne Grüße aus dem Tollhaus

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Extemplo simul pares esse coeperint, superiores erunt-

Den Augenblick, sowie sie anfangen, euch gleich zu sein, werden sie eure Herren sein.

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