Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

233.682 Postings in 30.704 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Gleichstellungspolitik noch einseitig Frauenpolitik?

Gobelin, Saturday, 27.11.2010, 20:28 (vor 5527 Tagen)

AGENS-Mitglied Monika Ebeling zu Besuch im europäischen Haus in Berlin, wo die Strategie der EU zu Gleichstellung von Mann und Frau vorgestellt wurde.

http://arnehoffmann.blogspot.com/2010/11/zweiter-inside-report-von-der.html

oder direkt

http://geschlechterdemokratie.wordpress.com/2010/11/27/es-sind-wundersame-zeiten/

Gleichstellungspolitik noch einseitig Frauenpolitik?

Amplus, Sunday, 28.11.2010, 01:14 (vor 5527 Tagen) @ Gobelin

AGENS-Mitglied Monika Ebeling zu Besuch im europäischen Haus in Berlin, wo
die Strategie der EU zu Gleichstellung von Mann und Frau vorgestellt
wurde.

http://arnehoffmann.blogspot.com/2010/11/zweiter-inside-report-von-der.html

oder direkt

http://geschlechterdemokratie.wordpress.com/2010/11/27/es-sind-wundersame-zeiten/

"Gleichberechtigung! "Gleichberechtigung" steht im Grundgesetz, nicht "Gleichstellung", das ist ein wesentlicher Unterschied. Diese ständige rhetorische Taschenspielerei geht mir allmählich ein bisschen auf den Zeiger."

Wem schon nicht, aber wieso dann das?

"Gleichstellung kann nur im Dialog der Geschlechter auf Augenhöhe gelingen, so wie Sie es hier schon lange lesen können."

Merkwürdig das alles,
Gruss, Amplus

Gleichstellungspolitik noch einseitig Frauenpolitik?

Holger, Sunday, 28.11.2010, 09:17 (vor 5527 Tagen) @ Gobelin

Sehr geehrte Frau Ebeling, zunächst beglückwünsche ich Sie zu Ihrer Entscheidung, anläßlich Ihrer Neuverheiratung keinen Doppelnamen anzunehmen- fürwahr 'mutig' in der heutigen Zeit und Ihrem Metier! Mit Ihnen freue ich mich, daß Sie trotz der heftigen Widerstände in Ihrem heimischen Berufsumfeld von einer offenbar neuen Entwicklung berichten können und es wäre schön, wenn dies nicht nur Lippenbekenntnisse wären. Diesen Verdacht haben Männer nämlich sehr wohl, wenn sie die Teilnehmerliste lesen und insbesondere das 'Bundesforum Männer' ist uns mehr als suspekt: eine Versammlung von altbekannten lila Pudeln, die bislang prächtig verdient haben an den Verhältnissen, sich weiterhin abgrenzen gegen die eigentliche Männerbewegung und solche Unsäglichkeiten wie den Verein 'Dissens e.V.' (..'besser gar kein Junge', Herr Hoffmann hilft Ihnen da weiter) in ihren Reihen haben und so unsägliche wie die von den Evangelen, die anläßlich der Fußball- WM von 40 000 Zwangsprostituierten halluzinierten: an eine plötzliche Läuterung solcher ideologisch indoktrinierten Figuren im Sinne einer realitätsnäheren Wahrnehmung kann ein Vernuftbegabter nicht glauben. Auf die sattsam bekannten feministischen Politkommissarinnen geben wir eh nichts.

Wir Männer erwarten eigentlich nur, daß mit dem GG ernst gemacht wird, feministische Dogmen und ideologische Normierungen haben in einem Rechtsstaat nichts verloren- dazu zählt insbesondere der Begriff 'Gleichstellung', der synonym auch von Ihnen mit 'Gleichberechtigung nach dem GG' verwendet wird: dies schließt sich aus!
'Gleichberechtigung'(1) heißt gleiche Rechte, gleiche Pflichten und somit Chancengleichheit. So bestimmt es das Grundgesetz. 'Gleichstellung' ist das Gegenteil davon, nämlich Ergebnisgleichheit. Hierbei kommt es darauf an, daß die Mitstreiter in einem Wettbewerb alle zugleich ins Ziel kommen ('gleichgemacht' werden). Da Männlein und Weiblein unzweifelhaft alle auch untereinander unterschiedliche Qualitäten besitzen, müssen die Besseren behindert werden und die Schlechteren mit unlauteren Mitteln gepuscht, um zugleich mit ersteren ins Ziel kommen. Überhaupt- welchen Sinn soll es machen, wenn in jedem Belang, in dem Menschen wirken, ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis herrschen muß?

Die alten Griechen wußten es schon: Prokrustes sah es als das Beste, wenn alle gleich sind. So nahm er sein Bett zum Maß der Dinge und hackte denen die überstehenden Glieder ab, die zu groß waren und reckte und streckte jene mit Gewalt, die zu klein waren. Am Ende waren alle verstümmelt. Pallas Athene war darob entsetzt.'Aber sie sind doch gleich', erwiderte Prokrustes. Athene hatte soeben die erste ideologische Rede der Geschichte vernommen und uns wird jetzt hoffentlich klar, was 'Gender Mainstreaming' heißt. Übrigens sehr lesenswert, die Prokrustes- Parabel von Max Frisch!
Eine Entsprechung haben wir heute direkt:
aus der Tatsache, daß Frauen in den Vorstandsetagen im unteren einstelligen %- Bereich liegen, wird sofort auf eine Diskriminierung geschlossen und als erwiesen betrachtet, auch wenn es keinerlei Beweis gibt. Im selben Atemzug hat der Feminismus mit der annähernd genau so großen Unterrepräsentanz von Männern im Kindergarten- und Grundschulbereich geschlossen, dies müsse am Desinteresse der Männlichen liegen...
Eine Prozentzahl in exakt vergleichbaren Fällen, ein völliger Gegensatz als 'Beweis': vielleicht verstehen Sie nun, warum Athene eine ideologische Rede vernommen hatte.

Anmerkung 1 :
Erna Scheffler, spätere Bundesverfassungsrichterin, definierte „Gleichberechtigung“ anlässlich eines Vortrages auf dem 38. Deutschen Juristentag 1950 in Frankfurt wie folgt: „Gleichberechtigung bedeutet, dass in Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung gleiche Tatbestände gleich behandelt werden müssen. Wenn nun der Gesetzgeber noch besonders bestimmt: Männer und Frauen sind gleichberechtigt, so kann das nur heißen, dass die natürliche Verschiedenheit der Geschlechter rechtlich nicht als verschiedener Tatbestand gewertet werden darf.“ [Kommission für Geschichte des Parlamentarismus (Hrsg.): Gleichberechtigung als Verfassungsauftrag, Düsseldorf 1996, S.19]

MfG

Gleichstellungspolitik noch einseitig Frauenpolitik?

Prometheus, Luxemburg, Sunday, 28.11.2010, 15:28 (vor 5526 Tagen) @ Amplus

Das erste Zitat stammt von Arne Hoffman, das Zweite von Monika Ebeling. Der fett gedruckte Teil am Schluss des Textes, aus dem das zweite Zitat stammt, gehört noch zu dem Ebeling Text. Arne hat sich also nicht selbst widersprochen

powered by my little forum