Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

233.682 Postings in 30.704 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

1999 - Kreischende Frauen zur Jahrtausendwende

FemokratieBlog ⌂, Wednesday, 17.11.2010, 00:44 (vor 5538 Tagen)

“Eine kurze Geschichte der Zeit”: Wir schreiben das Jahr vor dem neuen Jahrtausend. Im deutschen Bundestag gab es eine Debatte und Aussprache zur “Parlamentarierin in 50 Jahren Deutscher Bundestag”. Wer verstehen will, wie der Filz zwischen NGOs (das sind die s.g. Gemeinnützigen Vereine und LobbyistInnen) und Politikerinnen funktioniert und immer effektiver tut, der möge lesen. Hier einige Ausschnitte aus einer Debatte, die 11 Jahre alt ist:

http://femokratieblog.wgvdl.com/1999-kreischende-frauen-zur-jahrtausendwende/11-2010/

Um Hinweise zu weiteren "Perlen"aus dieser Debatte deutscher Politik wird gebeten. Lesen lohnt ;-)

LobbyistInnen und andere MenschInnen

Sprachhorcher, Wednesday, 17.11.2010, 02:07 (vor 5538 Tagen) @ FemokratieBlog

wie der Filz zwischen NGOs (das sind die s.g.
Gemeinnützigen Vereine und LobbyistInnen) und Politikerinnen funktioniert
und immer effektiver tut, der möge lesen.

Liebe Christine,
Du meinst es nicht so, nehme ich an, und außerdem ist es wirklich nicht die beste sondern eine eher unpassende Gelegenheit, darauf hinzuweisen, aber ich gehe davon aus, daß Du und eventuelle Leser davon abstrahieren können, denn es ist trotzdem nicht anders:

Sobald jemand einen Begrifff mit Binnen-I schreibt, ist er den Antimaskulisten (beiderlei Geschlechts) auf den Leim gegangen. Es gibt keine nicht-feministische Verwendung des Binnen-I-Konstrukts! Eine einfache Methode, diese Behauptung zu überprüfen, besteht z. B. darin, den folgenden Text zu lesen:

"Liebe BefreiungskämpferInnnen gegen die Diktatur des Feminariats!
Heute jährt sich zum x-ten Mal der Tag, an dem tapfere BürgerInnen das Heft in die Hand genommen und uns alle von der Geißel der AntimaskulistInnen befreit haben. Die UnterdrückerInnen und AusbeuterInnen der Männlichkeit und aller Männer und Jungen haben es bis zuletzt nicht für möglich halten wollen, daß ihre IdeologInnen und PolitikerInnen sich eines Tages den RevolutionärInnen stellen müßten. Der todesmutigen Heldenhaftigkeit unserer BefreiungskämpferInnen waren sie in ihrer Selbstgerechtigkeit noch viel weniger gewärtig: Senken wir unser Haupt im Gedenken der MärtyrerInnen für die Befreiung der Männlichkeit und damit zugleich der authentischen Weiblichkeit aus der Vereinnahmung durch die FemokratInnen!"

Wer bewußt Radio hört oder Fernsehen schaut, hat mitgekriegt, daß die Sprecher (beiderlei Geschlechts) von sich als intellektuell anspruchsvoll und aufklärerisch verstehende Sendungen seit längerer Zeit das Binnen-I wie ein normales "i" sprechen: Das ist natürlich kein Zufall und mitnichten unbeabsichtigt. Aber es ist ohne besondere Dissonanz rechtzufertigen, weil es der unwillkürlichen Gegebenheit des unhörbaren Artikulierens beim Lesen von Begriffen mit Binnen-I entspricht. Die Vernunft grammatikalischen Wissens ändert nichts an der direkten Repräsentation des Weiblichen über das äußerliche oder innerliche akustische Wahrnehmen.

Als Mann ist es eine permanente provokative Beleidigung, der man ausgesetzt ist. Man kann sagen, gut, daß die Femokraten zu dieser plumpen Strategie gegriffen haben. Denn wer Ohren hat, der hört.

Es ist letzlich völlig egal, ob nur die positiv besetzen Begriffe mit Binnen-I benutzt werden oder alle in Frage kommenden. Das Ergebnis ist die akustische oder innerlich akustische Repräsentation der Welt als entweder von guten weiblichen und bösen männlichen oder eben überhaupt nur von weiblichen Akteuren bevölkerte.

Daß Leute, die sich als Antifeministen oder Maskulisten oder Männerrechtler verstehen, immer wieder auch in nicht sarkastischer Intention das Binnen-I verwenden, wenn sie auf die Beteiligung beider Geschlechter hinweisen wollen, ist ein Reinfallen auf "die normative Macht des Faktischen", sonst nichts (!) und spielt dem Feminariat unabsichtlich in die Hände

Konsequente Strategie...

rexxer, Wednesday, 17.11.2010, 11:15 (vor 5538 Tagen) @ Sprachhorcher

Das Binnen-I ist schlicht nur die Vorstufe zum Wegfall der männlichen Form in der Öffentlichkeit.

Erinnert euch daran.

viele Grüße,

rexxer

powered by my little forum