Mitleid mit der falschen Göttin tut not!
Mitleid mit der falschen Göttin tut not!
12 Bemerkungen zur Rettung des Abendlandes
1
Die Einführung der Antibabypille hat die Frauen verführt, von der natürlichen Rolle der Dienerin der Gebärmutter zur fabrizierten widernatürlichen Rolle der Herrin über die Gebärmutter zu wechseln.
Die Legalisierung der Abtreibung hat sie gezwungen, von der natürlichen Rolle der Dienerin des Lebens zur widernatürlichen der Herrin über Leben und Tod des ungeborenen Kindes zu wechseln.
Sie müßte ein Übermensch, eine Göttin, sein, um damit zurechtzukommen.
Macht korrumpiert. Singuläre Macht korrumpiert singulär.
Das ist die Erklärung für den Feminismus.
2
Die Pharmaindustrie folgt dem Geist des Kapitals, dem Prinzip Profit, das skrupellos ist. Also haben die Anhänger des Profitprinzips, die Profiteure, die Frauen und Mädchen verführt.
Die Politik ist als Machtinstanz im Namen der Gesellschaft zum Kontrollorgan und Regulativ der Industrie berufen; sie hat die Einführung der Antibabypille gestattet. Also haben die Politiker den Anhängern des Profitprinzips, den Profiteuren, im Namen der Gesellschaft gestattet, die Frauen und Mädchen zu verführen.
Also hat die Gesellschaft den Politikern gestattet, in ihrem Namen den Profiteuren die Verführung der Frauen und Mädchen zu gestatten.
3
Die Industrie, die Politik und die Gesellschaft besteht aus Männern und Frauen, wobei die Männer das Sagen hatten und noch immer mehrheitlich haben. Hätten die führenden Männer in der Pharmaindustrie, in der Politik und in der Gesellschaft die Vernunft über das Prinzip des Profits, einerseits des finanziellen, andererseits des politischen und des erotischen, gestellt, hätten sie voraussehen können, daß der Feminismus – die Ideologie der Frau als herrschaftsberechtigt über die Fortpflanzung – die unvermeidliche logische Folge der pharmazeutischen Erhebung der Frau zur Herrin über die Fortpflanzung ist.
Hätten sie das Wesen der weiblichen Mentalität berücksichtigt, wäre ihnen von vornherein klar gewesen, daß die relative Herrschaft über die Fortpflanzung (mittels der Antibabypille) den Frauen ein unwiderstehlicher Anlaß und Auslöser sein würde, die absolute (mittels der Legalisierung der Abtreibung) zu fordern; ebenso hätten sie absehen können, daß die Forderung nach Legalisierung der Abtreibung nur strategisch manipulativ mit mitleiderregenden Notsituationen, wie der Schwangerschaft nach Vergewaltigung und Inzest oder in drückendster Armut, begründet wurde und, einmal, aus Mitleid, grundsätzlich als Notlösung legitimiert, in absehbarer Zeit als geschlechtsspezifisches Menschenrecht beansprucht werden würde.
Daß aber die Eskalation der Ansprüche nach dem geflügelten Wort, „Gibt man ihr den kleinen Finger, verlangt sie die ganze Hand“ eine instinktive, tatsächlich eingeborene, Tendenz des Weiblichen ist, ist ein Stück Menschenkenntnis und keine esoterische Spekulation oder ideologische Doktrin. Daß dies unbeachtet und als Entscheidungsgrundlage zur politischen Meinungsbildung unberücksichtigt blieb, entsprang einem entscheidenden Defizit des Mannes und der Gesellschaft der sogenannten Postmoderne. Dieses Defizit verursachte den Aufstieg des Feminismus zum Staatsfeminismus und die Umwandlung der demokratischen zur Geschlechtskastengesellschaft.
4
Das selbstentmachtende und selbstversklavende Defizit des zeitgenössischen Mannes, die Psycho-Logik des Weiblichen bewußt zu haben bzw. instinktiv zu berücksichtigen, die blauäugige Naivität gegenüber dem Weiblichen, ist die zentrale Ausdrucksdimension der Dekadenz des Männlichen.
5
Die spirituelle, moralische und psychostrukturelle Dekadenz des zeitgenössischen Menschen, die galoppierende Regression in Narzißmus und Soziopathie, hat die mangelnde Selbstbehauptung des Mannes gegenüber der Frau, des Vaters gegenüber der Mutter, als Angelpunkt. Der Mann, der sich von der Frau an der Nase herumführen läßt, lahmlegen und dressieren durch Bestechen, Einschüchtern und Erpressen, ist zwar ursprünglich unmittelbares Opfer der vereinnahmenden Mutter und ihrer Exklusion des Vaters, aber gefordert und fähig zur Emanzipation von ihr (und damit zur Würdigung des ihm strategisch entfremdeten Vaters, der Väterlichkeit und der Männlichkeit).
6
Nur der von der Dominanz der Mutter emanzipierte oder ihr niemals ausgelieferte Mann erkennt die Manipulativität der Frau als solche und als präpersonale Strategie des Weiblichen.
7
Das humanistische und originär christliche Ideal der bedingungslosen Achtung des anderen, der unbedingten Nächstenliebe, dem wir uns heute, erstmals in der Geschichte, offiziell zu frönen leisten, verführt den Mann, der es zu seinem macht, zum Nichtbeachten der archaischen psychostrukturellen Geschlechtsunterschiede, die ihre Notwendigkeit und Funktionalität in der Verkörperung bzw. Leiblichkeit des Menschen begründet haben.
8
„Weib, was hab' ich mit dir zu schaffen?“ So antwortet Jesus seiner Mutter (Lukas 2, 4), als sie ihn – typisch mütterlich – zu bevormunden und instrumentalisieren versucht, um sich selbst Ehre zu verschaffen im Sinn von: „Seht, was mein Sohn für Wunder wirken kann!“
9
Nehmen wir Jesus als Ideal des mündigen Sohnes und Mannes, ist die Zurückweisung des fleischbegründeten Verfügungsanspruches der Mutter über das Kind spirituelle Pflicht und Tugend. Das drückt sich im Evangelium ein zweitesmal aus, als Jesus auf den Ruf einer Frau aus der Menge: „Selig die Frau, deren Leib dich getragen und deren Brust dich genährt hat“, damit antwortet, daß er das Primat und die Heiligung des Leiblichen dezidiert delegitimiert: „Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen.“ (Lukas 11, 28)
10
Ob wir das Abendland als christlich betonen oder nicht, die Instinktlosigkeit des Mannes im Umgang mit der Frau, das tugendhaft gemeinte Übersehen der weiblichen Eigenart, Denken und Reden zu instrumentalisieren, d. h. spontan und primär zur Rationalisierung und Manipulation von Verhalten und Motivation, sowohl des eigenen als auch dessen des anderen, zu gebrauchen, und die idealistisch motivierte Andichtung eines erkenntnisorientierten Denkens und wahrhaftiger Rede, wie er selbst sie sich als lauter, anständig und ehrenhaft zu praktizieren abverlangt, macht ihn zu ihrem Narren.
11
Der Mann gibt der Frau Narrenfreiheit, weil er ihren habituellen Entschuldigungen, Ausreden und Ausflüchten letzten Endes Tribut zollt und sie der Selbstverantwortung mehr oder minder freispricht.
Bevor er sich der Ungerechtigkeit und Grausamkeit schuldig sprechen läßt, gibt er ihr – in dubio pro rea (im Zweifel für die Angeklagte) – nach, konzediert ihr temporäre verminderte Zurechnungsfähigkeit und damit Nichthaftbarkeit. Im gleichen Modus gibt er ihren Beschwerden und Forderungen nach und erfindet die unglaublichsten Rechtfertigungen dafür, die allesamt darin wurzeln, daß er sie nicht weinen sehen und ihre bitter strafende Miene nicht ertragen kann.
12
Dieser Dynamik der Geschlechterbeziehungen bewußte oder instinktiv gewärtige Männer sind die Hoffnung des Abendlandes. Als Ehemänner sind sie die Haltgeber für die Ehefrauen, als Väter sind sie ein identitätsbestätigender Segen für ihre Kinder, als Politiker die Steuermänner zur Umkehr aus der identitäts- und konfliktphobischen totalitaristischen Bevormundung, d. h. die Katalysatoren der Emanzipation zum Individuum und zum mündigen Bürger