Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

233.682 Postings in 30.704 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Eine Kontroverse und eine Frage.

Informator, Monday, 15.11.2010, 16:28 (vor 5539 Tagen)

Kürzlich hatte ich auf dem Weg zum Einkauf eine Unterhaltung mit einer Bekannten. Wir kamen auf den Feminismus zu sprechen. Ich sagte, was ich in diesem Zusammenhang immer zu sagen pflege: Der Feminismus ist eine Metamorphose des Nationalsozialismus, seine Wiedergeburt in neuer Gestalt.

Sie (lachend): Nun übertreiben Sie mal nicht.

Ich: Wieviele Menschen hat denn Hitler getötet?

Was hat denn das eine mit dem andern zu tun?

Wissen Sie nicht, wieviele das waren? So ungefähr?

Sechs Millionen, soviel ich weiß.

Und wieviele Menschen hat Alice Schwarzer umgebracht?

Sie meinen, wegen der Abtreibung? Aber das kann man doch gar nicht vergleichen!

Es waren mehr als sechs Millionen, gerechnet von Schwarzers Kampagne an.

Das wird mir jetzt zu dumm. Ich hab' noch was zu erledigen.

Ich auch.

Sie können doch die Schwarzer nicht als Mörderin bezeichnen. Die war doch gar nicht dabei. Die stellt sich doch nicht jedesmal daneben und zieht der Frau das Kind raus.

Hitler stand auch nicht daneben, als vergast wurde. Er hat nur für Straffreiheit gesorgt.

Und die Anordnung erteilt.

Damit entlasten Sie die NS-Täter. Und die Mütter? Deren Anteil an der Schuld ist dann wohl größer, weil die machen's ja auch ohne Anordnung.

Der Gesetzgeber wird sich doch wohl was dabei gedacht haben, als er die Abtreibung straffrei gemacht hat.

Hat Hitler nicht gedacht?

Der? Der hat von lebensunwertem Leben gesprochen!

Waren die Millionen abgetriebenen Föten auch lebensunwert?

Jetzt reicht's mir aber, ich habe keine Zeit für diesen Stuß! Auf Wiedersehn!

------------

Immerhin hat sie nicht von "Verharmlosung des Holocaust" gesprochen, so wie das dem Bischof Mixa vorgeworfen wurde.

Ich weiß nicht, ob die o.g. Frau schon einmal abgetrieben hat. Das ist ja auch Privat- und Formsache. Ich kann auch verstehen, daß Frauen nicht gerne darüber nachdenken möchten.

Was ich hingegen skandalös finde, ist, daß auch in großen Teilen der Männerbewegung der pränatale Massenmord nicht als solcher gesehen wird.

Und ich möchte Klartext sprechen: Wer sich hier auf die Seite der Frauenrechtler stellt, ist Feminist. Denn, wie G. Friedenberger richtig schrieb: Abtreibung ist die Königsdisziplin des Feminismus.

Feministen können auch für Männerrechte eintreten. Das ist kein Widerspruch. Es sind dann eben gemäßigte (oder inkonsequente) Feministen. Jeder, der die die Transzendenz ablehnt, ist heute Feminist, so wie er früher Nationalsozialist oder Kommunist, und noch früher Aufklärer oder Humanist gewesen wäre. Unterschiede gibt's nur im Grad der Konsequenz.

Soll ich dazusagen, daß das "nur meine Meinung" ist? Überflüssig. Es ist zu selbstverständlich, daß man in einem Forum nur seine Meinung sagt.

trel

Was ich skandalös finde

Mus Lim ⌂, Monday, 15.11.2010, 17:44 (vor 5539 Tagen) @ Informator

Der Dialog ist sicherlich sehr nachdenkenswert.

Was ich hingegen skandalös finde, ist die Tatsache, dass die Abtreibung eine Sache ist, welche die Frau ganz allein für sich entscheidet, als ob es keinen werdenden Vater gäbe.

Männer haben beim Thema Abtreibung nichts zu sagen, und das finde ich angesichts des Gleichstellungsforderungsbombardements nur noch skandalös. Es ist auch ein Tabu, über die Rolle des Mannes bei der Abtreibung zu sprechen. Was empfinden Männer, wenn gegen ihren Willen abgetrieben wird, weil sie aus der einsamen Entscheidungsfindung der Frau ausgeschlossen bleiben, hernach beim Unterhalt und Betreuung hingegen nicht, wenn FRAU entschieden hat, nicht abzutreiben.

Den ganzen Streitigkeiten um Sorgerecht und Umgang geht ja die Abtreibungsgesetzgebung voran, wo schon vor Geburt eines Kindes das Alleinentscheidungsrecht der Frau festgeschrieben ist und quasi schon vorgegeben ist, dass die Mutter Besitzrechte am Kind hat

--
Mach mit! http://wikimannia.org
Im Aufbau: http://en.wikimannia.org

Was ich skandalös finde

Nur so, Monday, 15.11.2010, 18:10 (vor 5539 Tagen) @ Mus Lim

Den ganzen Streitigkeiten um Sorgerecht und Umgang geht ja die
Abtreibungsgesetzgebung voran, wo schon vor Geburt eines Kindes das
Alleinentscheidungsrecht der Frau festgeschrieben ist und quasi schon
vorgegeben ist, dass die Mutter Besitzrechte am Kind hat

Die Frau hat die Macht über die komplette Reproduktion. Sie entscheidet, wer der Erzeuger des Kindes wird, sie entscheidet, wer für das Kind zahlt, sie entscheidet, ob jemand Vater sein darf und sie entscheidet auch, ob das Kind überhaupt leben darf. Gemeinschaftlich sieht anders aus. Das Kind ist der persönliche Besitz der Mutter, ihr Eigentum

Was ich skandalös finde

ist egal, Monday, 15.11.2010, 19:51 (vor 5539 Tagen) @ Mus Lim

Männer haben beim Thema Abtreibung nichts zu sagen, und das finde ich
angesichts des Gleichstellungsforderungsbombardements nur noch skandalös.

Wie willst du es denn realisieren, daß der werdende Vater etwas zu sagen hat? Ist sich die Frau nicht sicher, wie der potentiell werdende Vater reagieren wird, gibt sie einfach an, daß sie vom Vater nur den Vornamen kennt oder nimmt gleich einen anderen Mann, der in ihrem Sinne tätig wird.

Es ist auch ein Tabu, über die Rolle des Mannes bei der Abtreibung zu
sprechen. Was empfinden Männer, wenn gegen ihren Willen abgetrieben wird,
weil sie aus der einsamen Entscheidungsfindung der Frau ausgeschlossen
bleiben, hernach beim Unterhalt und Betreuung hingegen nicht, wenn FRAU
entschieden hat, nicht abzutreiben.

Es gibt noch dazu die Lüge mit der Abtreibung die einen Mann nicht minder treffen kann, wenn die Lüge nicht aufgeklärt wird und selbst wenn, bleibt diese Ohnmacht zurück

Was ich skandalös finde

ist egal, Monday, 15.11.2010, 19:55 (vor 5539 Tagen) @ Nur so

Die Frau hat die Macht über die komplette Reproduktion.

Nur so lange, wie sie überhaupt noch einen findet, mit dem sie dieses Machtspiel durchfechten kann! Das bedeutet auch, daß nicht jeder Mann als Erzeuger in Frage kommt, da es immer weniger geben dürfte, die bei diesem Kampfsport mit ungleichen Waffen überhaupt noch mitmachen

Ihr argumentiert beide mit der fehlenden Gleichberechtigung. Aber...

Informator, Monday, 15.11.2010, 20:05 (vor 5539 Tagen) @ Nur so

@ Mus Lim und Nur so:

...ist denn die Gleichberechtigung - bzw. ihr Fehlen - überhaupt das wirkliche Problem?

Stellen wir uns einmal vor, der Postfemininismus, also der Speziesmus sei erreicht. Das ist das, was Thomas Krüger (der Schweinskopf) will. Dann hätten wir ebenfalls Gleichberechtigung - und zwar nicht nur von Mann und Frau, sondern zusätzlich noch von allen möglichen Zwischen- und Nebenformen, einschließlich der tierischsten Perversionsträger!

---------------

Das heißt: Die Gleichberechtigung wird planmäßig kommen. Allerdings auf tierischem Niveau. Wollen wir das? Ich will es nicht. Ich will lieber den unterdrückten, nicht gleich-berechtigten Mann als den Nicht-Mann. Das geht natürlich nur bis zu einer gewissen Schmerzgrenze. Ist die erreicht, dann wird man seiner geistigen Kastration zustimmen müssen.

Überlegen wir uns das nochmal genauer.

"Transzendenz" heißt Überstieg; hier: Anerkenntnis, daß die Bedingungen unseres Seins unserem Sein nicht immanent sind, sondern es übersteigen. Die Funktion eines Computers ist auch nicht diesem immanent. Zwar enthält er ein ihm eingeschriebenes Betriebssystem. Aber das hat er ja nicht selber geschaffen; das kann ihm auch wieder genommen werden.

Weiterhin gilt, daß der Mann zwar nicht die Frau erschaffen hat, aber diese ein von ihm abgeleiteter Seins-Modus ist, der es fast bis zur Gleichwertigkeit gebracht hat. Wer die (minimale) Ungleichwertigkeit leugnet, der vergewaltigt die Begriffe. Er stellt den Begriff "Ungleichwertigkeit" in den Kontext der national-sozialistischerseits behaupteten Ungleichwertigkeit der Menschenrassen. Aber selbst die ist ja nicht schlimm, solange es nicht zu Unterdrückung oder gar Vernichtung kommt. Dazu kommt es erst dann, wenn die natürliche Hierarchie zerstört worden ist. Die Hierarchie ist der Garant gegen Unterdrückung und Zerstörung.

Die Hierarchie aber wurde stufenweise zerstört.

Erst wurde Gott entthront, also die Spitze abgebrochen. Fortan gab es den Humanismus, also die Vergottung des Menschen. Denn irgendwer oder irgendwas muß ja immer oben sein, solange nicht alles plattgemacht ist.

Dann wurde der Besitz-Adel bzw. die Bourgoisie entthront. Das war Kommunismus. Es folgte die Entthronung des auserwählten Volkes und seiner Gewissensfunktion. Das war der Nationalsozialismus, gekennzeichnet durch den bis dahin stärksten Vater-Haß. Jetzt haben wir die Entthronung des Mannes, und dadurch die vollkommene Herrschaft der Frau.

Der nächste Schritt ist die Entwertung des Menschen in seiner Totalität, noch unterhalb der Geschlechterordnung (die ja u.a. der Krüger zerstören will), also der Speziesismus, und seine politische Ausformung ingestalt der Herrschaft des "Tieres", der Theriokratie. Da sind dann Mann und Frau wiederum gleichwertig und gleichberechtigt, einfach, weil alles plattgemacht und horizontal geworden ist. Die jetzige Unterdrückung des Mannes ist ja nur solange sinnvoll, solange eine Art Rumpfpyramide noch besteht. Aber auch die soll demnächst abgetragen werden. Was bleibt, sind Milliarden gleichwertige und gleichberechtigte Sandkörner.

Jungs, wacht auf und erhebt euch!

trel

Was ich skandalös finde

Nur so, Monday, 15.11.2010, 20:16 (vor 5539 Tagen) @ ist egal

Nur so lange, wie sie überhaupt noch einen findet, mit dem sie dieses
Machtspiel durchfechten kann! Das bedeutet auch, daß nicht jeder Mann als
Erzeuger in Frage kommt, da es immer weniger geben dürfte, die bei diesem
Kampfsport mit ungleichen Waffen überhaupt noch mitmachen

Es wird immer Männer geben, die sich eine Familie wünschen. Mit diesem Wunsch zusammen mit der Liebe zu einer Frau schnappt dann die Falle zu. Denn durch die Liebe wächst das Vertrauen. Die Liebe wird zum Feind des Lebens und das ist das paradoxe und perfide

Ihr argumentiert beide mit der fehlenden Gleichberechtigung. Aber...

Nur so, Monday, 15.11.2010, 20:34 (vor 5539 Tagen) @ Informator

Tut mir leid, aber ich kann dir nicht folgen und keine deiner Thesen nachvollziehen

Das ist ganz demokratisch

Mus Lim ⌂, Monday, 15.11.2010, 20:50 (vor 5539 Tagen) @ Nur so

Die Frau hat die Macht über die komplette Reproduktion. Sie entscheidet, wer der Erzeuger des Kindes wird, sie entscheidet, wer für das Kind zahlt, sie entscheidet, ob jemand Vater sein darf und sie entscheidet auch, ob das Kind überhaupt leben darf. Gemeinschaftlich sieht anders aus.

Das ist ganz demokratisch. ;-)

Ich finde es fantastisch, wie die ganze Gleichstellungsdebatte diesen gewichtigen Punkt erfolgreich ausblenden konnte. Diese Kunst ist wirklich bemerkenswert.

Was die Reproduktion betrifft, befinden wir also noch in wilhelminischen, sprich vordemokratischen Zeiten. Reproduktion wird immer noch absolutistisch geregelt, mit dem Mann als Arbeitstier

--
Mach mit! http://wikimannia.org
Im Aufbau: http://en.wikimannia.org

Ist das überhaupt das wirkliche Problem?

Mus Lim ⌂, Monday, 15.11.2010, 20:52 (vor 5539 Tagen) @ Informator

@ Mus Lim und Nur so:

...ist denn die Gleichberechtigung - bzw. ihr Fehlen - überhaupt das wirkliche Problem?

Natürlich ist das nicht das wirkliche Problem.
Aber es ist nützlich, den prüfenden Finger auf die Gleichberechtigungsfrage zu legen, um bloßzustellen, dass das ganze feministische Gleichberechtigungsgelaber nichts als heiße Luft ist, beziehungsweise nur der Bevorzugung der Frau dient

--
Mach mit! http://wikimannia.org
Im Aufbau: http://en.wikimannia.org

???

Informator, Monday, 15.11.2010, 21:05 (vor 5539 Tagen) @ Mus Lim

Was die Reproduktion betrifft, befinden wir also noch in wilhelminischen,
sprich vordemokratischen Zeiten. Reproduktion wird immer noch
absolutistisch geregelt, mit dem Mann als Arbeitstier

Hatte damals die Frau darüber zu entscheiden? Ist mir neu. Bitte erläutern.

trel

Woran hakt's denn?

Informator, Monday, 15.11.2010, 21:11 (vor 5539 Tagen) @ Nur so

Tut mir leid, aber ich kann dir nicht folgen und keine deiner Thesen
nachvollziehen

Dann sag doch bitte, woran es hakt. Mir ist sehr daran gelegen, endlich einmal über die alltäglichen Aufklärungs-Rituale zur Nichtgleichberechtigung hinauszukommen. Müssen wir uns wirklich ständig bestätigen, daß wir unterdrückt sind?

Die Frage sollte doch vielmehr sein, welchen Weg wir gehen wollen, um da herauszukommen.

Es gibt genau zwei Wege:

o Zurück zur Anerkenntnis der natürlichen Hierarchie;
o weitergehende Zerschlagung der Hierarchie bis zu ihrer völligen Auflösung.

In beiden Fällen wird die Ungleichberechtigung von Mann und Frau aufgehoben. Mir ist aber die Vertierung des Menschen ein zu hoher Preis. Daher wähle ich den ersten Weg

Was ich skandalös finde

ist egal, Monday, 15.11.2010, 22:28 (vor 5539 Tagen) @ Nur so

Es wird immer Männer geben, die sich eine Familie wünschen. Mit diesem
Wunsch zusammen mit der Liebe zu einer Frau schnappt dann die Falle zu.

Wenn es mal nicht mehr genug Männer gibt, die den Frauen auch Kinder machen, schnappt die Falle endgültig zu. Noch scheint das nur marginal der Fall zu sein - wobei schon vom Zeugungsstreik geschrieben wird -, dürfte die nächsten Jahre allerdings immer mehr Frauen auch auffallen. Noch dazu kommt ja auch, daß die Männer, die heute in Frage kommen, immer schlechter ausgebildet sind und sich überhaupt keine Familie leisten können oder aufgrund der Frauenquote von Praktikum zu Praktikum ziehen und ebenfalls kein Geld für eine Familie haben. Auf den Staat und damit auch die Frauen kommt noch ein ganz schönes Dilemma zu. Denn auf der einen Seite müssen sie die Arbeit machen, die früher von den Männern gemacht wurde und auf der anderen Seite wollen sie Kinder haben, finden aber keinen Partner, der sie zur Prinzessin macht und ihr auch die Arbeit abnimmt. Irgendwo dient uns die Frauenquote vielleicht schon doch ;-)

Woran hakt's denn?

Nur so, Monday, 15.11.2010, 22:34 (vor 5539 Tagen) @ Informator

Ganz kurz versuche ich mein "Nicht-Verstehen" zu erläutern:
1) Von welchen tierischen Perversionsträgern sprichst du?
2) Ich kapiere das mit der Transzendenz nicht und auch nicht was das mit einem Computer zu tun haben soll.
3) Beim Humanismus geht es doch nicht um die Anbetung des Menschen sondern um die Würde und den Respekt vor dem Menschen und dem menschlichen Leben als solches. Wenn du also schon Gott mit ins Spiel bringen willst, dann geht es im Humanismus doch mehr darum, dass der Mensch wieder das göttliche Abbild sein darf und seine Talente auch entwickeln darf und soll. Eine Rückbesinnung auf antike Werte, sozusagen.
4) Der Adel wurde von den Kaufleuten, den Handwerkern, kurz dem Bürgertum entthront. Einfach nur einen Titel zu besitzen nutzte dem Adel nichts mehr, er musste auch etwas leisten. Sicher, in Russland konnten der Adel und die Kirche ihren Besitz mit Waffengewalt sichern. Allerdings waren genau diejenigen, die darunter zu leiden hatten auch diejenigen, die nun für diese Oberschicht den Kopf hinzuhalten hatten. Dass dieses unnatürliche System zusammenbrechen musste, war nur ein Frage der Zeit.
5) Das Ziel des Kommunismus war es alle gleich reich (oder arm) zu machen. Den vorhanden Besitz unter allen gerecht aufzuteilen. Betrachtet man die Situation der damaligen Zeit, war es sicher kein Wunder, dass diese Idee viele Anhänger hatte. Die Arbeiter schufteten in den Minen und verreckten dort. Niemanden hat es interessiert. Die reiche Bourgoisie hat unterdessen Feste gefeiert. Nur, der Kommunismus ging dann wohl ganz andere Wege, als er versprach und er bot Leistungswilligen auch keinerlei Anreize mehr.
6)Wie du den Nationalsozialismus implizit mit dem Humanismus in Verbindung bringen kannst, fällt mir doch schwer zu verstehen. Er ist für mich der Inbegriff für das Gegenteil von "Respekt vor dem Menschen und dem Leben". Er unterteilte die Menschen in Menschen und Ungeziefer, das es zu vernichten galt.
7) Was Speziesismus oder Theriokratie sein soll, verstehe ich nicht. Auch nicht wie ein Tier herrschen soll. Das kann ich mir wirklich nicht vorstellen und es erschliesst sich mir aus den vorhergegangen Schritten auch nicht.
So, vielleicht verstehst du jetzt, warum ich dich nicht verstehen kann. Denn offenbar habe ich völlig andere Bilder in meinem Kopf

Das ist ganz demokratisch

ist egal, Monday, 15.11.2010, 22:36 (vor 5539 Tagen) @ Mus Lim

Was die Reproduktion betrifft, befinden wir also noch in wilhelminischen,
sprich vordemokratischen Zeiten. Reproduktion wird immer noch
absolutistisch geregelt, mit dem Mann als Arbeitstier

Ich habe das Arbeiten nun soweit weg, daß ich sogar von SGB II nach SGB XII wechseln kann. Jetzt fehlt nur noch, daß ich das mit der Rente hin bekomme. Zur Zeit scheinen die viele Erwerbslose genau dadurch zu nicht mehr erwerbslosen zu machen - scheint eine neue Masche zu Fälschung der Arbeitslosenzahl zu sein, da ich das so von mehreren schon vernommen habe

???

ist egal, Monday, 15.11.2010, 22:39 (vor 5539 Tagen) @ Informator

Hatte damals die Frau darüber zu entscheiden? Ist mir neu. Bitte
erläutern.

Auf gewisse Weise hat darüber doch schon immer die Frau entschieden. Denn die Frau weiß zumindest genauer, wann sie ihre fruchtbaren Tage hat

Was ich skandalös finde

Nur so, Monday, 15.11.2010, 22:52 (vor 5539 Tagen) @ ist egal

Irgendwo dient uns die Frauenquote vielleicht schon doch ;-)

Wer weiss, wer weiss... ;)

Ich hoffe, das sorgt für Klärung!

Informator, Tuesday, 16.11.2010, 00:01 (vor 5539 Tagen) @ Nur so

1) Von welchen tierischen Perversionsträgern sprichst du?

Von Menschen, die ihre göttliche Abbildhaftigkeit soweit vergessen haben, daß sie sich dem reinen Lustprinzip unterwerfen, d.h. also, "das Tier in sich" befreien oder entfesseln. Nun aber haben wir alle, wie S.Freud richtig bemerkte, die Anlage zur polymorph perversen (vielgestaltig abweichenden) Sexualität. Da wir anderseits aber nicht die gesunden Instinkte haben, wie Tiere sie haben, sinken wir, falls wir die menschliche Moralität bzw. Gottesebenbildlichkeit preisgeben, noch weiter herab als es die Tiere sind. Wir bilden dann eine kranke, unmündige Gesellschaft, die durch tyrannische Demokraten leicht zu beherrschen ist.

2) Ich kapiere das mit der Transzendenz nicht und auch nicht was das mit
einem Computer zu tun haben soll.

Transzendenz heißt Überstieg; Immanenz heißt Drinbleiben. Wenn der Mensch sich orientieren will, muß "übersteigen" außerhalb seiner selbst. Nimmt er sein Eigensein zum Vorbild, so fehlt ihm die Referenz, er wird "selbst-referentiell". Anders gesagt: Er muß Abstand gewinnen zu sich selbst, und sich von einer höheren Warte aus betrachten. Das ist der Sinn der Religion. Nur die Religion gewährt Selbsterkenntnis. Das Auge kann sich selbst nicht sehen; es muß gesehen werden durch einen Anderen, um sich zu begreifen.

3) Beim Humanismus geht es doch nicht um die Anbetung des Menschen sondern
um die Würde und den Respekt vor dem Menschen und dem menschlichen Leben
als solches.

Du irrst dich. Nur der Glaube an Gott würdigt den Menschen, denn nur bei ihm findet er sein Urbild. Vergißt er sein Urbild, dann degeneriert er. Die humanistischen Ideale sind Lügen, die nur angesichts kirchlicher Mißbräuche zeitweilig glaubwürdig waren.

4) Der Adel

ist eine absolut notwendige Gesellschaftsschicht. Zwar ist auch der Adel zeitweilig degeneriert. Aber man heilt einen Menschen, der an Kopfschmerz leidet, nicht, indem man ihm den Kopf abschlägt.

5) Das Ziel des Kommunismus war es alle gleich reich (oder arm) zu machen.

Das ist vorgeschoben und war nur zeitweilig glaubwürdig. Selbst als Ziel ist es aber falsch, denn Unterschiede zwischen arm und reich sind genauso notwendig wie die zwischen Mann und Frau. Arm heißt ja nicht gleich leidend.

7) Was Speziesismus oder Theriokratie sein soll, verstehe ich nicht.

"Speziesismus" ist ein Schimpfwort wie "Rassismus". Speziezisten sind demnach Leute, die glauben, daß die "Spezies" Mensch höher entwickelt oder höherwertig sei gegenüber dem Tier. Die "Anti-Speziesisten" leugnen derartige Unterschiede und verfolgen ihre Gegner - z.Z. noch unblutig, aber das kann sich ändern!

"Theriokratie" ist die Herrschaft des Tieres ingestalt von Menschen, welche sich als "Anti-Speziesisten" verstehen; welche also nicht nur Rassen- und Geschlechts-Unterschiede leugnen, sondern zusätzlich auch noch die Unterschiede zwischen Mensch und Tier.

Auch
nicht wie ein Tier herrschen soll.

Gemeint ist der Antichrist; der Satan, der sich in einen Menschen inkarnieren wird und den Menschen zum Tier reduzieren will, so wie der Gottessohn den Menschen zu seiner göttlichen Ebenbildlichkeit zurückführen will.

Fazit:

Der Feminismus führt über das Gender Mainstreaming zum Speziesmus, d.h. zum polymorph perversen "Menschen", der allerdings eher einem instinktlosen Tiere gleicht und daher leicht lenkbar ist und auch gelenkt werden wird - vom Antichristen, einer Wesenheit von gewaltiger Macht. Unter ihm sind Männer nicht mehr benachteiligt, einfach, weil für Unterschiede ohnehin keine Grundlage mehr besteht.

Dort will ich aber nicht hin. Ich will keine Befreiung vom Kopfschmerz durch Kopf-abschlagen!

trel

Eine Kontroverse und eine Frage.

DvB, Tuesday, 16.11.2010, 02:37 (vor 5539 Tagen) @ Informator

Jeder, der die die Transzendenz ablehnt, ist heute Feminist, so wie
er früher Nationalsozialist oder Kommunist, und noch früher Aufklärer
oder Humanist gewesen wäre. Unterschiede gibt's nur im Grad der
Konsequenz.

Die meisten Nationalsozialisten waren aber Christen. Hitler selber Katholik. Und die Transzendenz haben nicht mal die Atheisten unter ihnen abgelehnt.

Soll ich dazusagen, daß das "nur meine Meinung" ist? Überflüssig. Es
ist zu selbstverständlich, daß man in einem Forum nur seine Meinung
sagt.

Impliziert "Meinung" nicht, daß man sie nicht begründen braucht? Meinung ist was für Weiber oder Schwuchteln. Ein Mann hat einen Standpunkt

Eine Kontroverse und eine Frage.

Rainer ⌂, Tuesday, 16.11.2010, 02:57 (vor 5539 Tagen) @ DvB

Ein Mann hat einen Standpunkt

Männer Brauchen keinen Standpunkt zu haben, sie sind einer!

Rainer

--
[image]
Kazet heißt nach GULAG jetzt Guantánamo

Das ist ganz demokratisch

DvB, Tuesday, 16.11.2010, 03:12 (vor 5539 Tagen) @ ist egal

scheint eine neue Masche zu Fälschung der
Arbeitslosenzahl zu sein, da ich das so von mehreren schon vernommen habe

Wie läuft das? Muß man da sagen 'ich bin behindert, ich bin ein Mann'? :D

Transzendenz

DvB, Tuesday, 16.11.2010, 04:22 (vor 5539 Tagen) @ Informator

Transzendenz heißt Überstieg; Immanenz heißt Drinbleiben. Wenn der
Mensch sich orientieren will, muß "übersteigen" außerhalb seiner selbst.
Nimmt er sein Eigensein zum Vorbild, so fehlt ihm die Referenz, er wird
"selbst-referentiell". Anders gesagt: Er muß Abstand gewinnen zu sich
selbst, und sich von einer höheren Warte aus betrachten. Das ist der Sinn
der Religion. Nur die Religion gewährt Selbsterkenntnis. Das Auge kann
sich selbst nicht sehen; es muß gesehen werden durch einen Anderen, um
sich zu begreifen.

Du hast nicht gerade das Talent, etwas halbwegs einfach zu erklären...

Ja, Transzendenz bedeutet Übersteigen, Überschreiten.

In einem simplen Beispiel verdeutlicht: Wenn Du in einen Spiegel schaust erkennst Du so einen Typ. Der hat doch tatsächlich dasselbe an wie Du. Bis dahin ist die Erkenntnis nicht transzendent. Wenn Du kein Tier bist, erkennst Du, daß es Du es selber bist. Diese Erkenntnis ist transzendent. (Weiber und Tiere sind nur bedingt dazu befähigt.)

Transzendent ist z.B. auch der Gedanke, man müßte aus einer Schöpfung auf deren Schöpfer schließen können.

Transzendent ist auch die Annahme des Vorhandenseins von Naturgesetzen aufgrund von Wiederholbarkeit von Experimenten.

Mit anderen Worten: transzendent ist jene Erkenntnis und jenes Denken, das über die banale Wiedergabe von Sinneseindrücken usw. hinausgeht. Auch Streben und Handeln kann transzendent sein. Jedes Ziel, das nicht im Gegebenen enthalten ist, bzw. sich sowieso logisch daraus ergibt, also z.B. jedes Ideal ist transzendent.

Mit dem Streben zeigt sich schon, daß man auch eine transzendente Lebenshaltung haben kann. Eben im Unterschied zu einer aufs profan Materielle gerichteten oder gar hedonistischen.

.

.

.

.

.

.

Bevor Einwände kommen, ist dazu anzumerken, daß eine Idealisierung von Sinneseindrücken, Sinnlichkeit, Profanität usw. in diesem Sinne natürlich Verarschung ist. Denn nicht alles, was man formulieren kann, hat auch einen Sinn. Man kann zwar behaupten, man sei Vertreter der Ideologie des Sirius und bestünde darauf, daß sie Siriusartigkeit oder auch Nichtsiriusartigkeit des Sirius unbedingt angestebt werden muß - aber der Sirius wird sich von all dem ziemlich unbeeindruckt erweisen. Es gibt auch keine Aussicht auf Erfolg. Mann kann zwar alle Ungläubigen erfolgreich auf dem Scheiterhaufen verbrennen - zu einem Ideal/einer Ideologie reichts aber einfach nicht, mangels sinninhaltlicher Idee. (Soviel zur Unterscheidung zwischen Transzendez und Hirnwichse.)

powered by my little forum