Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

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Was in einer Frau stecken kann.

der_quixote, Absurdistan, Sunday, 14.11.2010, 16:18 (vor 5540 Tagen) @ Nur so


Neulich habe ich ECO gesehen, das schweizer Wirtschaftsmagazin.

Da wurde eine Firma vorgestellt, die Stabmixer produziert in der Ostschweiz und der Sprecher sagt mir, dass das seit jeher Frauensache ist, Stabmixer produzieren.
Und während ich mich noch frage, was Er denn damit meint, antwortet der Geschäftsführer in die Kamera:"Das ergibt sich aus der Arbeit allein, das sind mehrheitlich Hilfsarbeiten von ungelerntem Personal und da drängt sich einfach auf, dass dass Frauen machen. Das sind Arbeiten, die für einen Mann nicht geeignet sind".

Wow! Je unqualifizerter die Arbeit, umso eher ist das also Frauensache.
Und je anspruchsvoller und komplexer, umso eher müssen da Männer ran.

Also zum Beispiel als Geschäftsführer.
Wenn es um Jobs geht die, die Macht, Einfluss und Geld bringen, da müssen Männer ran.

Frauen, die verdienen eigentlich eher dazu denn in Wirklichkeit, so denken noch viele von uns, sind sie eher für Familie und Kinder zuständig.
Deswegen verdienen sie ja auch immer noch weniger, für die selbe Arbeit, als Männer. Und deswegen wird ihnen der Zugang zu vielen, schönen Jobs immer noch erschwert. und dass, obwohl sie in der Schule oft schon besser abschneiden als Jungs, nicht nur im Sozialverhalten.
Aber offensichtlich glauben wir immer noch steif und fest, dass das Geschlecht darüber bestimmt, wofür wir geeignet sind und welchen Platz wir in der Gesellschaft bekommen.

Dabei ist es eigentlich genau umgekehrt. Die Gesellschaft hat schon immer bestimmt, was ein richtiger Mann ist und eine richtige Frau und dass, das ist dann für uns immer wie in Stein gemeisselt und deswegen werden auch immer mehr Menschen langsam nervös, wenn dieser Stein porös wird und, und wenn diese Rollenbilder bröckeln.

Ein Antifeministen Kongress, wie er neulich durch die Presse ging, wirkt vor diesem Hintergrund sehr verständlich, da haben Männer Angst um ihre Identität und dies..in dieser Angst zelebrieren sie auf ganz skurile Weise abgewrackte Männerbilder.

Aber es gibt auch andere, die, die es freut, dass diese, diese Männer und Frauenbilder bröckeln... denn dahinter kommen ja ganz neue Möglichkeiten zum Vorschein . Es ist eine befreiende Erfahrung wenn ich merke, dass in mir noch ganz anderes drin steckt als mir die Rolle zumutet , das ich als Mann gar nicht entscheiden muss, ob ich jetzt als Super Macho oder Super Softie durchgehe sondern, dass es da unglaublich schöne Zwischentöne gibt und das ich auch als Frau nicht die Wahl habe zwischen Super Mami und Super Managerin.
Es gibt unglaublich viele Zwischentöne zu entdecken und ich wünschte mir eine Gesellschaft, eine Kirche, eine Schule, eine Wirtschaft, die offener wird für solche Zwischentöne zwischen Mann und Frau denn dadurch wird diese Gesellschaft wärmer, sie wird offener, menschlicher und bunter und ich wünschte mir eine Gesellschaft die immer mehr nach dem Grundsatz lebt, den Männern ihre Rechte und nicht mehr, den Frauen ihre Rechte und nicht weniger.

Amen.

Da wundern sich die Kirchen, dass die Leute Scharenweise davon laufen

--
Man(n) sollte (s)eine Frau welche schweigt niemals unterbrechen...


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