Wie kam es zum Feminismus, und wie geht es weiter?
Ausgehend von der Französischen Revolution begann die Zeit der Klassenkämpfe.
Die Ebenen der Klassenkämpfe verlagerten sich in Stufen vom soziologisch Bestimmten zum eher biologisch Bestimmten: Zunächst Besitzlose gegen Besitzende; sodann rassisch Benachteiligte gegen rassisch Dominierende; heute Frauen gegen das "Patriarchat".
Wenn wir das weiterdenken, dann wird der nächste und letzte Schritt derjenige der tierisch verkommenen Menschen gegen die gottgläubigen Menschen sein. Im zunehmend gewalttätigen Kampf der Abtreibungsbefürworter gegen die Lebensschützer haben wir davon einen Vorgeschmack.
Am Ende steht die (kurzfristige) "Herrschaft des Tieres" und die endgültige, unversöhnliche Scheidung zweier Menschen"rassen", von denen die eine nach oben evoluiert, die andere nach unten. Diese Scheidung läßt sich nicht umgehen; jeder von uns wird irgendwann gezwungen sein, sich zu entscheiden. Die Polarisierung muß kommen.
Nun ist es vollkommen illusionär, den Feminismus zu bekämpfen, solange man in dem System verbleibt, das ihn hervorgebracht hat. Das hieße nämlich zu sagen:
"Krankheit - ja bitte, aber ohne Symptome!"
Das wäre der Immanenz-Standpunt (Immanenz = Drinbleiben).
Die Alternative lautet Transzendenz (= Hinübersteigen). Sie bedeutet die Anerkennung, daß ein System sich erhält aufgrund einer Gültigkeit, die nicht in ihm selbst liegt. Zum Beispiel beruht der Rechtsstaat bekanntlich auf Prinzipien, die er nicht selbst begründen kann, weil sie außerhalb seiner selbst liegen. Ebenso müssen wir, um einen Streit zu beenden anstatt an ihm teilzunehmen, einen Standpunkt jenseits der Parteien einnehmen.
Den Feminismus wirklich überwinden, heißt also: Sich nach oben, an der Schöpfungsordnung zu orientieren. Anderenfalls wird die Lösung eine Stufe weiter unten gefunden, d.h. im "Postfeminismus" oder Speziesismus. Der besagt: Wir beenden den Streit, indem wir es jedem Menschen überlassen, sein Geschlecht selbst zu wählen. Dann kann es auch keine sexuelle Benachteiligung mehr geben, weil dann alle Klassenunterschiede, selbst die biologisch am tiefsten fundierten, aufgehoben sind.
Soweit richtig - scheinbar. Denn die Rechnung wird nicht aufgehen, weil eine Gruppe von Menschen nicht gewillt sein wird, die Vertierung mitzumachen. Der neue, viel dramatischere Kampf - er zeichnet sich jetzt schon ab - wird dann nicht stattfinden zwischen Feministen und Antifeministen, sondern zwischen den "Anbetern des Tieres" und den Anbetern Gottes, den "Zeugen Jehovas", den "Lebensschützern", oder wie immer die Vertreter der zweiten Gruppe sich nennen wird.
Schon jetzt gibt es unter den Antifeministen fanatische Abtreibungs-Befürworter, die sich lieber mit Feministinnen an einen Tisch setzen würden als mit Lebensschützern. Hier zeigt sich der neue, fundamentalere Klassenkrieg. Er wird uns dividieren!
Ich sage dies alles, nicht weil ich es mir herbeiwünsche. Im Gegenteil, es kostet mich Überwindung. Ich sehe aber ungefähr, zum Teil auch sehr deutlich, wer auf welcher Seite steht. Andere sehen es auch, spüren es zumindest, scheuen sich aber, es anzusprechen.
Und ich sage voraus: Dies wird ein Thema werden, ob wir es beabsichtigen oder nicht. Es kommt auf uns zu. In dem Maße nämlich, wie die Klassenkämpfe sich der tiefsten biologischen Ebene nähern, ist auch zunehmend von Religion die Rede. Während der Marxismus noch eindeutig atheistisch war, der Nationalsozialismus nur randständig und heidnisch religiös, sind Feministinnen zu einem nicht geringen Teil Theologinnen. An ihnen aber beginnen zunehmend auch die Kirchen zu erwachen und sich zu polarisieren.
Wir sollten uns dieser Auseinandersetzung stellen!
trel

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