Selbsttötungen von Jungen uninteressant
Vor ein paar Tagen streuten die Medien eine Pressemitteilung des Statischen Bundesamtes. Thema Selbstmorde unter Jugendlichen. So ähnlich wie die Frankfurter Rundschau machten sie es alle:
„Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt, nahm sich 2008 mehr als jeder siebte gestorbene Jugendliche in Deutschland selbst das Leben. Insgesamt starben 1325 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren, 210 von ihnen töteten sich selbst. 2007 waren es 196.“
Da in der Pressemitteilung keine geschlechtsspezifischen Angaben gemacht wurden, war das auch für keinen Lohnschreiber Anlaß, solche zu ermitteln.
Macht man sich selbst die Mühe, erfährt man auf den Seiten des Bundesamtes schnell die fehlenden Angaben bei den Freitoden:
insgesamt 8080 m : 2412 w = 3,35:1
15-19 Jahre: 160 m : 50 w = 3,2:1
20-24 Jahre: 296 m : 80 w = 3,7:1
usw.
Angenommen, die Zahlenverhältnisse lägen genau umgekehrt, mehr als dreimal soviele Mädchen wie Jungen hätten sich 2008 das Leben genommen, würden dann auch
- das Bundesamt die Meldung nicht aufgliedern?
- die Journaille ihre Aufklärungspflicht verschlafen?
- die Gleichstellungsbeauftragtinnen in Schweigen verharren?
Aber es ist ja nur ein Jungen- und Männerproblem. Selbst schuld, vielleicht sogar die natürliche Folge der „Männerrolle, bei der es als uncool gilt, zu lernen, und als cool, zu pöbeln - und Pornos zu konsumieren."(aktuell Frl. Schwarzer im Spiegel).
Genau
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