Bernhard Lassahn zum "Fall Hollstein"
Schweizer, Monday, 08.11.2010, 01:31 (vor 5547 Tagen)
Bernhard Lassahn, Referent am 1. Internationalen Antifeminismus-Treffen über den Männertag und Walter Hollstein. Sehr lesenswert!
Auf der neuen Website von www.antifeminismus.ch
Stadtmensch, Prof. Hollstein und sein Problem mit dem Mannsein
Christine
, Monday, 08.11.2010, 11:30 (vor 5546 Tagen) @ Schweizer
Jene unter uns, die schon länger dabei sind, werden Stadtmensch noch kennen. Er gehört(e in Foren) zu jener Sorte Schreiber, die stets mit scharfer Zunge und spitzer Feder geschrieben haben 
Seit längerer Zeit betreibt er eine eigene Homepage und widmet sich nicht nur, aber auch dem Thema Feminismus.
Professor Hollstein hat ein Problem mit Männern und deshalb schreibt er böse Artikel gegen Männer. Der jüngste Anlass für eine weitere Tirade war der - wie kann das sein - immer noch nicht verurteilte Jörg Kachelmann. Hollstein nennt ihn >widerwärtig«, weil Kachelmann eine härtere Gangart des Sex bevorzugt als der Blümchensex, wie er wohl bei feministisch inspirierten Männern vorkommt (ich kenne mich beim Thema Blümchensex jezz nicht so gut aus).
[..]Es ist eigentlich auch nicht so interessant, mit welchen Vorurteilen Hollstein da hadert, denn inhaltlich ist das, was er Männern pauschal unterstellt - um es mal freundlich auszudrücken - der reinste Bullshit. Man kennt denselben Sermon auch von anderen wie Gersterkamp, dem jüngst hier besprochenen Prof. Höying, den selbsterklärten Nicht-Machos bei den Grünen usw. usf. Mit keinem dieser devoten Männer ist eine sachliche Diskussion, ist eine unvoreingenommene Abwägung der Pros & Cons in Bezug auf Geschlechterfragen überhaupt vorstellbar. Aber sie sind als Psychogramm von erstaunlichem Unterhaltungswert, denn sie ziehen u.a. Hohn und Spott an wie mediale Fliegenfänger (was mir jedesmal ein breites Grinsen auf die Wangen zaubert).
[..]Da ich permanent einen Schalk im Nacken habe, würde ich angesichts der Hollsteinschen Fundamentalkritik sogar eher dazu tendieren: Ist der Ruf (der Männer in dem Fall) erstmal ruiniert, lebt's sich leichter ungeniert! Was nichts anderes heißen soll als das: Solche Pauschalkritik, wie sie von Hollstein und Konsorten wie besoffen übers Land posaunt wird, ist nicht nur sachlich völlig daneben, sie ist in ihrem eigenen Sinne kontraproduktiv - aber sie merken es nicht einmal!
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Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohlangepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein
Der "Fall Hollstein" und die Medien
Eugen, Monday, 08.11.2010, 13:37 (vor 5546 Tagen) @ Schweizer
Bernhard Lassahn, Referent am 1. Internationalen Antifeminismus-Treffen
über den Männertag und Walter Hollstein. Sehr lesenswert!
Den Beitrag von Bernhard Lassahn finde ich sehr gut geschrieben und habe ihn mit Vergnügen gelesen.
Leider wird bei der Debatte um Hollstein ein wichtiger Aspekt der Medienrealität ausgeblendet: Die Journalistin Nina Trentmann lässt hier einen Mann das sagen, was sie gerne in der Zeitung geschrieben sehen möchte!
Das soll nun nicht gerade ein Lanze für Hollstein sein, denn dass er journalistisch gefrevelt wurde, glaube ich, nach allem was man von ihm und über ihn wissen kann, nicht. Eben deswegen wird er ja permament befragt. Was gibt es schöneres für eine feministisch inspirierte Journalistin als einen männlichen Wissenschaftler als Zeugen für ihre Sichtweisen.
Journalisten und Journalistinnen berichten keineswegs objektiv. Gerade in Geschlechterfragen, glauben sie offenbar, sie dürften, entgegen allen Regeln, ihre Meinung munter einem Interview oder Bericht untermischen. Bei einem Kernphysiker würden sie sich hüten, ihre Meinung einfließen zu lassen, aber in Geschlechterfragen sind sie offenbar alle Experten.
Diese Form der "Meinungsmache" funktioniert entweder so, dass der Journalist, wie z.B. Jakob Schrenk von Neon, sich irgend etwas aus den Fingern saugt und es für eine Reportage über Manndat ausgibt. Oder dass eine Journalistin, wie z.B. Nina Trentmann, mir Interviewfragen schickt, und sie dann einfach nicht verwendet, statt dessen lieber Frau Baer vom Genderkompetenzzentrum oder Frau Debus von Dissens e.V. antworten lässt. Oder aber sie fragt eben gleich den, von dem sie die Antworten kriegt, die sie gelesen sehen will, nämlich Hollstein.
Längst sind die Zeiten vorbei, wo Journalisten schlicht über eine Sache berichten. Mit dem massenweisen Einzug von Frauen in dieses Metier, sind auch die übelsten Praktiken dort eingezogen - auch eine Begleiterscheinung des Frauenmarktes.
Gruß, Eugen