Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Malediven: Eine Hölle für Atheisten - Und dasselbe ...

Ekki, Monday, 01.11.2010, 12:02 (vor 5553 Tagen) @ forist

Hallo Forist!

In dem von Dir verlinkten Artikel heißt es:

I met some in Ireland. They go to all the church functions, weddings, funerals, baptisms, holy communion, Christmas and Easter. But they don't believe anything the priests say. Not one word of it. It is only about family and community. My friend Declan said (with a smile) that in Ireland, you are always in the church. If you joined the Taliban, that would only make a bad Catholic.

Deutsche Übersetzung:

Ich habe einige davon in Irland getroffen. Sie gehen zu all' den kirchlichen Feierlichkeiten - Hochzeiten, Beerdigungen, Taufen, Heilige Kommunion, Weihnachten und Ostern. Aber sie glauben nichts von dem, was die Priester erzählen. Kein Wort davon. Es geht immer nur um Familie und Gemeinschaft. Mein Freund Declan sagte (mit einem Lächeln) daß man in Irland immer ini der Kirche ist. Wenn du dich den Taliban anschlössest, dann wärest du lediglich ein schlechter Katholik.

Während Letzteres wohl eine Übertreibung zum Zwecke der Veranschaulichung war, gibt der obige Text eine Antwort und wirft mehrere Fragen auf.

Die Feststellung:

Die Kirchenzugehörigkeit drückt sich daran aus, daß man zu hohen Feiertagen in die Kirche kommt, und wieviel von dem, was gepredigt wird, man glaubt und beherzigt, steht auf einem anderen Blatt.
Das ist auch bei uns weithin nicht anders.

Die Fragen:

"In Irland ist man immer in der Kirche".
Zum einen:Ich sprach von Nordirland, das von Katholiken und Protestanten gemeinsam bewohnt wird, während Irland (das in dem von Dir verlinkten Text erwähnt wird) weit überwiegend katholisch ist.
Zum anderen:
Was heißt eigentlich "in der Kirche"? Da setzt sich wohl die katholische Kirche mit "der Kirche" gleich.

Nächste Frage:
Du sprachst von Ethnien.
Sind Deiner Auffassung nach katholische Nordiren einerseits und protestantisch Nordiren andererseits unterschiedliche Ethnien?
(Man könnte die Frage sogar noch weiter treiben und erörtern - aber das wäre ein absehbar end- und fruchtloser Diskurs - inwieweit Iren, Engländer, Waliser und Schotten überhaupt unterschiedliche Ethnien sind).

Letzte Frage:
Wenn das ganze eine ethnische Frage ist, wieso klebten dann die Bezeichnungen "katholisch" und "protestantisch" so hartnäckig an den Parteien dieses Konflikts?

Und an dieser Stelle muß ich den Kreis schließen und zum Ausgangspunkt meiner Argumentation zurückkommen:

Wenn selbst Religionen, die bei ihren Anhängern lediglich Wert auf den regelmäßigen Besuch ihrer Kultveranstaltungen legen, ein solches Inferno an gegenseitigem Haß entfesseln konnte, wie sie es in Nordirland getan haben - um wieviel schlimmer sähe es dann aus, wenn die Religionen bei ihren Anhängern mit allen Mitteln durchsetzen würden, daß jeder an alles glaubt, was verkündet wird und auch entsprechend lebt?

Genau das[/u] wird überall dort versucht, wo für Atheisten, Agnostiker, Freidenker - und auch für (vom Standpunkt der jeweils herrschenden Religion) Andersgläubige! - "die Hölle" ist.

Gruß

Ekki

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Ich will ficken, ohne zu zeugen oder zu zahlen.
Lustschreie sind mir wichtiger als Babygeplärr.


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