Ungeordnete Gedanken zum Kopftuchstreit
Hallo allerseits!
Bei dem ganzen Geschrei um kopftuchtragende Frauen bin ich mal mit mir zu Rate gegangen und habe mich ganz schlicht gefragt:
Was stört uns eigentlich am Kopftuch?
So komisch es klingt, ich habe keine rationale Antwort darauf gefunden.
Deshalb möchte ich die obige Frage an Euch alle richten und Euch zunächst die Überlegungen darlegen, die für mich - wie gesagt - zu keiner Beantwortung dieser Frage geführt haben.
Diejenigen Muslima und Moslems, die für das Kopftuch eintreten, begründen dies damit, daß die Haare auf Männer eine erotisierende Wirkung hätten, die man - äh: frau - vermeiden wolle.
Nun gut - schöne Haare können tatsächlich zur erotischen Ausstrahlung einer Frau beitragen.
Wenn also das Kopftuch einer muslimischen Frau Schutz gegen männliche "Begehrlichkeiten" bieten soll,
dann müßte es ja im Umkehrschluß so sein, daß wir europäischen Männer uns ständig wie brünstige Hirsche röhrend auf unsere Frauen stürzen und sie nicht nur an den Haaren, sondern überall begrapschen.
Die Frage, warum das nicht so ist, wurde für mich einleuchtend beantwortet von Lamya Kaddor, einer Deutschen syrischer Abstammung, die in einem mehrheitlich von Türken bewohnten Vierteil einer deutschen Stadt als Lehrerin tätig ist und eine beachtliche mediale Präsenz hat - u.a. aufgrund ihres Buches "Muslimisch, weiblich, deutsch".
Ihr Argument:
Der Schutz, den das Kopftuch Frauen gewähren soll, wird ihnen in Europa auf andere Weise genauso gut gewährt.
Wer ausführlichere Interviews mit dieser Frau hören will, wird hier fündig:
Und es stimmt ja auch:
Wieviel darf ein (europäischer) Mann sich denn (europäischen, nicht muslimischen, nicht Kopftuch tragenden) Frauen gegenüber an körperlichen Annäherungen erlauben, ohne negative Konsequenzen bis hin zur Vorstrafe befürchten zu müssen?
Außerdem:
Ein weiteres von Musliminnen ins Feld geführtes Argument, daß meiner Meinung nach (aus buchstäblich eigener Anschauung) nicht zu widerlegen ist, lautet:
Ein Kopftuch - nicht die Burka und nicht der Nikab, die beide Gesicht und Körper vollständig verhüllen! - kann und soll farbenfroh und kleidsam sein.
In der Tat:
Die Kopftücher vieler Musliminnen, denen ich begegne, sind in typisch kräftigen, orientalischen Farben gehalten. Manch einer in der Fresse gepiercten, Mecki-Schnitt tragenden Efrauze möchte man glatt ein solches Kopftuch wünschen!
UND DENNOCH:
Ich habe viel lieber Umgang mit islamischen Frauen ohne Kopftuch, als mit solchen mit.
Nur ... WARUM?
Erlauben kann ich mir gegenüber nicht kopftuchtragenden Musliminnen ebenso wenig, wie gegenüber europäischen Frauen. Und das führe ich mitnichten auf die Angst vor einem messerstechenden männlichen Verwandten, sondern schlicht und ergreifend auf die geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze zurück.
Es gibt bestimmt Elemente im Sozialverhalten kopftuchtragender Musliminnen, die sie sowohl von nicht kopftuchtragenden Musliminnen als auch von Europäerinnen unterscheiden:
Sie geben Männern nicht die Hand, sehen Männer beim Sprechen nicht an oder - in ganz extremen Fällen - reden überhaupt nicht mit ihnen.
Von Letzterem abgesehen, sind die Unterschiede im Sozialverhalten zu verkraften.
Objektiv gibt es also nichts, was den Umgang mit Kopftuchträgerinnen absolut unerträglich machte.
Frei bin ich auch von der Furcht, jede Kopftuchträgerin könnte eine in der Wolle gefärbte Terroristin sein, die in ihrer Hexenküche die Zutaten für das nächste islamistische Attentat zusammenbraut und ihre Kinder nur zur Welt bringt, damit diese sich in möglichst jungem Alter als Selbstmordattentäter opfern.
Trotzdem fühle ich mich, wie gesagt, in der Gesellschaft von Frauen ohne Kopftuch entschieden wohler als in der von Kopftuchträgerinnen.
Meine Fragen an Euch:
Empfindet ihr ähnlich?
Was könnte der Grund für diese Empfindung sein?
Ist unsere Abneingung gegen das Kopftuch vielleicht einfach eine alberne Reaktion auf etwas Ungewohntes, und sollten wir uns diese Albernheit abgewöhnen?
Noch eine Bemerkung zum Schluß:
Das Kopftuch bei Frauen ist sowohl in bestimmten christlichen Denominationen (Baptisten unter den Rußlanddeutschen) als auch und besonders unter orthodoxen Jüdinnen bekannt - übrigens jeweils ebenfalls einhergehend mit dem Sozialverhalten gegenüber Männern, das ich oben für die muslimischen Kopftuchträgerinnen beschrieben habe.
Vielleicht wird sich der "Kopftuchstreit" bald auf diese beiden Gruppen ausdehnen.
Gruß
Ekki
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Ich will ficken, ohne zu zeugen oder zu zahlen.
Lustschreie sind mir wichtiger als Babygeplärr.

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