Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Die Männer sind an allem schuld - wie üblich

Ekki, Sunday, 31.10.2010, 17:51 (vor 5554 Tagen)

Hallo allerseits!

Soeben veröffentlichte SPIEGEL ONLINE Vorabkritiken zum heutigen "Tatort" sowie zu einem am Mittwoch zu sehenden Krimi.

In beiden Filmen geht es um Mißbrauch.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,725861,00.html

Ein paar prägnante Zitate:

Am Sonntag, 31. Oktober, im "Tatort: Der letzte Patient" mit Maria Furtwängler, und drei Tage später "In aller Stille" , ebenfalls 20.15 Uhr in der ARD, - auch Nina Kunzendorf spielt eine Polizistin - geht es um das Quälen von Kindern, um abgrundtiefe Lieblosigkeit, um das Wegsehen, um seelischen und wirklichen Tod der Allerschwächsten. Ein Thema, das eigentlich alle Menschen angeht, dessen psychische Belastungen aber, so zeigen beide Filme auf das Eindrücklichste, bei den Frauen hängen bleiben. Weil sie es sind, denen es unmöglich ist, sich mit professionellem Abstand gegen das Leid zu panzern.

Was nicht sein darf - daß nämlich auch Männer leiden - das kann eben nicht sein.

Charlotte ist von ihrem Gefährten und Mitbewohner Martin Felser (Ingo Naujoks) verlassen worden, plötzlich und ohne Aussprache.

Wurde in diesem Forum schon diskutiert.

In den diesbezügliche Veröffentlichungen kam dieser Ausstieg so rüber, daß Naujoks - reichlich spät! - gemerkt hat, wofür er sich da hergegeben hatte: Für eine Rolle, die den Mann als debiles Wesen darstellt.

Insofern ist die "Drehbuch-Trennung" auch im realen Leben ein echter Fortschritt.

Die Deutungsarbeit für die Trennung überlässt Martin der Frau. Sie soll sich schuldig fühlen, und - sind Frauen so erzogen? - sie fühlt sich schuldig.

Ach ja? Real existierende Frauen suchen die Schuld für eine Trennung in aller Regel überall - nur nicht bei sich selbst.

Wir dürfen gespannt sein, ob eine der nächsten Folgen mit "Kommissarin Lindholm" derselben ein Sorgerechtsdrama andichtet, in dem sie als rachsüchtige Hyäne agiert.

Mit der Betreuung ihres Sohns bleibt Lindholm hinfort allein.

Schnief ... alleinerziehende Männer gibt es auch.

Das ist der nächste Stein, der ihr aufgeladen wird und der um so schwerer wiegt, als Charlotte Schuldgefühle entwickelt. Ist sie, die Ehrgeizige, nicht eine schlechte Mutter? Vom Kindergarten bis hin zu Lindholms Mutter, die der Tochter den am Kind geleisteten Omadienst vorrechnet, macht ihr niemand das Leben leichter.

Vielleicht könnte man meine im vorvorigen Absatz ausgebreitete Phantasie ja auch umdrehen:

Naujoks kommt in einer der nächsten Folgen zurück und überzieht seine Ex mit einem Sorgerechtsverfahren, Kindesentführung etc.

Gut für die Einschaltquote wäre sowohl das eine wie das andere allemal.

Stets sind es in dieser Geschichte Männer, die Böses anrichten oder vor ihren Gefühlen fliehen.

Sosehr mir im Laufe der Zeit eine innere Distanz zu Vielem zugewachsen ist, was die Frauenfrauen so reden - DAS bringt mich nach wie vor auf die Palme:

Verdammt noch mal:

Männer haben Gefühle über Gefühle - und sie fliehen keineswegs davor.

Daß diese Gefühle vielleicht nicht diejenigen sind, die Frauen (alle Frauen?) sich von Männern wünschen, steht auf einem anderen Blatt.

Hoffentlich finden sich mal couragierte Regisseure, die diese Tatsache medial umsetzen - und Redaktionen, die das dann auch senden.

Leicht angenervt

Ekki

--
Ich will ficken, ohne zu zeugen oder zu zahlen.
Lustschreie sind mir wichtiger als Babygeplärr.

Die Männer sind an allem schuld - wie üblich

Christine ⌂, Sunday, 31.10.2010, 18:21 (vor 5554 Tagen) @ Ekki

Naujoks kommt in einer der nächsten Folgen zurück und überzieht seine
Ex mit einem Sorgerechtsverfahren, Kindesentführung etc.

Ekki, das geht nicht. Naujoks war in den Tatortkrimis mit Maria Furtwängler nicht der Vater des Kindes. Das war vermutlich auch der Knackpunkt.

Er war immer nur der gute Freund, stets für die Kommissarin da, sozusagen in Freund und Leid verbunden. Soviel ich weiß, wollte er mehr, sie aber nicht. Anscheinend wollte er die Rolle des allzeit bereiten Babysitters und guten Freundes nicht mehr spielen. Nichts zu sagen haben, aber immer da sein sollen geht halt auf die Dauer nicht.

Gruß - Christine

--
Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohlangepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein

Die Männer sind an allem schuld - wie üblich

Ekki, Monday, 01.11.2010, 11:15 (vor 5553 Tagen) @ Christine

Hallo Christine!

Er war immer nur der gute Freund, stets für die Kommissarin da, sozusagen
in Freund und Leid verbunden. Soviel ich weiß, wollte er mehr, sie aber
nicht. Anscheinend wollte er die Rolle des allzeit bereiten Babysitters und
guten Freundes nicht mehr spielen. Nichts zu sagen haben, aber immer da
sein sollen geht halt auf die Dauer nicht.

Eben.

Und das oben von Dir zutreffend beschriebene Modell ist ja nicht das einzige seiner Art:

Kommissarin Odenthal (die Darstellerin Ulrike Folkerts ist im realen Leben bekennende Lesbe) lebt in einer komplett asexuellen Wohngemeinschaft mit ihrem Kollegen Kopper.

Nicht ungefährlich, wenn da in DER Fernsehserie schlechthin von (Un)Paaren, die auch noch über viele Jahre hinweg immer wieder auf dem Bildschirm erscheinen, ein desexualisiertes Zusammenleben von Männern und Frauen im sexuell aktiven Alter vorgelebt wird.

Es wird Zeit - und kommt inzwischen sogar wieder manchmal vor - daß in Fernsehfilmen heterosexuelle Paare auftreten, die aus Spaß an der Freude Sex miteinander haben.

Gruß

Ekki

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Das wird den Feministinnen nicht gefallen

Christine ⌂, Monday, 01.11.2010, 16:01 (vor 5553 Tagen) @ Ekki

Zu dieser Thematik wurde in einem anderen Blog ebenfalls Stellung bezogen.

http://femini-zi-smus-ade.blogspot.com/2010/11/das-wird-den-feministinnen-nicht.html

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