Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Gesundheit ist weiblich

imion, Monday, 25.10.2010, 15:49 (vor 5560 Tagen)

Antwort von Frau Reuters auf meien Mail:

Sehr geehrter Herr ,

über Ihre Anfrage und das damit verbundene Interesse bin ich sehr
erfreut!

"Gesundheit ist weiblich" als Titel spielt u.a. mit der Grammatik (die
Gesundheit) und spiegelt als Provokation wider, dass sich Frauen zu einem
höheren Prozentanteil als Männer um ihre Gesundheit kümmern. Es gibt auch
Männer die teilnehmen. Ein Männerausschluss ist im Flyer nicht formuliert.

Grundsatz meiner Arbeit ist es, Benachteiligungen auf Grund von Geschlecht
etwas entgegen zu setzen. Ein konkretes Beispiel aus der Vergangenheit im
Zusammenhang mit Gesundheit: Die Sterberate bei Frauen mit einem Infarkt
ist auffallend höher als bei Männern die einen Infarkt erleiden. Warum?
Nun, die in der Medizin gelehrten Symptome, treten fast ausschließlich bei
Männern auf - nicht bei Frauen.
Dieses Thema wurde längere Zeit bundesweit aufgegriffen (Kooperationen
zwischen zuständigen Ministerien, Gesundheitsämtern und u.a.
Gleichstellungsbeauftragten / Frauenbeauftragten). Diese Kampagne hatte ca. in den Jahren
2002 - 2004 ihren Höhepunkt. Inzwischen wurde hierzu mehr geforscht und
Erkenntnisgewinn gezogen.

Sollte eine Benachteiligung für Männer auf Grund von Geschlecht (und nur
das kann Arbeitsgrundlage für mich sein) festgestellt werden und es
würde eine entsprechende Kampagne gestartet, könnte sie zu einem Arbeitsinhalt
für mich werden. Gerne kann ich Sie dann hierzu informieren. Außerdem
haben Sie die Möglichkeit in Ihrer Verbandsgemeinde sich an die dortige
Gleichstellungsbeauftragte zu wenden und einen Vorschlag hinsichtlich des
Programms zu machen. Zuletzt wurde häufig nach Entspannungs- und
Antistresstechniken gefragt. Das hat dann auch Berücksichtigung im Programm gefunden.


Gerne würde ich Sie in unseren Postverteiler aufnehmen - dann bekommen
Sie von uns aktuelle Flyer zu geschickt - hierzu benötige ich jedoch eine
Aufforderung von Ihnen. Diese können Sie ganz formlos per Mail schicken.


Mit freundlichen Grüßen

Pia Reuter

Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Rhein-Hunsrück
Pia Reuter
Ludwigstraße 3 - 5
55469 Simmern
Telefon: 06761 / 82-104
E-Mail: pia.reuter@rheinhunsrueck.de

Meine Antwort:

Sehr geehrte Frau Reuter,

leider ist der Titel sehr ausgrenzend, und es ist nicht ersichtlich, das auch Männer auf dieser Veranstaltung erwünscht sind. Ich rege daher den Vorschlag an, den Titel diese Veranstaltung Geschlechtsneutral zu verfassen, insbesondere wegen folgendem Passus aus der Presse:
"Die Veranstaltungen rund um die Heilwirkung natürlicher Lebensmittel, Entspannungstechniken, die Wirksamkeit von Bachblüten, aber auch Naturheilverfahren bei frauenspezifischen Beschwerden finden in"

Quelle: http://www.allgemeine-zeitung.de/region/bad-kreuznach-bad-sobernheim-kirn/meisenheim-idar-oberstein/9526253.htm
Es ist schlicht und ergreifend nicht ersichtlich, das auch Männer dort erwünscht sind, da es ja um Frauenspezifische Beschwerden geht.

Zu der von ihnen angeführten Benachteiligung von Frauen, bei Gesundheitsfragen: Männer sterben in den Industrienationen zwischen 5 und 8 Jahren früher als Männer. Ich kann daher keine Benachteiligung für Frauen, bei der Gesundheitsvorsorge erkennen, insbesondere da es einen Frauengesundheitsbericht und keinen Männergesundheitsbericht gibt. Es stellt sich daher auch die Frage, da es Programme extra nur für Frauen gibt, welche Veranstaltunen sie Planen oder schon jetzt zur Verfügung stellen, die sich mit der Gesundheit der Männer befasst.

Desweiteren würde ich es begrüssen, wenn sie mich in ihren Postverteiler aufnehmen.

Mit freundlichen Grüssen

Gesundheit ist weiblich

Männerbeauftragter, Monday, 25.10.2010, 16:28 (vor 5560 Tagen) @ imion

Ein konkretes Beispiel aus der Vergangenheit im Zusammenhang mit
Gesundheit: Die Sterberate bei Frauen mit einem Infarkt ist auffallend
höher als bei Männern die einen Infarkt erleiden. Warum?
Nun, die in der Medizin gelehrten Symptome, treten fast ausschließlich
bei Männern auf - nicht bei Frauen.

Herzinfarkt: Mythos der Frauendiskriminierung widerlegt

Zu den vielen Dingen, von denen Feministinnen glauben, dass Frauen dabei benachteiligt werden, gehört die medizinische Versorgung nach Herzinfarkten. Wie so oft scheinen die Zahlen im ersten Augenblick den Feministinnen Recht zu geben: Frauen sterben in den ersten 30 Tagen nach einem Herzinfarkt fast doppelt so häufig wie Männer. Selbstverständlich gab es viele angestrengte Versuche, einem sexistischen, frauenverachtenden Gesundheitssystem die Schuld daran zu geben. Eine neue Studie zu diesem Thema führt jedoch dazu, dass sich solche Vorwürfe in Luft auflösen. Ausschlaggebend für die unterschiedlichen Mortalitätsraten sind andere Faktoren – beispielsweise, dass Männer schon in jüngerem Alter einen Infarkt erleiden. (Warum das so ist, darüber könnte man sich allerdings mal Gedanken machen!) Rechnet man solche Faktoren heraus, bringt das den Geschlechterunterschied zum Verschwinden:

http://genderama.blogspot.com/2009/08/herzinfarkt-mythos-der.html

Gesundheit ist weiblich

imion, Monday, 25.10.2010, 17:26 (vor 5560 Tagen) @ Männerbeauftragter

Danke für die Info. Ging als Mail an die Frauenbeauftragte raus.

Gesundheit ist weiblich

imion, Tuesday, 26.10.2010, 16:38 (vor 5559 Tagen) @ imion

Die Antwort auf meine zweite Mail:

Sehr geehrter Herr,

nochmals zu Ihrer Frage: Ich plane keine weiteren Veranstaltungsreihen im
Bereich Gesundheit - da ich bzw. der Arbeitskreis der
Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Rhein-Hunsrück dies bereits tun. Ich sowie der AK
der Gleichstellungsbeauftragten haben keinen Männerausschluss formuliert.
Sie sind herzlichst eingeladen. Sie werden natürlich auch mit
geschlechtsspezifischen Themen konfrontiert - an diesen Vorträgen können Sie
teilnehmen, wenn Sie möchten.

Für biologische Spezifitäten des jeweiligen Geschlechtes gibt es in
meiner Funktion als Gleichstellungsbeauftragte keine Zuständigkeit /
Arbeitsgrundlage. Es besteht also aktuell keine rechtliche Legitimation für mich
auf biologische Gegebenheiten methodisch einzuwirken. "Frauenspezifische
Beschwerden" oder Krankheitsbilder wird es weiterhin geben, ebenso wie
Veranstaltungen zu diesen Themen - damit entsteht Ihnen keine Benachteiligung auf
Grund Ihres Geschlechtes.

Ein weiterer Punkt Ihrer Argumentationskette ist: "... da es einen
Frauengesundheitsbericht und keinen Männergesundheitsbericht gibt ..."
Mit diesem Anliegen müssten Sie sich wiederum an den oder die Verfasser /
Verfasserin des Berichtes, respektive an die herausgebende Stelle wenden.

Meine Zuständigkeit bezieht sich auf den Landkreis Rhein-Hunsrück.

Wenn Sie in den Verteiler möchten, benötige ich Ihre Adresse. Bitte
mailen Sie mir diese noch zu.

Mit freundlichen Grüßen

Pia Reuter


Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Rhein-Hunsrück
Pia Reuter
Ludwigstraße 3 - 5
55469 Simmern

Telefon: 06761 / 82-104
E-Mail: pia.reuter@rheinhunsrueck.de

Da ich nicht müde werden, eine weitere Antwort von mir:

Sehr geehrte Frau Reuter,

welche Veranstaltungen Plant der Arbeitskreis der Gleichstellungsbeauftragten nur für Männer? Wenn es keine gibt, ist die Frage, warum? Immerhin wird so etwas auch für nur für Frauen angeboten.

Formulieren sie mal eine Veranstaltung mit dem Titel "Gesundheit ist Männlich". Mal schauen, wie viele Frauen sich anmelden. Desweiteren ist in der Berichterstattung über die Veranstaltung in der Presse explizit die Rede davon, das es ich um Frauenspezifische Dinge handelt. Das werte ich und wohl auch die mehrzahl der Männer als Ausschluss. Aber wenn beide Geschlechter eingeladen sind: Welche Themen werden speziell für Männer angesprochen?

Welche Biologischen Spezifitäten meinen sie? Es ist längst bewiesen das Männer nicht aufgrund der Biologie früher sterben als Frauen. Dazu gibt es eine Studie, die sogenannte Klosterstudie. Die Hauptursache für das frühe ableben der Männer, sind die Berufe, die vor allem von Männern ausgeführt werden.

Doch es entsteht eine Benachteiligung aufgrund des Geschlechts. Denn für Frauen werden solche Veranstaltungen angeboten, für Männer nicht. Es gibt auch typisch Männliche Krankheitsbilder, als Beispiel sei hier die Prostata genannt.

Zum gesundheitsbericht: Wie setzt sich der Arbeitskreis dafür ein, das ein Gesundheitsbericht für Männer erscheint?

Meine E-Mail Adresse ist: c.raehmer@gmx.de

Mit freundlichen Grüssen

Gesundheit ist weiblich

MC Henrich ⌂, Tuesday, 26.10.2010, 21:53 (vor 5559 Tagen) @ imion

Hey imion,

kleiner Tipp: Veröffentliche niemals deine Mailadresse im Internet im Klartext. Kann zu Missbrauch führen. (Außer, du brauchst sie sowieso nicht mehr.)

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