Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Berufswahl von Mädchen schuld an geringerem Durchschnittsverdienst

Kurti, Wien, Thursday, 21.10.2010, 16:52 (vor 5564 Tagen)

Etwas "ganz Neues" für uns Foristen!

Ich bekomme regelmäßig die Mitgliederzeitschrift der Arbeiterkammer Wien "AK für Sie" zugeschickt. In ihrer Ausgabe 10/2010 veröffentlichte sie eine Reportage über die beliebtesten Lehrberufe von Mädchen und Jungen in Österreich. Unter anderem hieß es in dem Artikel wortwörtlich:

"Technische Berufe zahlen sich aus
Dass Mädchen sich vor allem für traditionelle Lehrberufe entscheiden, ist auch einer der Gründe dafür, dass Frauen um ein Viertel weniger verdienen als Männer. 'Rund die Hälfte der Mädchen entscheiden sich für Einzelhandel, Bürokauffrau oder Friseurin, Berufe mit oft niedrigen Verdiensten und wenig Karrieremöglichkeiten', so AK-Arbeitsmarktexpertin Gerlinde Hauer."

Am Ende des Textes war dann eine Tabelle zu finden, in der eben diese Lieblingslehrberufe von Jungen und Mädchen aufgelistet worden waren. Zusammen mit der Verdiensthöhe im dritten Lehrjahr.

Mädchen
Einzelhandel 810
Bürokauffrau 740
Friseurin 610
Gastgewerbe 710
(Kellnerin,
Köchin)
Hotel- und
Gastgewerbe-
assistentin 730
Apotheken-
Assistentin 860
Floristin 570

Jungen
Metallgewerbe 870
(Kfz-Techniker,
Installateur,
Elektriker)
Metallindustrie 910
(Maschinenbauer)
Einzelhandel 810
Gastgewerbe 710
(Koch)

Ganz nach dem statistischen "Gemüseeintopf-Prinzip", welches ja auch für die von offizieller Seite immer genannte Zahl des durchschnittlich (!) geringeren Verdienstes von Frauen herangezogen wird, habe ich mal die ersten vier Zahlen aus beiden Tabellenspalten addiert. Und danach den durchschnittlichen prozentualen Unterschied errechnet. Und bin dabei auf stolze 13 Prozent Unterschied zuungunsten der Mädchen gekommen!

Und ich habe auch nicht das Gefühl, dass sich an diesem prozentualen Wert dramatisch etwas ändern würde, wenn man die Liste der summierten Zahlenwerte stark erweiterte.

Wie gesagt, sogar mir als jemand, der beruflich nicht mit Statistiken zu tun hat, kommt diese Rechenweise einigermaßen abenteuerlich vor. Aber genau so entstehen in vielen Fällen die Zahlen, die zur Untermauerung der These von der Lohndiskriminierung der Frau herangezogen werden.

Gruß, Kurti

Berufswahl von Mädchen schuld an geringerem Durchschnittsverdienst

roser parks, Thursday, 21.10.2010, 17:01 (vor 5564 Tagen) @ Kurti

Ganz nach dem statistischen "Gemüseeintopf-Prinzip", welches ja auch für
die von offizieller Seite immer genannte Zahl des durchschnittlich (!)
geringeren Verdienstes von Frauen herangezogen wird, habe ich mal die
ersten vier Zahlen aus beiden Tabellenspalten addiert. Und danach den
durchschnittlichen prozentualen Unterschied errechnet. Und bin dabei auf
stolze 13 Prozent Unterschied zuungunsten der Mädchen gekommen!

Dort funktioniert das aber nicht!
Einzelhandel 810
Gastgewerbe 710

Berufswahl von Mädchen schuld an geringerem Durchschnittsverdienst

Kurti, Wien, Thursday, 21.10.2010, 17:30 (vor 5564 Tagen) @ roser parks

Dort funktioniert das aber nicht!
Einzelhandel 810
Gastgewerbe 710

Diese Gleichheit war mir gar nicht aufgefallen. Ich habe daher eben zur Kontrolle noch mal einen Blick in die Print-Ausgabe geworfen, die ich neben mir auf dem Schreibtisch liegen habe, und siehe da: Mädchen und Jungen verdienen in Ö. in diesen beiden Bereichen tatsächlich dasselbe!

Ja, sowas Dummes aber auch! Was machen wir denn nun? Gar keine zahlenmäßige Benachteiligung? Da muss sich doch irgendeine gefühlte Benachteiligung finden lassen!
Alice Schwarzer, übernehmen Sie!

Gruß, Kurti

Diese jungen Mädels träumt noch vom Prinzessin sein und hofft auf den Märchenprinzen (nT

Swen, Friday, 22.10.2010, 11:35 (vor 5563 Tagen) @ Kurti

- kein Text -

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