Thilo Sarrazin: Vorwort zur 9. Auflage
Die Veröffentlichung dieses Buches hat ungeahnt heftige Reaktionen ausgelöst. Als empörend wurde von manchem kritisiert, dass und wie ich in diesem Buch soziobiologische Argumente benutze. Bei der Wiedergabe meiner Thesen in den Medien ist es teilweise jedoch zu Verkürzungen gekommen, durch die meine Ansichten geradezu in ihr Gegenteil verkehrt wurden. Dies betrifft vor allem das Zusammenwirken von Demografie und Evolutionsbiologie.
Dieses Buch versucht, Gedanken über die Zukunft der deutschen Gesellschaft zu systematisieren, die mich schon länger beschäftigen. Dabei wird über Entwicklungen nachgedacht, deren Zeiträume viel weiter in die Zukunft gehen, als das im politischen Diskurs meist üblich ist. Ich weise im Buch darauf hin, wie problematisch demografische Projektionen über mehrere Generationen hinweg sind. Insofern haben meine Überlegungen zur deutschen Gesellschaft in 100 Jahren, die ich am Ende des Buches darlege, etwas Spekulatives. Wenn ich an einigen Stellen des Buches auch Fragen der genetischen Vererbung von Eigenschaften anschneide, dann ist mir bewusst, dass es nach dem aktuellen Stand der Forschung sinnlos ist, genetische Anlagen und Umweltfaktoren gegeneinander auszuspielen. In den Genen angelegte Potentiale und Umwelteinflüsse stehen in einem komplexen Wechselwirkungsverhältnis. Gene können wir nicht verändern, aber die gesellschaftliche Umwelt sollten wir politisch so gut wie möglich gestalten. Daher enthält das Buch lange Kapitel über Armut und Bildung. An keiner Stelle des Buches behaupte ich, bestimmte ethnische Gruppen seien genetisch bedingt "dümmer" als andere. Überdies argumentiere ich häufig auf der Basis von Statistiken; statistische Verteilungen lassen methodisch keine Aussagen über einzelne Menschen zu.
Thilo Sarrazin,
im September 2010
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Über die Wahrheit
Spricht Sarrazin die Wahrheit oder nicht die Wahrheit, das ist hier die Frage.
Ich habe einige interessante Zitate zum Thema Wahrheit zusammengetragen.
Es wird darin viel Wahres über die Wahrheit gesagt:
"Ein Irrtum ist umso gefährlicher, je mehr Wahrheit er enthält." - Henri-Frédéric Amiel
"Die größte Wohltat, die man einem Menschen erweisen kann, besteht darin, dass man ihn vom Irrtum zur Wahrheit führt." - Thomas von Aquin
"Mit der Wahrheit ist es wie mit einer stadtbekannten Hure. Jeder kennt sie, aber es ist peinlich, wenn man ihr auf der Straße begegnet." - Wolfgang Borchert, Draußen vor der Tür
"Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Wer die Wahrheit kennt und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher." - Bertolt Brecht, Leben des Galilei
"Die allgemeine Meinung ist nicht immer die wahrste." - Giordano Bruno
"Ein Mensch ist immer das Opfer seiner Wahrheiten." - Albert Camus, Der Mythos von Sisyphos
"Gelegentlich stolpern die Menschen über die Wahrheit, aber sie richten sich auf und gehen weiter, als sei nichts geschehen." - Winston Churchill
"Der erste Schritt zur Wahrheit ist der Zweifel." - Denis Diderot
"Der Klügere gibt nach! Eine traurige Wahrheit, sie begründet die Weltherrschaft der Dummheit." - Marie von Ebner-Eschenbach
"Die Wahrheit kann auch eine Keule sein, mit der man andere erschlägt." - Anatole France
"Die Wahrheit hat weder Waffen nötig, um sich zu verteidigen, noch Gewalttätigkeit, um die Menschen zu zwingen, an sie zu glauben. Sie hat nur zu erscheinen, und sobald ihr Licht die Wolken, die sie verbergen, verscheucht hat, ist ihr Sieg gesichert." - Friedrich II. der Große
"Wahrheit wird niemals durch Gewalt widerlegt." - Erich Fromm, Die Kraft der Liebe
"Wer die Wahrheit nicht kennt, der ist nur ein Dummkopf. Wer die Wahrheit kennt und sie Lüge nennt, ist ein Verbrecher!" - Galileo Galilei
"Einer neuen Wahrheit ist nichts schädlicher als ein alter Irrtum." - Johann Wolfgang von Goethe
"Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse, in Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten. Überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist." - Johann Wolfgang von Goethe, zu Johann Peter Eckermann
"Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer." - Rudyard Kipling
"Es ist unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu sengen." - Georg Christoph Lichtenberg
"Es ist leichter eine Lüge zu glauben, die man schon hundert mal gehört hat, als die Wahrheit, die man noch nie gehört hat" - Robert Lynd
"Ich bin nicht nur überzeugt, dass das, was ich sage, falsch ist, sondern auch das, was man dagegen sagen wird. Trotzdem muss man anfangen, davon zu reden. Die Wahrheit liegt bei einem solchen Gegenstand nicht in der Mitte, sondern rundherum wie ein Sack, der mit jeder neuen Meinung, die man hineinstopft, seine Form ändert, aber immer fester wird!" - Robert Musil, Das hilflose Europa? oder Reise vom Hundertsten ins Tausendste, 1922
"Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen." - Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches
"In Zeiten, da Täuschung und Lüge allgegenwärtig sind, ist das Aussprechen der Wahrheit ein revolutionärer Akt." - George Orwell, 1984
"Die Wahrheit triumphiert nie - ihre Gegner sterben nur aus." - Max Planck
"Wer in der Demokratie die Wahrheit sagt, wird von der Masse getötet." - Platon
"Die reine Wahrheit ist eine unwillkommene Sache." - Paul Craig Roberts
"Was ist Wahrheit? - Drei Wochen Pressearbeit, und alle Welt hat die Wahrheit erkannt. Ihre Gründe sind so lange unwiderleglich, als Geld vorhanden ist, sie ununterbrochen zu wiederholen." - Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes
"Wer die Wahrheit spricht, sollte besser einen Fuß im Steigbügel haben." - Arabisches Sprichwort
"Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd." - Chinesisches Sprichwort
"Eine Lüge reist einmal um die Erde, während sich die Wahrheit die Schuhe anzieht." - Englisches Sprichwort
"Zur Wahrheit gehören immer zwei - einer der sie sagt, und einer der sie versteht." - Henry David Thoreau
"Alle Kriegsherren haben einen gemeinsamen Feind: Die Wahrheit." - Kurt Tucholsky
"Übertreibt die Satire? Die Satire muss übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten." - Kurt Tucholsky, Schnipsel, 1973
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Thilo Sarrazin: Vorwort zur 9. Auflage
Die Veröffentlichung dieses Buches hat ungeahnt heftige Reaktionen
ausgelöst.
Lügner.
Thilo Sarrazin: Vorwort zur 9. Auflage
Gutes Vorwort, wie ich finde. Es ist wichtig, immer beim Kernthema - bei der Sache zu bleiben: Deutschland schafft sich ab! Und zwar, wie wir zu wissen glauben, unter effektiver Zuhilfenahme feministischer Diskriminierungskampagnen gegen unsere Leistungsträger...
...der stärkste Feind ist immer der im Inneren!
Mir ist scheissegal ob irgend jemand dümmer oder klüger ist. Solange wir nicht mehr in der Lage sind unser Potential überhaupt zu nutzen, ist das alles Hirnwichserei.
rexxer
Wobei die Frage ist, was "sich" meint
Gutes Vorwort, wie ich finde. Es ist wichtig, immer beim Kernthema - bei der Sache zu bleiben: Deutschland schafft sich ab!
Wobei die Frage ist, was "sich" meint.
Man könnte auch titeln: Der Feminismus (mit seiner Männerfeindlichkeit und Kinderarmut) schafft Deutschland ab.
Und zwar, wie wir zu wissen glauben, unter effektiver Zuhilfenahme feministischer Diskriminierungskampagnen gegen unsere Leistungsträger...
Richtig, wobei hier sehr wirksame linke Umverteilungsstrategien greifen.
...der stärkste Feind ist immer der im Inneren!
Oder anders gesagt:
Der Fisch stinkt immer vom Kopf her.
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