Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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RTL heute 22:55h - Kinder mit ADHS, Nie mehr Zappelphilipp - Therapie in den Alpen

Christine ⌂, Monday, 18.10.2010, 01:33 (vor 5567 Tagen)

Inhalt
Sie gelten als aggressiv, unkonzentriert, schusselig, aber auch intelligent und kreativ: Kinder mit ADHS - dem Aufmerksamkeitsdefizit- oder Hyperaktivitätssyndrom. Etwa zwei bis sechs Prozent aller Kinder im Schulalter sind betroffen - und die Zahl steigt. Ihr Verhalten macht die Kinder oft zu Außenseitern. Die Diagnose ADHS drückt ihnen einen Stempel auf. Wenn Lehrer und Eltern nicht mehr weiter wissen, werden die Kinder mit Tabletten ruhig gestellt. Die Langzeitfolgen von ADHS-Medikamenten sind jedoch heftig umstritten. Darum suchen viele Familien nach alternativen Therapiemethoden.

Das Alm-Projekt 'Via Nova' setzt auf eine Verhaltenstherapie der anderen Art. Zehn Jungen zwischen acht und dreizehn Jahren leben für zwei Monate auf einer Alm in den Schweizer Alpen - ohne Strom, dafür mit Plumpsklo und weit weg von den Eltern. Hier sollen sie lernen, ihre Bedürfnisse gewaltfrei auszudrücken und mit anderen besser auszukommen - ohne Medikamente. Ein Fulltime-Job für die Betreuer, denn wenn zehn Energiebündel aufeinandertreffen, sind Konflikte vorprogrammiert.

Philipp (12) fühlt sich ausgegrenzt. Immer wieder provoziert er andere Kinder und gerät mit ihnen in Streit. Freunde hat er keine. Er ist unglücklich, seine Eltern verzweifelt. 'Es tut ganz furchtbar weh. Man möchte ihm helfen, aber kann es nicht', sagt Philipps Mutter. Sein halbes Leben lang bekommt Philipp schon Medikamente, die ihn ruhig stellen sollen. Wie die meisten ADHS-Kinder hat er schon einige Schulwechsel hinter sich. Inzwischen geht er auf eine Spezialschule. Philipps größter Wunsch: endlich auch ohne Medikamente ein normaler Junge zu sein. Doch bislang sorgen die dafür, dass seine Aggressionen nicht ausufern.

Auch Erik (9) wird acht Wochen auf der Alm leben. Anders als bei Philipp wurde bei ihm ADHS noch nicht offiziell bestätigt - doch vieles spricht dafür. Erik ist extrem verhaltensauffällig und hat in der dritten Klasse schon den zweiten Schulwechsel hinter sich. 'Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich anders bin, als andere Kinder' sagt der Grundschüler. Oft wird er aggressiv, rastet aus und verprügelt seine Mitschüler. Die Lehrer sind überfordert und haben das Jugendamt eingeschaltet. In der Psychiatrie soll untersucht werden, ob Erik Medikamente braucht. Für seine Mutter ein Albtraum. Die Therapie in den Bergen ist für ihren Sohn die letzte Chance auf ein Leben ohne Tabletten.

Einen direkten Link gibt es nicht, man findet aber bei Google ähnliche Informationen.

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Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohlangepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein

RTL heute 22:55h - Kinder mit ADHS, Nie mehr Zappelphilipp - Therapie in den Alpen

Lausemädchen, Monday, 18.10.2010, 01:40 (vor 5567 Tagen) @ Christine

Der Beitrag kam schon einmal, muss eine Wiederholung sein. Ist aber sehenswert für Eltern die auch betroffen sind.

Schock: Oft Ritalin statt Erziehung

vt, Monday, 18.10.2010, 02:04 (vor 5567 Tagen) @ Christine

Überraschung Nummer Zwo:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/41445/ADHS_Oft_Ritalin_statt_Erziehung.htm

Kinder von Alleinerziehenden bekamen die Medikamente zu 54 Prozent häufiger verordnet als Kinder, die zusammen mit beiden Elternteilen wohnen. Die Tatsache, dass die Familien Sozialhilfe erhielten, erhöhte die Wahrscheinlichkeit einer AHDS-Medikation um 135 Prozent.

Wie? Kinder von Managerinnen, von Powerfrauen.....?

Schock: Oft Ritalin statt Erziehung

Lausemädchen, Monday, 18.10.2010, 02:06 (vor 5567 Tagen) @ vt


Wie? Kinder von Managerinnen, von Powerfrauen.....?

Die Seite lässt sich leider nicht aufrufen, da kommt:

Die von ihnen gewünschte Seite kann nicht gefunden werden!

Habe ich was falsch gemacht?

Link

vt, Monday, 18.10.2010, 02:08 (vor 5567 Tagen) @ Lausemädchen

Link

Lausemädchen, Monday, 18.10.2010, 02:16 (vor 5567 Tagen) @ vt

Schock: Oft Ritalin statt Erziehung

Krankenschwester, Monday, 18.10.2010, 14:47 (vor 5567 Tagen) @ vt

ich glaube schon mal verlinkt zu haben....

Das klingt nach einen sorgsamen Umgang mit einschlägiger Diagnose und Medikation. Dem ist aber nicht so. Vielmehr scheint es so, als könnte hier tatsächlich eine Mode Einzug halten. Die Zahl der Ritalin-Verordnungen in Deutschland hat sich laut Deutschem Ärzteblatt (Heft 9/2001) von 300.000 Tagesdosen im Jahr 1990 auf 8,4 Millionen im Jahr 1999 nahezu verdreißigfacht. Der damit erzielte Umsatz ist von 500.000 Mark (1990) auf 25,1 Millionen Mark (1999) im Jahr 1999 explodiert. Waren es - geschätzt auf der Grundlage nur der kassenärztlichen Behandlungen - 1990 rund 1.500 Dauertherapien, so sind es im Jahr 1999 bereits 42.000. Zu Recht reagiert die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk, besorgt auf den stark angestiegenen Einsatz von Methylphenidat.

Was daraus noch zu werden droht, zeigt das Beispiel der USA. Während nach Expertenschätzung in Deutschland etwa 15 Prozent der hyperaktiven Kinder mit Ritalin behandelt werden, sind es in den USA rund 80 Prozent - die Zahlen schwanken zwischen vier und sechs Millionen Heranwachsenden. In vielen Schulen heißt Ritalin „Vitamin R“. An manchen Schulen sollen die Tabletten in der Mittagspause verteilt werden. Ein Schulleiter wurde kürzlich verhaftet, weil er Ritalin-Pillen, die für Schüler bestimmt waren, auf den Schwarzmarkt gebracht hat. Ein Buchtitel lautet „Ritalin-Nation“. Die USA verbrauchen 90 Prozent des weltweit vertriebenen Methylphenidats. Es gibt erste gerichtliche Klagen gegen Ärzte und gegen den Pillenhersteller, weil Kinder wegen des Medikaments in die Kriminalität abgeglitten seien und weil der Hersteller die Nebenwirkungen ungenügend beschrieben habe.

http://www.lehrerverband.de/rmhyp.htm

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[image]

Unmenschlichkeit - eine bemerkenswerte charakteristische Eigenschaft des Menschen.
(Ambrose Gwinnet Bierce)

Schock: Oft Ritalin statt Erziehung

MC Henrich ⌂, Monday, 18.10.2010, 22:18 (vor 5567 Tagen) @ Krankenschwester

Es gibt erste gerichtliche Klagen gegen Ärzte und gegen den Pillenhersteller,
weil Kinder wegen des Medikaments in die Kriminalität abgeglitten seien und
weil der Hersteller die Nebenwirkungen ungenügend beschrieben habe.

Klagen in Amiland? Das ist ja nicht so schlecht. Wenn sie damit durchkommen, könnte das den Hersteller Dutzende bis Hunderte Millionen kosten.

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Nie mehr Zappelphilipp

sonnenlilie, Monday, 18.10.2010, 09:28 (vor 5567 Tagen) @ Christine

Das Problem ist, dass den Kindern vor allenDingen den Jungs ausreichende Bewegung haben.
Aber die alleinerziehnden Mütter, die Lehrerinnen und Erzieherinnen verbieten und unterdrücken den Bewgungsdrang den Jungs.

Nie mehr Zappelphilipp

Herr Huber, Monday, 18.10.2010, 14:10 (vor 5567 Tagen) @ sonnenlilie

Das Problem ist, dass den Kindern vor allenDingen den Jungs ausreichende
Bewegung haben.
Aber die alleinerziehnden Mütter, die Lehrerinnen und Erzieherinnen
verbieten und unterdrücken den Bewgungsdrang den Jungs.

Dem stimme ich zu.

Es liegt ja eigentlich auch nahe: Zappeln ist eine Form von Bewegung und deutet auf eine Unterdrückung des Bewegungsdranges bei gleichzeitigem Erlebensdrang hin.

Leider leben wir in einer sehr ängstlichen Gesellschaft.
Niemand will mehr Verantwortung übernehmen. Niemand will schuld sein, wenn etwas passiert.

Die Folge:
- VERMEIDEN von Bewegung und Entdecken
- Unterdrücken des Erlebenswunsches der Kinder
- Extremes Sicherheitsdenken, z. B.: bei Sonnenschein nur mit Hut raus, nur mit Lichtschutzfaktor 20, und Radfahren nur mit Helm! Hauptsache: die Erzieherin kann, wenn etwas passiert, sagen: ICH bin nicht schuld.

In den Institutionen (Kindergarten, Schule) geht es nicht um die Sicherheit der Kinder, sondern primär um die Sicherheit der Erzieherinnnen.

Die Folge:
- Kinder bekommen den Eindruck, daß das Alles irgendwie gefährlich ist. Beim Fernseher ist es viel ungefährlicher.
- Kinder werden bewegungsUNSICHERer
- Die wirklichen Unfälle passieren dann später.

Nie mehr Zappelphilipp

Robert ⌂, München, Tuesday, 19.10.2010, 13:57 (vor 5566 Tagen) @ Herr Huber

Aber die alleinerziehnden Mütter, die Lehrerinnen und Erzieherinnen
verbieten und unterdrücken den Bewgungsdrang den Jungs.

Das mag sein.

Es liegt ja eigentlich auch nahe: Zappeln ist eine Form von Bewegung und
deutet auf eine Unterdrückung des Bewegungsdranges bei gleichzeitigem
Erlebensdrang hin.

ADHS ist aber weniger "reiner Bewegungsdrang", sondern (eben wie auch ADS) eine Art Unfähigkeit, Reize der Aussenwelt zu filtern und ihrer "Wichtigkeit" gemäß einzusortieren. Solche Kinder können sich nicht (so gut wie normale Kinder) auf Aufgaben oder Unterricht konzentrieren. Bei den einen (ADS) äussert sich das in einer gewissen "Verträumtheit" und "Schusseligkeit", und bei anderen (ADHS) in einem erhöhten Bewegungsdrang und Aggressivität anderen gegenüber.

Leider leben wir in einer sehr ängstlichen Gesellschaft.
Niemand will mehr Verantwortung übernehmen. Niemand will schuld sein,
wenn etwas passiert.

Wer kann es sich leisten, einfach so die Schuld auf sich zu nehmen?

Die Folge:
- VERMEIDEN von Bewegung und Entdecken
- Unterdrücken des Erlebenswunsches der Kinder
- Extremes Sicherheitsdenken, z. B.: bei Sonnenschein nur mit Hut raus,
nur mit Lichtschutzfaktor 20, und Radfahren nur mit Helm! Hauptsache: die
Erzieherin kann, wenn etwas passiert, sagen: ICH bin nicht schuld.

Und? Willst du das den Erzieherinnen und Lehrerinnen (Lehrern und, so es die überhaupt gibt, Erziehern natürlich auch) vorwerfen angesichts wildgewordener Eltern, die bei jedem Pipifax mit Rechtsanwalt etc. drohen?

Robert

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Wolfgang Gogolin "Diese Hymnen für Frauen erinnern an das Lob, das einem vierjährigen Kind zuteil wird, weil es endlich nicht mehr in die Hose kackt, sondern von allein aufs Töpfchen geht."

porvu

lakyillelty ⌂ @, Thursday, 21.10.2010, 00:53 (vor 5565 Tagen) @ Christine

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