RTL heute 22:55h - Kinder mit ADHS, Nie mehr Zappelphilipp - Therapie in den Alpen
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Sie gelten als aggressiv, unkonzentriert, schusselig, aber auch intelligent und kreativ: Kinder mit ADHS - dem Aufmerksamkeitsdefizit- oder Hyperaktivitätssyndrom. Etwa zwei bis sechs Prozent aller Kinder im Schulalter sind betroffen - und die Zahl steigt. Ihr Verhalten macht die Kinder oft zu Außenseitern. Die Diagnose ADHS drückt ihnen einen Stempel auf. Wenn Lehrer und Eltern nicht mehr weiter wissen, werden die Kinder mit Tabletten ruhig gestellt. Die Langzeitfolgen von ADHS-Medikamenten sind jedoch heftig umstritten. Darum suchen viele Familien nach alternativen Therapiemethoden.
Das Alm-Projekt 'Via Nova' setzt auf eine Verhaltenstherapie der anderen Art. Zehn Jungen zwischen acht und dreizehn Jahren leben für zwei Monate auf einer Alm in den Schweizer Alpen - ohne Strom, dafür mit Plumpsklo und weit weg von den Eltern. Hier sollen sie lernen, ihre Bedürfnisse gewaltfrei auszudrücken und mit anderen besser auszukommen - ohne Medikamente. Ein Fulltime-Job für die Betreuer, denn wenn zehn Energiebündel aufeinandertreffen, sind Konflikte vorprogrammiert.
Philipp (12) fühlt sich ausgegrenzt. Immer wieder provoziert er andere Kinder und gerät mit ihnen in Streit. Freunde hat er keine. Er ist unglücklich, seine Eltern verzweifelt. 'Es tut ganz furchtbar weh. Man möchte ihm helfen, aber kann es nicht', sagt Philipps Mutter. Sein halbes Leben lang bekommt Philipp schon Medikamente, die ihn ruhig stellen sollen. Wie die meisten ADHS-Kinder hat er schon einige Schulwechsel hinter sich. Inzwischen geht er auf eine Spezialschule. Philipps größter Wunsch: endlich auch ohne Medikamente ein normaler Junge zu sein. Doch bislang sorgen die dafür, dass seine Aggressionen nicht ausufern.
Auch Erik (9) wird acht Wochen auf der Alm leben. Anders als bei Philipp wurde bei ihm ADHS noch nicht offiziell bestätigt - doch vieles spricht dafür. Erik ist extrem verhaltensauffällig und hat in der dritten Klasse schon den zweiten Schulwechsel hinter sich. 'Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich anders bin, als andere Kinder' sagt der Grundschüler. Oft wird er aggressiv, rastet aus und verprügelt seine Mitschüler. Die Lehrer sind überfordert und haben das Jugendamt eingeschaltet. In der Psychiatrie soll untersucht werden, ob Erik Medikamente braucht. Für seine Mutter ein Albtraum. Die Therapie in den Bergen ist für ihren Sohn die letzte Chance auf ein Leben ohne Tabletten.
Einen direkten Link gibt es nicht, man findet aber bei Google ähnliche Informationen.
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Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohlangepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein
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